- PI-NEWS - https://www.pi-news.net -

Aleviten in Bayern fordern Scharia-Verzicht

PAZ [1]Die Preußische Allgemeine Zeitung berichtet als einziges Medium in Deutschland über eine eminent wichtige Forderung der Alevitischen Gemeinden in Bayern: Sie wollen von den Islamverbänden die Distanzierung von der Scharia, denn aus ihrer Sicht sei sie zusammen mit dem politischen Islam „das Haupthindernis der Integration von Islamangehörigen und die Hauptgefahr für das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Glaubensrichtungen“. Bezeichnenderweise ist der als so „modern“ und „aufgeklärte“ Imam Bajrambejamin Idriz strikt dagegen und unterstellt den Aleviten, sie würden sich „eine extremistische islamfeindliche Strömung“ zu eigen machen.

(Von Michael Stürzenberger)

Die Preußische Allgemeine schreibt:

„Aufruf zur Distanzierung von der Scharia anlässlich der Forderung von Dr. Aydin Findikcis“, lautet die schlichte, dafür aber umso bedeutsamere Überschrift einer gemeinsamen Presseerklärung von Vereinen und Verbänden der Alevitischen Gemeinden in Bayern. Findikcis ist Vordenker der Initiative „Ich akzeptiere das Grundgesetzbuch, ich will keine Scharia“, die allerdings weit von einer Massenbewegung entfernt ist und angesichts der Reaktionen auf die Presseerklärung wohl auch nie eine werden wird. Doch das hält die Aleviten in Bayern nicht davon ab, zu betonen, dass aus ihrer Sicht „die Scharia (der politische Islam)“ das Haupthindernis der Integration von Islamangehörigen und die Hauptgefahr für das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Glaubensrichtungen sei.

Obwohl immer wieder gefordert wird, die Muslime sollten sich besser in die Gesellschaft integrieren, reagierten die deutschen Medien auf das Bekenntnis der bayerischen Aleviten mit Schweigen. Ali Dogan, Generalsekretär der Alevitischen Gemeinde Deutschland e.V., betonte gegenüber der PAZ, dass der Bundesverband der Aleviten generell hinter der Erklärung des bayerischen Landesverbandes stehe, und bedauerte, dass es bisher keine positiven Reaktionen gebe.

Kritik kommt dafür aus den Reihen der Muslime selbst. So unterstellte der Imam der Penzberger Moschee in München, Bajrambejamin Idriz, die Aleviten, selbst Muslime, würden sich eine extre- mistische islamfeindliche Strömung zu eigen machen. Der umstrittene Imam betont, dass man die Scharia nicht mit dem Grundgesetz auf eine Stufe stellen könne, und wirbt für diese, ohne darauf einzugehen, dass in anderen Ländern im Namen der Scharia gefoltert, gesteinigt und entrechtet wird.

Imam Idriz entlarvt sich immer deutlicher als Wolf im Schafspelz. Und die Münchner CSU, in deren Reihen Dr. Findikci seit mittlerweile über zehn Jahren vergeblich versucht, diesen Scharia-Verzicht ins politische Programm zu befördern, offenbart ihr komplettes Versagen beim Thema Islam. Die FREIHEIT hingegen hat diesen wichtigen Ansatz der Aleviten aufgegriffen und ihn zu einer kompletten Verzichtsforderung auf alle verfassungsfeindlichen Elemente [2] des Islams ausgebaut.

Die CSU stimmt wie alle anderen etablierten Parteien und die allermeisten Medien in dieses „Schweigen der Lämmer“ ein, obwohl wir es mit einer der wichtigsten gesellschaftspolitischen Fragen des 21. Jahrhunderts zu tun haben. Die einzige wohltuende Ausnahme [3] in diesem Fall ist die Preußische Allgemeine Zeitung, die meines Erachtens auch die Zeitung in Deutschland ist, die den Positionen von PI momentan am nahesten kommt.

Was die Aleviten anbelangt: Sie sind eigentlich keine richtigen Moslems mehr, da sie den Koran nicht wörtlich nehmen. Daher werden sie, immerhin etwa 15-25% der türkischen Bevölkerung, von den Sunniten nicht als Moslems anerkannt und immer wieder verfolgt, diskriminiert sowie bisweilen auch getötet. In dieser Weltspiegel-Reportage [4] ist zu sehen, wie schlimm die Situation der Aleviten in der Türkei ist. Darin werden auch Aufnahmen von dem Massaker 1993 in Sivas gezeigt, bei dem 37 Aleviten in einem Hotel von einer etwa 20.000 Menschen zählenden aufgebrachten Menge Sunniten verbrannt wurden. Es wird berichtet, dass vereinzelte Polizisten sogar behilflich gewesen sein [5], anrückende Militäreinheiten sich wieder zurückgezogen und die Menschenmassen die Feuerwehr bei den Löscharbeiten behindert haben sollen.

Die deutsch-türkischen Nachrichten mutmaßen gar, dass die alevitischen Opfer von dem Mob erschossen worden sein sollen [6], bevor sie dann in dem Hotel verbrannt wurden. Dies sei bei den Ermittlungen sowohl juristisch als auch kriminologisch verschleiert worden.

Am 11. November 2007 wurden die Gräber der Sivas-Opfer in Ankara, Karsiyaka beschädigt. Die Gedenkmauer ist dabei komplett zerstört worden. Kurze Zeit später kam es erneut zu einer Beschädigung der Sivas-Gedenkstätte durch unbekannte Täter.

Es soll bis heute keine Entschuldigung und keine Aufarbeitung des Anschlags geben, ein Beispiel für den „tiefen Staat“ und die heftigen innertürkischen Konflikte, bei denen die schwierige Stellung der Aleviten einen wichtigen Bestandteil ausmacht.

Und solch ein Staat erdreistet sich, der Bundesrepublik Deutschland Vertuschung beim NSU-Terror oder bei diversen „Brandanschlägen“ zu unterstellen, obwohl jene in den allermeisten Fällen vielmehr auf Stromklau oder unsachgemäße Selfmade-Elektroinstallationen zurückzuführen waren.

Beitrag teilen:
[7] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14]
[15] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14]