Lichtblick Dresden

1 TitelbildWenn man an einem Tag mit dem Auto quer durch Deutschland fährt – und wieder zurück, dann kann man erfahren, dass Reiseplanung vielleicht doch keine so schlechte Erfindung ist. Wenn das Ziel Pegida Dresden war, dann nimmt man aus dieser Spontanaktion aber noch weitere Erfahrungen mit, die die entstandenen Spritkosten um einiges aufwiegen.

(Von Selberdenker)

Erst am Freitag Nachmittag wurde mir klar, dass ich dabei sein wollte, wenn zum ersten Mal in verschiedenen Ländern solidarisch Menschen für die gleiche Sache auf die Straße gehen. Es geht um die Zukunft unserer Kinder, um Freiheit, Aufklärung, Selbstbestimmung, Identität, Heimat. Es geht nicht gegen friedliche Moslems, sondern gegen die Negativauswirkungen einer Islamisierung, die in Europa durch eine von Merkel forcierte, so nie dagewesene Migranteninvasion noch beschleunigt wird.

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In Dresden angekommen begegnete ich kurz einer Gegendemonstration. Die Stimmung war entspannt und ich wechselte sogar einige Worte mit den Leuten, die sich für bessere Menschen halten und die bekanntlich ein viertes Reich zu verhindern suchen. Eigentlich nette Leute, dachte ich, kontrollierte aber vorsorglich nochmal, ob nicht doch ein Zipfel meiner Wirmer-Flagge aus der Tasche ragt. Einige dieser „Menschenfreunde gegen Hass“ hätten vermutlich kein Problem damit gehabt, mir einen dicken Stein an den Kopf zu werfen oder mir meine Karre abzufackeln – leider. Zum Glück wurde diese Demo von gapanzerter Polizei begleitet.

Das Echo der Pegida-Hymne wies mir die Richtung zu meinem eigentlichen Ziel. Vorbei an massig gepanzerter Polizei, laut Polizeisprecher waren wohl elf Hundertschaften im Einsatz, die aufmerksam, jedoch unaufgeregt und hilfsbereit waren, ging es dann zur Demo am Königsufer. Ein gepanzertes Räumfahrzeug stand direkt im Zugang zur Demo.

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Anders als in Köln diente dieses Polizeifahrzeug aber eher der abschreckenden Deeskalation, als der Eskalation. Es gab, anders als in NRW, keine Schikanezelte, in denen Pegida-Teilnehmer sich peinlich filzen lassen mußten, bevor sie zur Demo gelangen konnten. Dresden zeigt, wie´s geht – wohl auch in polizeitaktischer Hinsicht. In Dresden gilt das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit – unabhängig von der politischen Einstellung.

Von den Reden der Demo kann sich jeder selbst ein Bild machen. Lutz Bachmann war wohl krank, was bei dem ganzen Stress im Vorfeld dieser Veranstaltung auch kein Wunder ist. Gute Besserung!

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„German Sexparty“

Eine Kleinigkeit konnten nur Leute sehen, die einen Blick auf das gegenüberliegende Elbufer hatten: Neben einem gewaltigen Banner mit der Aufschrift „#Just Trust“ hing eine Zeit lang ein weiterer Slogan, der wohl später entfernt wurde. Es waren weithin die Worte „German Sexparty“ zu lesen. Wenn man aus Köln kommt, erst neulich noch über den Platz vor dem Hauptbahnhof gelaufen ist, wo „schutzsuchende Flüchtlinge“ aus aller Welt an Silvester noch Jagd auf deutsche Frauen machen konnten, wo massenhaft Vergewaltigungen unter den abwesenden Augen der Kölner Polizei abgelaufen sind – dann kommt dieser Slogan wie ein weiterer Schlag ins Gesicht der traumatisierten Frauen rüber. „Hetze“ ist ein gern bemühtes Wort in dieser Zeit. Was, frage ich, soll ein Banner mit „German Sexparty“ nach den Ereignissen von Silvester – genau gegenüber der Pegida-Demo bezwecken, wenn nicht ins Unerträgliche zu provozieren die Leute noch stärker aufeinander zu hetzen.

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Hier hat jemand Spaltung im Sinn gehabt – nichts weiter. Wir dürfen uns jedoch nicht spalten lassen, müssen den Dialog beginnen! Anderen „Gegendemonstranten“ gelang es, die Demo durch das Abspielen von lauter Musik eine Weile zu stören, was von der Polizei leider etwas zu lange toleriert wurde – auch das ist kein Dialog. Als Reaktion postierten sich Pegida-Demonstranten mit einer Flaggenreihe entlang der Elbe. Auf einer Flagge stand „Nazis raus!“ – treffend, denn mit Lärm, Feuer und Steinen argumentieren keine Demokraten.

„Gegen besorgte Bürger“

Dennoch war die Veranstaltung unterm Strich gelungen und friedlich. Auf dem Rückweg fand ich an einer Elbebrücke einen Aufkleber, den ich als Souvenier einsteckte. Solche Aufkleber sind in ihrer Herstellung nicht billig und werden häufig von Steuergeldern aus irgendeinem „Topf gegen Rächtz“ finanziert – also auch von mir, der sich ebenfalls als besorgten Bürger betrachtet. Diebstahl würde ich das deshalb nicht nennen:

Der Aufkleber ist aber sicher nicht das Einzige, was ich aus Dresden mitnehme. Dresden ist eine wunderschöne, eine entspannte Stadt, ein Symbol für Unbeugsamkeit und für Hochkultur, das auch eine weitere Reise lohnt.

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Danke, Dresden!