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Sarrazin: Berlin ist plebejisch und kleinbürgerlich

Thilo SarrazinDie Berliner werden nie aus eigener Kraft ihre Stadt retten – sie sind eher plebejisch (ungebildet, pöbelhaft) und kleinbürgerlich. Das attestierte jetzt der ehemalige Finanzsenator der Hauptstadt Thilo Sarrazin (SPD, Foto) seiner alten Wirkungsstätte in einem Gespräch mit der Zeitschrift Lettre International. Berlin sei von zwei Komponenten belastet: „Der 68er-Tradition und dem Westberliner Schlampfaktor“, so der Bundesbanker. Die Medien seien auf soziale Probleme fixiert, aber türkische Wärmestuben brächten die Stadt nicht voran.

Die WELT schreibt:

Wenn Klaus Wowereit „eine Mischung aus Kurt Biedenkopf, Willy Brandt und Freiherr von und zu Guttenberg“ wäre, „könnte er natürlich mehr für die Stadt bewirken“
(…)
Es gebe auch das Problem, „dass 40 Prozent aller Geburten in der Unterschicht stattfinden“, und sie füllten die Schulen und die Klassen. Zudem gebe es in Berlin stärker als anderswo das Problem „einer am normalen Wirtschaftskreislauf nicht teilnehmenden Unterschicht“, meinte Sarrazin. „Wir müssen in der Familienpolitik völlig umstellen: weg von Geldleistungen, vor allem bei der Unterschicht.“

Sarrazin plädierte auch für eine Änderung bei der Wirtschaftsansiedlung: „Die Medien sind orientiert auf die soziale Problematik, aber türkische Wärmestuben können die Stadt nicht vorantreiben“, meinte der Berliner Ex-Senator. „Ich würde einen völlig anderen Ton anschlagen und sagen: Jeder, der bei uns etwas kann und anstrebt, ist willkommen; der Rest sollte woanders hingehen.“

Wahrheiten, die nur jemand aussprechen darf, der politisch nicht mehr in Amt und Würden und weit weg von Berlin ist.

» Süddeutsche: Sarrazin lästert über „türkische Wärmestuben“

(Spürnasen: ComebAck, Unbekannt, Jochen S., Unbequemer Demokrat, Politischer Beobachter, Asma, Andreas St., Ollie)