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„Geruch nach Diskriminierung“

Der türkische Botschafterr Ali Ahmet Acet (Foto) will die Visumspflicht bei Einreise nach Deutschland für seine Landsleute aufgehoben sehen. Das hätte so gar nicht den Hauch einer priviligierten Partnerschaft. Außerdem findet er den Deutschtest für nachziehende Ehepartner gemein. Amis und Australier müssten das auch nicht. Dass die keine Kinder heiraten, sagte er nicht.

Außerdem will der Botschafter die Möglichkeit, dass Kinder in den Schulen türkisch lernen. In maßloser Selbstüberschätzung sagte er:

„In vielen deutschen Schulen gibt es Spanisch oder Französisch als zweite Fremdsprache. Türkisch könnte doch genauso gut gelehrt werden.”

Immerhin handelt es sich hier um Weltsprachen, Herr Botschafter, während türkisch außerhalb der Türkei und der Parallelwelten in Deutschland in keinem Land gesprochen wird.

Außerdem sind wir verwirrt. Was wollen Türken im rassistischen Deutschland? Das mögen sie doch gar nicht! Hier werden sie immer verbrannt. Oder mögen sie etwa die sozialen Leistungen, für die der deutsche Steuerzahler arbeitet, doch ganz gern?

„Deutschland sollte türkischen Bürgern die Einreise erleichtern und die Visumpflicht abschaffen.” Das fordert der türkische Botschafter in Berlin, Ali Ahmet Acet. Die heutigen strengen Visabestimmungen entsprächen nicht den besonderen Beziehungen der beiden Länder, sagte Acet im WAZ-Gespräch.

„Der Aufwand, ein Visum für die Schengen-Länder zu bekommen, ist riesig. Es gibt nur eine Handvoll deutsche Auslandsvertretungen, die diese Visa ausstellen. Die Leute sind frustriert. Sie müssen viele Unterlagen sammeln, anreisen, lange warten, Geld bezahlen und wissen dann doch nicht, ob sie das Dokument tatsächlich bekommen”, erklärt Acet. „Deutsche können mit dem Personalausweis problemlos in die Türkei einreisen. Für Türken sollte das umgekehrt auch möglich sein”, findet der türkische Generalkonsul in Essen, Hakan Akbulut.
„Das sieht fast so aus wie eine Diskriminierung.”

Noch eine Einreisebestimmung belastet nach Einschätzung des Botschafters die deutsch-türkischen Beziehungen und entspreche so gar nicht dem von deutscher Seite so oft betonten Geist einer „privilegierten Partnerschaft”: Seit 2007 müssen Verheiratete, die zu ihrem Partner nach Deutschland ziehen wollen, „einfache Deutschkenntnisse” nachweisen. „Das sieht fast so aus wie eine Diskriminierung”, meint Akbulut. Sprachkurse könnten ohne Probleme auch nach der Einreise belegt werden. „Kein Australier oder US-Bürger, der zu seiner Frau nach Deutschland zieht, muss eine Sprachprüfung bestehen. Warum ist das bei Türken anders?” Im letzten Quartal 2007, kurz nach Einführung des Sprachtests, ging der Nachzug von Ehepartnern aus der Türkei dramatisch zurück. Es wurden nur noch rund 600 statt 2000 Visa erteilt. Heute sind es pro Quartal durchschnittlich 1700.

Mit dem Zauberwort „Diskriminierung“ lässt sich bestimmt die Tür öffnen…

(Spürnasen: Pillepalle und Klaus St.)