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Undercover in jemenitischen Koranschulen

Theo PadnosDer mutige amerikanische Autor Theo Padnos hat drei Jahre als falscher Moslem in jemenitischen Koranschulen verbracht. Das Buch über seine Erlebnisse mit fanatischen Rechtgläubigen erscheint im Frühjahr in den USA. Die Basler Zeitung hat ein Interview mit ihm geführt.

(Von byzanz)

Hier die wichtigsten Passagen:

Was wird in den Schulen gelehrt?

Viele Islamschulen vermitteln die Ummah, also die Idee der globalen Familie von Gläubigen. Die Schüler sollen die islamische Gegenwart erforschen und die Vergangenheit entdecken. Diese islamische Vergangenheit wird als etwas immer Großartiges vermittelt, während die Gegenwart für den Islam als demütigend empfunden wird. Das wichtigste Ziel ist es, die Schüler dazu zu bringen, sich zu fragen, was sie persönlich tun können, um das Goldene Zeitalter der drei Kalifen im Mittelalter wiederzubringen, als der Islam stark war.

Im Westen denken viele Menschen, Koranschulen sind Brutstätten des radikalen Islam.

Ich bin mir gar nicht mehr sicher, was radikaler Islam abseits des Terrors heißt. Der Islam hat radikale Aspekte, zum Beispiel sein Frauenbild, die Vorstellung vom Heiligen Krieg, die Einstellung zur Gewalt. Aber er hat auch eine mystische und fast empfindsame Seite. Ein großes Problem ist das Weltbild, das in den Schulen vermittelt wird, nämlich dass der Islam vom Westen betrogen werde. Schon nach kurzer Zeit fühlen sich die Schüler persönlich bedroht und angegriffen, und sie wollen zurückschlagen und dabei viele Feinde und am besten Juden töten.

Nicht jeder Muslimschüler wird zum Terroristen.

Aber sie haben fast alle das Gefühl, in einer Art Krieg mit dem Westen zu sein, der Gewalt jederzeit rechtfertigt. Der Mord an den beiden deutschen Krankenschwestern vor einiger Zeit etwa wurde im Unterricht gutgeheißen. Es herrschte zwischen dem Lehrer und den Schülern Einigkeit, dass die Krankenschwestern im Jemen waren, nicht um jemenitischen Frauen bei der Geburt zu helfen, sondern damit sie in Zukunft keine Kinder mehr bekommen können: Der Westen wolle immer alles kontrollieren und nun eben auch die Gebärmutter der jemenitischen Frau, damit es nicht mehr so viele Gläubige gebe. Am Ende sagte der Lehrer: «Die Vereinten Nationen und die Christen wollen nicht, dass ihr Kinder bekommt. Jeder von euch muss rausgehen und zehn Kinder bekommen.» In einem Raum mit sexuell frustrierten Männern – in den Koranschulen sind natürlich keine Frauen erlaubt – kam die Idee sehr gut an.

Sie waren auch in Daru-l-Hadith, einer Koranschule im nordjemenitischen Ort Dammaj. Die Schule ist laut westlichen Geheimdiensten eine Ausbildungsstätte für den Jihad.

Die Schule hat der saudische Scheich Muqbil al-Wadi gegründet, der 1979 zum geistigen Umfeld der Attacke auf die Große Moschee in Mekka gehörte. In den Achtzigerjahren hat er wohl auch Schüler nach Afghanistan geschickt, aber als ich da war, war die Schule kein Ausbildungslager für den Jihad. Dort wurde kein Bombenbau gelehrt. Aber ganz sicher wird dort ein sehr antiwestlicher Islam gelehrt, der Salafismus. Und die meisten Schüler dort sind größenwahnsinnig und glauben, irgendwann den Islam allein retten zu können.

Warum radikalisiert sich der Islam immer weiter?

Viele islamische Länder haben etwas von einer bröckelnden Burg. Und nirgendwo brechen die Steine im Augenblick schneller aus der Mauer als im Jemen. Natürlich würden die Bewohner der Burg gerne sehen, dass Zinnen und Türme stolz in den Himmel ragen, und sie hassen den schleichenden Verfall. Viele Jemeniten haben das Gefühl, dass die Mächtigen in ihrem Land alles verkaufen. Die Felder, das Land, die Bodenschätze. Für viele Muslime ist das Land aber für die Familie der Gläubigen da, nicht für westliche Firmen, Soldaten oder Touristen.

Was denken Sie über die Zukunft des Jemen?

Ein unfähiger Staat und der wachsende Einfluss sehr radikaler islamischer Gruppen werden das Land ins Chaos treiben. Und das Chaos macht es für Al-Qaida-Terroristen interessant.

Haben Sie gegenüber Ihren jemenitischen Mitschülern und Lehrern kein schlechtes Gewissen – Sie haben sie schließlich systematisch getäuscht?

Viele Muslime im Jemen waren sehr gastfreundlich und herzlich mir gegenüber. Ich wusste, sie sind regelrecht entsetzt bei der Vorstellung, dass Ungläubige aus dem Westen ihre heiligen Stätten betreten könnten. Natürlich hatte ich oft Angst vor den Konsequenzen, aber ich habe einfach weiter den Koran gelernt, mich vor den Gebeten gewaschen – und weiter gelogen.

Wären Sie überrascht, wenn Muslime sagen würden: «Theo, du hast uns hintergangen, du hast unseren Propheten betrogen, die Strafe dafür ist der Tod»?

Das wäre ich nicht.

Tiefe Einblicke aus der Welt der Gehirnwäsche und der ideologischen Indoktrination, auch Islam genannt. Was Theo Padnos mit seiner bewundernswerten Aktion erlebt hat, ist der reale und wahre Islam, wie er im Buche steht. Auf all das können wir uns in Europa gefasst machen, wenn verantwortungslose Politiker weiterhin freudig einen Moscheebau nach dem anderen zulassen, den Muezzinruf nicht als Kampfansage, sondern als Bereicherung missverstehen und sich wohlig in ihrer ach so weltoffenen Toleranz suhlen.

Diese verblendeten Menschen haben keine Ahnung, mit was sie es zu tun haben. Aber sie werden sich eines Tages dafür rechtfertigen müssen. Vor dem Volke, dem sie einen Eid geschworen haben und dem sie eigentlich dienen müssten. Denn keiner kann behaupten, er hätte damals nichts gewusst.