Dresden: Iraker legt Zugverkehr lahm

dresden_irakerAbgesehen von der Terrorlage sind da ja noch die kleinen Alltagsgeschichten rund um die Gäste der Kanzlerin. Manche schaffen es sogar in die Zeitung. Hier stellvertretend für den ganz normalen Wahnsinn ein Einzelfall aus Dresden.

Unzufriedener Asylbewerber legt Zugverkehr lahm

Dresden / MDR Sachsen:

Ein offenbar verzweifelter Asylbewerber hat in der Nacht zum Sonnabend in Dresden einen Einsatz von Bundespolizei und Feuerwehr ausgelöst. Wie der Sprecher der Bundespolizeidirektion Dresden, Holger Uhlitzsch, auf Anfrage von MDR SACHSEN mitteilte, war der Mann gegen 22.27 Uhr auf einen Oberleitungsmast am Dresdner Hauptbahnhof geklettert.

Ersten Erkenntnissen zufolge wollte der Iraker kurdischer Abstammung gegen die europäische Asylpolitik protestieren. „Er war zuletzt aus Finnland nach Dresden überstellt worden“, sagte Uhlitzsch. Möglicherweise sei er unzufrieden damit, von einem Land ins andere geschickt zu werden. Die genauen Umstände der Tat seien aber noch nicht geklärt.

Die Bundespolizei forderte die Feuerwehr und einen Dolmetscher an, um den 35-Jährigen dazu zu bewegen, den 30 Meter hohen Mast zu verlassen. „Der Dolmetscher konnte ihn nach etwa zwei Stunden schließlich überzeugen, dass das nicht die Lösung sein kann“, so der Polizeisprecher.

Weil für den Rettungseinsatz der Strom in dem Bereich komplett abgestellt werden musste, gab es auch Einschränkungen im Zugverkehr. Insgesamt hatten laut Bundespolizei 24 Züge Verspätung. „Das waren 1.200 Minuten“. Der Mann wurde anschließend in ein Fachkrankenhaus gebracht, wo sein gesundheitlicher Zustand überprüft wird.