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Iran kämpft weiter um die Freiheit

grüne-hand [1]Rund um das Freitagsgebet in der Teheraner Universität mit dem prominenten Mullah Ravsandschani hat es erneut Massenproteste gegeben. In Berichten ist von Hunderttausenden die Rede. Ein Gebiet von 3 Kilometern rund um die Universität soll voller Protestierender gestanden haben.

Das Regime antwortet mit roher Gewalt. Anscheinend erinnert man sich der Anfänge der islamischen Revolution von 1979. Damals hatte es auch zunächst kleine Proteste gegeben. Nachdem diese blutig niedergeschlagen wurden, kam es immer wieder nach jeweils 40 Tagen –  der muslimischen Zeit des Totengedenkens –  zu neuen Unruhen, die sich von Mal zu Mal steigerten.

Vom heutigen Freitagsgebet berichtet der STERN [2]:

Zum Freitagsgebet mit dem einflussreichen regierungskritischen Kleriker Akbar Hashemi Rafsandschani versammelten sich Hunderttausende Oppositionelle in der Umgebung der Universität, berichteten Augenzeugen. Darunter waren viele Anhänger des bei der umstrittenen Wahl am 12. Juni unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Mir-Hussein Mussawi.

Seine Anhänger skandierten an die Adresse Ahamdinedschads gewandt: “Tod dem Diktator!” oder “Ahmadinedschad, tritt zurück!” Entlang der großen Kargar-Straße trugen Hunderte Demonstranten ein riesiges grünes Tuch als Zeichen ihrer Unterstützung für Mussawi.

Einige Tausend hätten den Eingang zur Universität erreicht, wo Rafsandschani auftrat. Im Umkreis von drei Kilometern war das Areal mit einer Menschenmenge gefüllt, berichteten Augenzeugen. In Sprechchören forderten die Demonstranten die Freilassung der Oppositionellen, die bei früheren Protesten festgenommen worden waren. Die Polizei ging mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die Oppositionellen vor. Nach Augenzeugenberichten wurden mindestens 15 Menschen verhaftet. Es sind die größten Demonstrationen seit knapp einem Monat.

Rafsandschani hatte seine Predigt mit einem Aufruf an die Anhänger Mussawis begonnen, die friedliche Atmosphäre des Freitagsgebets nicht durch Slogans gegen die Regierung zu stören. “Lasst uns die Gelegenheit nutzen, eine bessere Zukunft für unser Land zu schaffen, und die Probleme zu lösen”, sagte Rafsandschani. Er rief die Regierung dazu auf, festgenommene Oppositionelle freizulassen und eine offene Debatte zu führen.

Als erster ranghoher Vertreter der politischen Führung sprach Rafsandschani von einer politischen Krise, die den Iran erfasst habe. “Wir sind alle Mitglieder einer Familie. Ich hoffe mit dieser Predigt, dass wir diese schwere Phase hinter uns bringen, die durchaus als Krise bezeichnet werden kann”, sagte er.

Die ersten Mullahs beginnen offenbar, um ihre Macht zu bangen. Eine Ablösung des irren Kriegstreibers Ahmadinedschad würde zwar nicht das Problem des islamischen Regimes an sich lösen, wäre aber ein erster Schritt und ganz sicher eine Ermutigung für die Opposition, den Iran als ganzes wieder in die Gemeinschaft der zivilisierten Staaten zurück zu führen.

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