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Linksrutsch bei Regionalwahlen in Frankreich

Beim ersten Wahlgang der Regionalwahlen gestern in Frankreich zeichnete sich ein Debakel für die konservative Regierungspartei UMP des Präsidenten der Republik, Nicolas Sarkozy, ab. Die rund 44 Millionen bei den Regionalwahlen stimmberechtigten Franzosen entschieden sich für die rot-grünen Normal-Sozialisten. Zugelegt haben ebenfalls die braunen Front National Sozialisten.

Nach letzten Hochrechnungen aus der Nacht zum Montag stimmten weniger als 27 Prozent der Wähler für die UMP. Sarkozy erhält mit der Wahlschlappe die Retourkutsche dafür, dass meisten der von im angekündigten Reformen nicht umgesetzt wurden oder wegen des Widerstands politischer Gegner nicht umgesetzt werden konnten. Dort, wo die UMP im ersten Wahlgang noch die relative Mehrheit erhielt, droht sie von den Linksbündnissen im zweiten Wahlgang noch geschlagen zu werden.

Als große Wahlsiegerin kann sich die Vorsitzende der sozialistischen Partei, Martine Aubry (Foto), feiern lassen. Ihre Partei wird künftig die stärkste Kraft in Frankreich bilden und zusammen mit den Grünen auf insgesamt über 53 Prozent kommen. Wieder da ist auch die national-soziale Front um Jean-Marie Le Pen, die Landesweit auf neu 11 Prozent kommt. Für den zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag ist vor allem entscheidend, wer mit wem ein Bündnis eingehen wird, um die Wählergunst für sich zu gewinnen.