Und täglich grüßt der Nazi-Anschlag…

murmeltierEs ist schon wieder passiert. Diesmal im bunten und vielfältigen Essen, genauer im noch bunteren und vielfältigeren Stadtteil Altendorf. Unbekannte Täter brachen in zwei Wohnungen von türkischen Familien ein und beschmierten Wände und Mobiliar mit Hakenkreuzen (Foto oben). Die türkische Gemeinde steht unter Schock, die Menschen sind verängstigt. Der Staatsschutz ermittelt. So berichtet die WAZ am 16. März.

(Von Buntlandinsasse)

Dem geneigten PI-Leser dürfte diese Art von „Anschlägen“ zu genüge bekannt sein. Die Schmierereien erinnern doch sehr an den Fall Hussein Badiny. In das Restaurant des Ägypters im Berliner Stadtteil Friedrichshain brachen im Mai letzten Jahres ebenfalls „Nazis“ ein und schmierten klischeehaft eine Naziparole nach der anderen an die Wände:

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Das „Opfer“ wurde schnell zum Lieblingsobjekt geifernder Gutmenschen, die sogar ein Solidaritätsstraßenfest für den Mann organisierten, dessen Einnahmen selbstverständlich in die Kassen Badinys flossen. Leider wollte die Berliner Polizei bei diesem Traumszenario nicht mitspielen und ermittelte, dass das Opfer gleichzeitig auch der Täter war. Dass man in Deutschland nur laut genug Nazi schreien muß, um alles zu bekommen was man möchte, hat sich wohl mittlerweile in den hinterletzten Winkel der Erde herumgesprochen.

Ebenfalls noch im Gedächtnis ist der Anschlag auf im Bau befindliche Invasorenkasernen Flüchtlingsheime in Vorra im Dezember 2014. Bevor diese Gebäude in Flammen aufgingen, wurden sie ebenfalls mit reichlich Symbolen und Parolen beschmiert. Nachdem die Titelseiten aller Gazetten einige Tage gesichert waren, verschwand der Fall urplötzlich aus den Medien, als wäre er nie passiert. Die Vermutung liegt nahe, dass man die Täter ermittelt hatte, sie aber partout nicht ins Bild passten. Wir erinnern uns auch an Sebnitz, an die beiden Algerier in Kassel im Februar diesen Jahres, die sich selber massakrierten und dann ebenfalls von Nazis schwadronierten, an Gianni C., die Hakenkreuzritzer in Mittweida, die Grüne Janet Lutz und natürlich an den Godfather der erfundenen Naziangriffe, Alois Mannichl. Nur eine kleine Auswahl beliebter false flag-Aktionen. Heißt das, dass auch der Fall in Essen zwingend erfunden ist? Natürlich nicht. Die Parallelen sind allerdings unverkennbar. Insbesondere ein Detail deutet eher auf eine dilettantisch inszenierte Geschichte hin. Das an die Wand geschmierte Hakenkreuz, das oben im Aufmacherbild zu sehen ist, wurde falsch herum gezeichnet. Nun mag ein nicht unerheblicher Teil der Neonaziszene nicht unbedingt im Verdacht stehen, direkte Nachfahren Albert Einsteins zu sein. Wenn sie aber eines wissen, dann mit Sicherheit, wie ein Hakenkreuz aussieht. Darüber hinaus müssten Neonazis, die in Altendorf operieren, schon zu einer akut selbstmordgefährdeten Spezies gehören. Wer die Gegend kennt, weiß, dass man dort schon als „normaler“ Deutscher sehr merkwürdig beäugt wird, gehört man schließlich zu einer exotischen Minderheit. Wir werden sehen wie der Fall ausgeht. Sollte es sich wirklich um eine rechtsextreme Tat handeln, werden wir davon erfahren. Hören wir nie wieder etwas von dem Fall, dürfte auch klar sein, was das bedeutet. Schließlich will sich mit Sicherheit auch die WAZ nicht ihren schönen Naziangriff kaputt machen lassen.

Aber es gibt noch mehr Fragen, die zwingend beantwortet werden müssen:

• Reichen die Tentakel des NSU-Kraken bis nach Essen?
• Hatte Beate Zschäpe am Tattag eventuell Freigang und befand sich im Ruhrgebiet?
• Hat jemand zur Tatzeit in Altendorf ein Wohnmobil gesehen?
• Verloren die Täter auf der Flucht feuerfeste Festplatten, Stadtpläne und Todeslisten oder ein Stofftier in Gestalt eines rosaroten Raubtieres?
• Sind irgendwo Bekenner-DVDs aufgetaucht, in denen sich niemand zu gar nichts bekennt?
• Wurde ein Mann mit Schlangentattoo und Lebkuchenmesser am Tatort gesehen?
• Und möchte irgendjemand gegen meine Vermutung wetten?