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Morgen: 5. Todestag von Pfarrer Weißelberg

Am Reformationstag vor fünf Jahren, am 31. Oktober 2006, verbrannte sich der evangelische Pfarrer Roland Weißelberg vor der Augustinerkirche in Erfurt aus Protest gegen die staatliche Islamisierungspolitik. Mit seinem Fanal wollte er uns wachrütteln: Wir stehen diesem Mann in der Pflicht zu beweisen, dass wir seine Botschaft verstanden haben und dass sein Freitod nicht umsonst war. Zeit also für eine selbstkritische Bilanz der letzten fünf Jahre.

(Von Daniel Kuhn)

Rückblende in das Jahr 2006: PI hatte damals etwa 10.000 Leser am Tag, es gab keine einzige islamkritische Partei, Fachbücher, die sich mit der islamischen Ideologie ernsthaft auseinandersetzten, suchte man vergeblich, die Kölner Großmoschee war noch nicht im Bau, und kein Mensch sprach über die Einführung der Scharia in unserem Land. In Medien wie Cicero und Focus wurde gelegentlich noch halbwegs ausgewogen über die Gefahren der staatlichen Islamisierungspolitik diskutiert, und selbst der Spiegel berichtete zuweilen über die systematische Unterwanderung der deutschen Parteien und unserer öffentlichen Insitutionen durch islamische und türkisch-nationalistische Extremisten. Lang ist’s her.

Heute, fünf Jahre später, hat sich die Leserschaft bei PI verfünffacht, die Zahl der islamkritischen Blogs vermutlich verfünfzigfacht. In fast allen Bundesländern gibt es zumindest Ansätze von Organisationsstrukturen einer islamkritischen Bewegung, erste Parteien, die sich der staatlichen Islamisierungspolitik widersetzen, stellen sich zur Wahl. Wer sich über die wahren Verhältnisse im Land informieren möchte, dem stehen Hunderte von islam- und einwanderungskritischen Büchern zur Verfügung, Sarrazins Erfolg ist eine historische Zäsur, an der sich die Bunte Einheitsfront noch immer wundreibt.

Aber die Konkurrenz hat auch nicht geschlafen: Die Türkei hat ihr Moscheebauprogramm massiv ausgeweitet und mit Hilfe ihres hervorragend organisierten Netzwerks in Deutschland faktisch jede Kritik an ihrer Landnahmepolitik zum Verstummen gebracht. Das Führungspersonal der Bunten Republik hat erfolgreich zur Taktik der Vorwärtsverteidigung gewechselt und den Islam zum Teil Deutschlands ausgerufen. Die Presse hat sich dieser Taktik angeschlossen und drischt nun erbarmungslos auf alles ein, was auch nur andeutungsweise als Kritik an der zwanghaften multikulturalistischen Staatsideologie verstanden werden könnte. Angesichts dieser erfolgreichen Neupositionierung der Islamisierer gibt es nicht den geringsten Anlass zur Selbstzufriedenheit. Im Gegenteil: Wir sollten uns alle sehr selbstkritisch fragen, warum es in Deutschland als einzigem Land Europas noch immer nicht gelungen ist, eine breite Bewegung zu schaffen, die sich der Islamisierungspolitik der heimischen Staatsführung und der im Hintergrund die Fäden ziehenden türkischen Regierung in den Weg stellt.

Dass Deutschland historisch vorbelastet sei und es jede nichtlinke Ausrichtung daher von Natur aus schwer habe, ist keine Entschuldigung. Im Gegenteil: In dieser Argumentation schwebt auch der Selbstvorwurf, warum wir es der staatlichen Propaganda so leicht machen, gegen alles und jedes sofort die Nazikeule zu zücken und schon die leiseste Andeutung von Kritik mundtot zu dreschen. Der Wahlkampf der FREIHEIT war, bei allem Respekt für den Einsatz und Mut dieser Partei, in dieser Hinsicht bezeichnend: Statt den Spieß umzudrehen und offensiv das sch abzeichnende Zweirassenrecht der Bunten Republikaner anzuprangern oder dafür einzutreten, dass unsere politischen Führer für ihre Mitverantwortung an der allgegenwärtigen islamischen Gewalt endlich vor Gericht gestellt werden, richtete man sich gern in der Rolle der Defensive ein und war so sehr damit beschäftigt, um das Wohlwollen der Presse zu buhlen und sich gegen ein diffuses „Rechts“ abzugrenzen, dass am Ende keinerlei Kernaussage mehr zu vernehmen war. Zum Vergleich sei an den Erfolg der Schill-Partei erinnert, die bereits zehn Jahre vor der FREIHEIT mit klaren Worten 19% in ihrer Heimatstadt Hamburg und aus dem Stand fast 5% auf Bundesebene holte.

Das Berliner Wahlergebnis der FREIHEIT war aber nicht nur die Quittung für eine desaströse Wahlkampfstrategie und eine Blamage gegenüber den anderen konservativen und politisch inkorrekten Parteien in Europa, es war auch eine internationale Peinlichkeit für die gesamte islam- und einwanderungskritische Bewegung in Deutschland. Wir sollten daher die Verantwortung für das nach wie vor schwachbrüstige Auftreten der Anti-Islamisierungsbewegung in Deutschland nicht bequem auf Parteien, Verbände und deren Funktionäre abwälzen. Wir alle sind aufgerufen, wir alle stehen in der Pflicht, gegen die geistigen Brandstifter in unserem Land aufzubegehren und die Bunten Republikaner mit ihrer multikulturalistischen und islamistischen Radikalität in die Schranken zu weisen. Die totale Zerstörung unseres Landes, unserer Kultur und unserer geistigen Freiheit durch eine verschworene Clique fanatischer Ideologen an der Staatsspitze werden wir nur verhindern können, wenn wir wahrhaben, dass die Rettung unserer Freiheitlichkeit und Selbstbestimmung nicht zum Nulltarif zu haben ist. Ein solches Ziel erfordert den persönlichen Einsatz jedes Einzelnen, und die Zauberworte zum Erfolg heißen Vernetzen, Organisieren, Gruppen bilden. Allein ist man niemand, nur in der Gemeinschaft ist man stark. Immer wieder aufs Neue gilt daher: vor Ort Gleichgesinnte suchen, sich Verbänden und Strukturen anschließen, mitmachen, mit Freunden Stammtische ins Leben rufen, sich regelmäßig zusammensetzen und kleine Aktionen überlegen, gegenhalten, Zeichen setzen, sich einmischen. Die Botschaft Pfarrer Weißelbergs an uns alle heißt: Aufstehen, raus aus dem Sofa und rein ins politische Engagement, jeder wird gebraucht. Wir alle stehen diesem Mann in der Pflicht, aktiv dafür zu sorgen, dass unsere politische Bilanz zehn Jahre nach seinem Tod deutlich besser ausfällt als nach fünf Jahren.