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Dickicht, Sumpf, wildes Wuchern – der Nationalsozialistische Untergrund

Obwohl jedem drittklassigen Hobbydetektiv die vielen offensichtlichen Ungereimtheiten im Falle des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ sofort ins Auge springen, werden diese von den führenden Medien kaum thematisiert. Felix Krautkrämer von der konservativen Wochenzeitschrift „Junge Freiheit“ hat in einem Gastbeitrag für die rechtskonservative Zeitschrift „Sezession“ jene zusammengetragen, zum Beispiel:

Laut Bundesanwaltschaft soll den Ermittlern bereits noch am Tag des Überfalls aufgrund von Fingerabdrücken bekannt gewesen sein, daß es sich bei den zwei Toten im Wohnmobil um die 1998 untergetauchten Rechtsextremisten handelt. Dennoch erfährt die Öffentlichkeit erst vier Tage später davon – durch eine Pressemitteilung der Linksfraktion im Thüringer Landtag, die den mutmaßlichen politischen Hintergrund der beiden Bankräuber enthüllt.

Ähnlich verhält es sich mit einem weiteren entscheidenden Beweismittel in dem Fall, dem angeblichen Bekennervideo des NSU. Dieses hatte der Spiegel öffentlich gemacht. Der wiederum hatte es exklusiv vom linksradikalen »Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin« gekauft. Wie die Einrichtung an die DVD gekommen ist, will sie nicht sagen. Möglicherweise erhielt sie es von einem der Empfänger, an die das Video nach dem Tod von Böhnhardt und Mundlos geschickt wurde. Zu diesen zählten auch Büros der Linkspartei. Offiziell soll Zschäpe die Videos verschickt haben, allerdings wurden einige Exemplare auch unfrankiert in Briefkästen gesteckt, in Städten, in denen sich Zschäpe auf ihrer mehrtägigen Flucht nachweislich nicht aufhielt. Die Ermittler können dieses Rätsel bislang nicht lösen.

Und das sind nicht die einzigen Fragen, die im Zusammenhang mit dem Ende von Mundlos und Böhnhardt unbeantwortet bleiben. Warum schossen die beiden nicht auf die zwei Polizisten? Immerhin hatten sie drei Pistolen, zwei Revolver, zwei Pumpguns und eine Maschinenpistole bei sich. Skrupel, auf Polizisten zu schießen, dürften die beiden kaum gehabt haben. Immerhin sollen sie 2007 die Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn heimtückisch erschossen und ihren Kollegen lebensgefährlich verletzt haben. Warum hatten sie Kiesewetters Dienstwaffe überhaupt zu dem Bankraub mitgenommen? War ihnen nicht klar, daß sie im Falle einer Festnahme sofort auch mit dieser Tat in Verbindung gebracht würden? Gleiches gilt für die mehr als 23000 Euro, teilweise noch mit Banderolen versehen, die aus einem Überfall stammten, den Mundlos und Böhnhardt knapp zwei Monate zuvor im thüringischen Arnstadt begangen haben sollen – Überheblichkeit oder Leichtsinn? Letzteres ist so gut wie ausgeschlossen, sonst hätten sie kaum unerkannt 13 Jahre lang die ihnen zur Last gelegten Verbrechen begehen können.

Zum lesenswerten Beitrag, welcher viele weitere von den führenden Medien nicht gestellte Fragen aufwirft, gehts hier lang. Wer den Artikel in gedruckter Form nochmals nachlesen möchte, kann die aktuelle Sezession hier erwerben (ein Probeheft gibts kostenlos).