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Moscheebauer ignorieren Bauauflagen

Moscheebauer ignorieren Bauauflagen

Skandal in Esslingen: Beim Bau der Moschee (Foto) durch den türkischen Verein Diyanet wurden mehrere Bauauflagen missachtet. Anders als beim privaten Gartenhäuschen sieht der verantwortliche Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht von den Freien Wählern keine Möglichkeit, einen Rückbau auf die genehmigte Größe zu erwirken: „Rein baurechtlich handelt es sich um maßvolle Überschreitungen“. Er habe aber ein Bußgeldverfahren eingeleitet und versuche, in Gesprächen mit Diyanet Kompromisse zu finden, mit denen beide Seite leben könnten.
Die Stuttgarter Zeitung berichtet:

„Ich weiß nicht, ob es Naivität, Arroganz oder Dreistigkeit ist. Auf jeden Fall ist das Ergebnis absolut inakzeptabel.“ Andreas Koch, der Fraktionschef der SPD im Esslinger Gemeinderatsfraktion, ist normalerweise ein Mann der moderaten Worte – und zudem grundsätzlich ein Befürworter des Esslinger Moscheebaus. Doch nun sind nach mehrmonatigen internen Beratungen vom türkisch-islamischen Kulturverein Diyanet zu verantwortende Überschreitungen beim Bau der Moschee an der Rennstraße an die Öffentlichkeit gedrungen sind. Und es gibt weder für ihn noch für seine Ratskollegen von CDU und Freien Wählern einen Grund, mit ihrer Verbitterung über das Vorgehen von Diyanet weiter hinter dem Berg zu halten.

Am wenigsten ärgert Koch noch darüber, dass das Minarett statt der genehmigten 25 Meter Höhe nun, noch bevor der abschließende Halbmond aufgesetzt ist, 25,60 Meter misst. Ein Dorn im Auge ist ihm aber der gewaltige, mit geometrischen Mustern verzierte und von einer massiven Überdachung gekrönte Balkon. Dieser war in den Bauplänen, die dem Gemeinderat vorgelegt worden waren, noch nicht enthalten. Koch: „Wir haben eindeutig ein schlankes, modernes Minarett gefordert und nicht eines in dieser klassizistisch, nostalgischen Form.“ Bei den Verhandlungen mit dem Verein Diyanet müsse die Verwaltung auf einen Rückbau drängen.

Den fordern auch der CDU-Fraktions-Vize Markus Grübel und Dieter Deuschle, der Fraktionschef der Freien Wähler. Er lässt nicht nur am Verein Diyanet, sondern pikanterweise auch an Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht (ebenfalls Freie Wähler) kein gutes Haar. „Ungeheuer verärgert“, sei er, weil die Verwaltung die „gebotene Aufmerksamkeit beim Bau der Moschee“ habe vermissen lassen.

Absolut unverständlich sei zudem, dass Wallbrecht den das Minarett optisch prägenden Balkon nachträglich genehmigt habe, ohne den Gemeinderat zu informieren. Dass der Verein Diyanet diesen Balkon dann aber noch größer gestaltet habe als genehmigt, sei die Krönung des ungeheuerlichen Vorgangs. Deuschle: „Bei jedem ungenehmigten Gartenzaun wird die Stadt aktiv. Da kann man doch erwarten, dass auch diese Baustelle verantwortungsvoll kontrolliert wird.“ Deuschle sieht nun die Stadt in der Pflicht und fordert einen radikalen Rückbau auf die Vorgaben.

Davon will der verantwortliche Baubürgermeister nichts wissen, und setzt auf „Verhandlungen“ mit den türkischen Rechtsbrechern. Die Diyanet ist der Schwesterverein der ebenfalls von der türkischen Religionsbehörde kontrollierten DITIB, die die Großmoschee in Köln Ehrenfeld errichtet. Der Bau in Esslingen ruht zur Zeit, weil den Bauherren das Geld ausgegangen ist.

(Vielen Dank allen Spürnasen)