Was Seehofer sagen darf, darf ein Dr. Hesemann noch lange nicht

Facebook-Fallbeil für Kirchenhistoriker in Islamdebatte

Von DAISY | Hier bei PI-NEWS berichteten wir über das mediale Jakobinertum, das in Deutschland fröhliche Urständ feiert. In der französischen politischen Kultur des 20. Jahrhunderts beinhaltet der Begriff des Jakobinismus eine moralisierende Tendenz, Bürger durch Gesetze und Verbote zu einem ethischen Verhalten im Sinne des jeweils aktuellen Mainstreams zu erziehen. Das mediale Fallbeil wurde jetzt dem Kirchenhistoriker Michael Hesemann zuteil. Sein Islam-Beitrag wurde bei Facebook gelöscht und er bekam eine 30-tägige Sperre, berichtet das Online-Portal kath.net.

Hesemann hatte sich „erdreistet“, folgendes zu schreiben: „Der Islam spielt in der 1700jährigen Geschichte des christlichen Abendlandes immer nur eine Rolle: Die des Damoklesschwertes, das über uns hing, der Bedrohung durch die Barbarei, gegen die es sich zu vereinigen und derer es sich zu erwehren galt. Insofern ist nicht der Islam ein Teil der deutschen Geschichte, sondern der Abwehrkampf gegen den Islam!“ Das reichte den Gesinnungs-Scharfrichtern von Facebook, ihn kurzerhand mit einer Sperre mundtot zu machen.

In seiner Erwiderung an Facebook berief sich der promovierte Historiker auf den neuen Bundesinnenminister Horst Seehofer und die CSU, für die der Islam nicht zu Deutschland gehört. Hesemann bestritt ausdrücklich die Facebook-Unterstellung, er würde Personen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit angreifen. In seiner beanstandeten Aussage sei es ausdrücklich um 1700 Jahre Geschichte, nicht um die Gegenwart oder lebende Personen gegangen.

Hesemann wörtlich: „Im übrigen ist Kritik an einer Religion, deren heiliges Buch zahlreiche Tötungsaufrufe beinhaltet und deren Gesetzbuch barbarische Todes- und Körperstrafen verlangt, gewiss legitim, ohne dass damit der einzelne, gläubige Muslim angegriffen wird. Als Katholik muss ich mir auch Kritik an den Kreuzzügen und am Alten Testament, an der Inquisition und am Umgang meiner Kirche mit Missbrauchsfällen anhören, ohne dadurch persönlich beleidigt zu werden, wie die einschlägige Rechtssprechung eindeutig feststellt.“

Dabei müsste Facebook wegen des aktuellen Skandals wegen millionenfach angezapften Nutzerprofile eigentlich kleine Brötchen backen, anstatt Nutzer im Auftrag der Bundesregierung zu gängeln. Chef Mark Zuckerberg ist selbst verunsichert: „Ich fühle mich grundlegend unwohl, wenn ich hier in Kalifornien im Büro sitze und inhaltliche Entscheidungen für Menschen weltweit treffe“, sagte er jetzt in einem Interview. Er erwähnte die Frage: „Wo verläuft die Grenze bei Hate Speech? Ich meine, wer hat mich als die Person bestimmt, die das tut.“

Gute Frage, werter Mark Zuckerberg. Siehe Sperrung Dr. Hesemann.