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„König von Marokko“ herrscht in Bremen

hafis catruatEin marokkanischer Verbrecher leitet das größte multikulturelle Beschäftigungsprojekt im grün-verblödeten Bremen – und betrachtet die Steuersubventionen in Millionenhöhe offenbar als die ihm im Koran versprochene Beute im Haus des Krieges. Mehrere Mitarbeiter hatten die Stadt seit langem auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam gemacht und bezahlten mit dem Verlust ihrer Arbeit und persönlichen Bedrohungen. Komplizen in Politik und Verwaltung hatten den kriminellen Chef über die „Verräter“ informiert, statt dem Treiben Einhalt zu gebieten.

Die taz berichtet:

Vor einer guten Woche war die Welt noch in Ordnung in Tenever, einem Problem-Stadtteil von Bremen. Ob seiner vielen guten Projekte konnte sich der Verein über mangelnde politische Unterstützung nicht beklagen. Diverse Geldgeber, die für eine Kontrolle verantwortlich waren, haben offenbar alle Warnsignale überhört: Im Januar bereits hatte ein IWT-Mitarbeiter, der fristlos entlassen worden war, der für Hartz IV zuständigen Arbeitsgemeinschaft für Integration und Soziales (Bagis) berichtet, dass die Wirklichkeit hinter der schönen Fassade ganz anders aussieht. Im März formulierte dann ein Mitarbeiter der Sozialbehörde, dem die Abrechnungen komisch vorgekommen waren, schriftlich, er könne die „Verantwortung für eine reguläre Nachweiskontrolle nicht übernehmen“.

Anfang August schließlich informierte ein weiterer IWT-Mitarbeiter die Bremer Arbeit GmbH (BAG), ein städtisches Dienstleistungsunternehmen für Beschäftigungsprojekte, über Ungereimtheiten. Vier Tage später wurde der Mann von IWT-Geschäftsführer Catruat mit dem Vorwurf konfrontiert, ihn hintergangen zu haben – und entlassen. Offenbar hatte die BAG die Hinweise nicht ernst genommen und der IWT einen Tipp gegeben. Noch am vergangenen Montag hielt die BAG ihre Hand schützend über die IWT, als sie erklärte, sie sehe keinen Grund zur Beanstandung.

Dabei hatte zuvor bereits Andreas Berenthal, der – ebenfalls fristlos entlassene – Verwaltungsleiter der IWT, gegenüber der taz erklärt, er habe mit Geschäftsführer Catruat die Vereinbarung getroffen, dass sie beide 4.000 Euro im Monat verdienen sollten – doppelt so viel wie ihre offiziellen Bezüge. Berenthal wollte damit fingierte Zahlungen an seine Frau rechtfertigen. Anderen Mitarbeitern zufolge hat Catruat ebenfalls in die eigene Tasche gewirtschaftet.

Die IWT-Buchhaltung spiegelt die wirklichen Geldflüsse nur zu einem Teil wider. Geschäftsführer Catruat soll mit Drohungen und Schikane wie der „König von Marokko“ regieren, wird kolportiert – „unmenschlich“, sagt ein Mitarbeiter. Im vergangenen Dezember waren die Gehälter der Mitarbeiter um 20 Euro gekürzt worden, weil angeblich das Geld fehle. Was damals niemand erfuhr: Das Salär des Geschäftsführers stieg zur selben Zeit. Dass Hilfstransporte nach Marokko, darunter teures medizinisches Gerät, in Catruats Heimatdorf ankamen und dass ihr Verbleib in den Akten der IWT nicht dokumentiert ist, rundet das Bild ab.

Die vorerst letzte Ungereimtheit: Als die Mitarbeiter des Vereins Quartier, Nachbarn der IWT, jüngst ihre Strom-Abschlussrechnung sahen, trauten sie ihren Augen nicht. Ein Elektriker fand heraus: Die IWT hatte seit einem Jahr die Leitung angezapft.

Nachdem nun endlich die Anti-Korruptionsbehörde tätig wurde, gaben die Ermittler enttäuscht bekannt: „Wir haben nichts Entlastendes gefunden.“

(Spürnase: Change 09)