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Bizarres Propagandavideo über Kim Jong Un

Bizarres Propagandavideo über Kim Jong UnMedien bedeuten Macht für die Herrschenden, das ist in Europa so und natürlich erst Recht in Diktaturen. Die letzte Diktatur auf diesem Planeten, die dermaßen grotesk und irre daherkommt wie in Agentenfilmen, ist Nordkorea.

(Von Grindcore)

Der liebe Führer Kim Jong Il ist tot und sein Volk beweint seinen Verlust. Die gezeigten Tränen dürften authentisch sein, denn Jong Il war mehr als ein Führer für die Nordkoreaner. Er war ein gottesähnliches Wesen für viele Nordkoreaner, da er so im Staatsfernsehen gezeigt wurde. An dessen Stelle rückt sein Sohn, Kim Jon Un, der nun medial in die Stapfen seines Vaters tritt und das Volk an seine Präsenz gewöhnt.

Im Folgenden kann man sich das aktuele Propagandamaterial von Kim Jong Un anschauen. Es ist unglaublich pathetisch, was aber für asiatische Verhältnisse halbwegs normal sein dürfte. Interessant ist die Heroisierung über Chöre, Kameraperspektiven und die Schnitte. Die dem geneigten Leser hier vorliegende Dokumentation ist gleichzeitig bizarr und faszinierend, fast schon Kunst.

Auch ohne Kenntnisse der koreanischen Sprache ist das Propagandavideo in voller Länge zu empfehlen. Mir kullert eine Träne runter, wenn ich mir den jungen Jon Un anschaue, wie heroisch er Pferde reitet, Panzer fährt (Foto oben) und Hände schüttelt. Kein Witz, so gut ist die Propaganda. Und nach dem Schauen möge sich jeder für sich fragen – kann da überhaupt etwas gemacht werden, in einem Land, das bereits in der dritten Generation dieser Gehirnwäsche ausgesetzt ist?