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Nun stoppt ein Turmfalkenpärchen S 21

Erst Juchtenkäfer und Fledermäuse in den Bäumen – nun ein Turmfalken-Pärchen in Stuttgart. Der Naturschutzverband Bund teilte mit, daß sich ein streng geschütztes Turmfalkenpärchen zum Brüten auf dem Dach des ehemaligen Bahndirektionsgebäudes H7 (Foto) eingerichtet habe. Der Verband forderte, „sofort die Abrissarbeiten am H7 und am Südflügel zu stoppen, bis der genaue Sachverhalt geprüft ist“, sonst droht er mit rechtlichen Schritten. 

Der Bahn-Projektsprecher teilte auf Anfrage mit, daß die Bahn sofort das Eisenbahnbundesamt informiert und die Arbeiten im gefährdeten Bereich eingestellt habe. „Außerdem habe die Bahn einen Ornithologen und die ökologische Bauüberwachung auf die Baustelle geschickt, um den Verdacht zu prüfen.“ PI hat keinen Ornithologen an Bord, vermutet aber, daß Turmfalken auch fünf Jahre im selben Nest bleiben können. Außerdem lädt das bereits eingerissene Loch (Foto) sicher weitere Tierarten zur Besiedlung ein.

Vom Bau der ersten Strecke von Nürnberg nach Fürth von sechs Kilometern im Jahr 1835 wurden bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 62.000 Kilometer Gleise verlegt und hunderte Bahnhöfe gebaut, das meiste davon innerhalb weniger Jahre. Der neue Bahnhof in Stuttgart, von dem noch kein Stein steht, dauert bereits 20 Jahre. Was für eine grüne Gurkenrepublik sind wir geworden?