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75-jährige Frau: Rufmord wegen Brotkauf

In Saudi-Arabien will nach Angaben der Nürnberger Zeitung eine 75 Jahre alte Frau gegen die islamische Religionspolizei klagen, weil diese ihr eine sexuelle Beziehung mit einem 23 Jahre alten Mann nachgesagt und damit ihren Ruf beschädigt hat. Der Grund der religionspolizeilichen Verdächtigungen: Sie hatte ihren Neffen abends angerufen und ihn gebeten, für sie Brot einkaufen zu gehen, was dieser auch erledigte. Der Einkauf blieb allerdings nicht ohne Folgen.

Nachdem dieser ihr das Brot gebracht habe, sei er von den Religionspolizisten festgenommen worden, die ihn des unerlaubten Beisammenseins eines Mannes mit einer Frau bezichtigten. Anschließend hätten die Tugendwächter ihr Haus durchsucht.

Die allein lebende Klägerin Chumaisa Suwadi soll ausgesagt haben:

„Ich bin so arm, deshalb denken die Männer von der Behörde für die Förderung der Tugend und die Verhinderung des Lasters, dass sie sich über mich lustig machen können“

Die Frau will das nicht auf sich sitzen lassen und hat gegen die Islam-Polizei geklagt. Auch wenn ihr Neffe sich nur um sie gekümmert und ihr auf ihren eigenen Wunsch hin Brot gebracht hat – etwas, das nach unseren Begriffen nichts als recht und aller Ehren wert wäre – eine Rufschädigung gegen eine allein stehende Frau ist in Saudi-Arabien ein Makel, der fast nicht wieder gut zu machen ist. Es bleibt zu hoffen, dass Suwadi wegen der angeblichen „Unsittlichkeit“ nicht weiter bestraft wird.

(Spürnase: Grundgesetzwatch)