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Grünen-Urwahl zur Europawahl wird zum Fiasko

[1]Reden wir mal über die „Avantgarde von gestern“, die Grünen. Obwohl, grün sind sie schon lange nicht mehr, eher grau mit vielen roten Punkten, aber jedenfalls von gestern. Aber das soll jetzt nicht das Thema sein.

(Von Peter Helmes)

Die grünen Fräuleins und Männleins hatten sich mächtig ins Zeug gelegt. Sie wollen ja beweisen, daß sie allesamt stramme „Europäer“ sind – als ob es so etwas überhaupt gäbe. (Für Begriffsstutzige: Europa besteht immer noch aus Völkern und nicht aus „Europäern“: Nämlich aus Franzosen, Spaniern, ja sogar Deutschen – auch wenn sie nur noch Spurenelemente einer Multikulti-Gesellschaft zu werden drohen – und all den anderen Völkern.) Mit mindestens 100.000 Stimmen hatten sie gerechnet, bei einer Farce namens „Green Primaries“, für die vier ausgewählte Kandidat_innen kreuz und quer durch Europa ritten, um sich dem (häufig fehlenden) Volk vorzustellen und als Kandidat_innen zu empfehlen.

Mich interessiert nun das Gerangel um die Plätze auf der Europaliste der Grünen überhaupt nicht. Kein Mensch kennt die Namen. Und ob Ska Nobody oder Rebecca Irgendso auf Platz X oder Y stehen, interessiert mich schon gar nicht; denn sie haben mir eh nix zu sagen. Mich interessiert mehr, was sich die Parteiführung mit Verursacher Reinhard Bütikofer bei diesem Wahnsinnsakt gedacht haben. „Green Primary“ – da haben sie wohl eine Anleihe bei den international geachteten „US-Primaries“ geholt (O-Ton Bütikofer: „Ein Politiker wie Bill Clinton ist erst durch die Primaries zum Player geworden“).

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Aber es ist auch hier wie im richtigen Leben: Wer mit den Großen pinkeln will, muß erst einmal lernen, das Bein richtig hochzukriegen. Willkommen im Café Größenwahn, zu dem auch ihr Europawahlkampf-Motto gehört: „Du entscheidest Europa!“ Da wackelt der Schwanz mit dem Hund. Europa hält den Atem an, wenn der grüne Hund bellt. „Hasso, sitz!“ Wetten wir, daß sich die Grünen brav auf die Hinterbank setzen, wenn sie denn ins EP einziehen sollten? Die Meßlatte von drei Prozent in Deutschland ist schon sehr hoch. „Sic transit gloria mundi“ – die Grünen weinen ihrer Vergangenheit nach, haben aber noch nicht kapiert, daß sie kaum jemand vermißt. Was an ihren Primaries zu beweisen ist:

Überwältigende 20.000 Stimmabgaben! [3] Das beeindruckt sogar Bütikofer, der sich dieses Abenteuer hatte einfallen lassen. Und wo er recht hat, hat er recht: 20.000 Stimmen! Toll! Man stelle sich so viele Menschen in einem Fußballstadion vor, und das Stadion dann mitten in Europa, und dann drum herum rd. 380 Millionen Bürger. Da braucht man wohl eine Lupe, um den kleinen grünen Krümmel zu erkennen. Die Grünen erringen also ein Ergebnis, das sich mathematisch kaum darstellen läßt: Es nähert sich der (gibts das überhaupt?) 0,005-Prozent-Marke. (Und wenn es 30 oder 40.000 Stimmen wären, änderte das nichts am Fiasko – Doppel- und Mehrfach-Stimmabgaben nicht einmal gegengerechnet. Man durfte nämlich auch per Handy abstimmen; wer also mehrere Handys hat…). Wurscht, die wahre Bedeutung bzw. die Einschätzung der wahren Bedeutung der Grünen in Groß-Europa liegt somit auf der Hand. Spreche aus förmliche Anerkennung, Herr Wahlkampfleiter!

Abstimmberechtigt waren übrigens alle Grünlinge ab 16 Jahren, aber auch Sympathisanten der Grünen. Im letzteren Falle mußte man aber den Namen, die e-mail-Adresse, Geburtsdatum etc. angeben, auf daß die Grünen beweisen mögen können, daß sie viel vom Datenschutz halten – wenn sie erst einmal möglichst viele Daten haben. Keine Überraschung ist dann, daß die Grünen eine Absenkung des Wahlalters auf zehn Jahre (!) befürworten. Ist bei deren Vergangenheit klar: Man wollte nicht nur die Hoheit in den Kinderbetten, sondern auch über den Betten. Mann, müssen die verzweifelt sein!

Was wohl auch zu einer neuen und notwendigen grünen Erkenntnis gehören sollte. Wir einfachen Bürger-Tölpel schaffen es einfach nicht, die höhere Erkenntnisstufe der Grünen zu erreichen: Wir wollen keine höheren Stromkosten, wir wollen Windräder nur da, wo Wind ist, wo Mensch und Tier nicht nervlich oder körperlich geschreddert werden. Schon gar nicht wollen wir uns vorschreiben lassen, wie wir zu leben haben. Ob ich kein Fleisch esse oder nur einmal in der Woche oder jeden Tag, das geht niemand etwas an, die Grünen schon gar nicht.

Da klettern etliche von ihnen auf die Bäume und schreien: „Schützt die Natur!“ Find ich gut! Aber Vorsicht, da gibt´s wieder andere Grüne, die sägen an diesen Bäumen, weil sie Beton gießen wollen für die Fundamente der Wind-Mordanlagen. Und statt herrlicher Waldwanderwege kriegen wir zunehmend Betonpisten für die Anfahrt zu den Ungeheuern. Glaubt Ihr Grünen wirklich, wir seien so blöd, das alles zu fressen, was Ihr uns vorsetzt? Schon bei der Bundestagswahl im letzten September sind Euch die Wähler in hellen Scharen davongelaufen. Lauft bitte hinterher, und kommt nicht wieder zurück! Der grüne Mohr hat seine Schuldigkeit getan, jetzt ab in die vorgezogene Altersrente. Oder kauft Euch eine Insel im Amazonas – mitten in der Natur.


Zum Autor: Peter Helmes (*1943) ist Mitglied der CDU seit 1959 und war Bundesgeschäftsführer der Jungen Union, Generalsekretär der „Internationalen Jungen Christdemokraten und Konservativen“ und Hauptgeschäftsführer der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung. Bei der Bundestagswahl 1980 war er Mitglied im Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß. Helmes ist Autor des vielbeachteten Buchbandes „Die Grünen – Rote Wölfe in grünem Schafspelz“ [4] und betreibt den Blog „Conservo“. [5]

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