1

„Runder Tisch“ mit Kretschmann wird zur Farce

Am 27. März wird es in Stuttgart einen „Runden Tisch“ zum „Bildungsplan 2015“ geben. Teilnehmen werden der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann und mehrere Kirchenvertreter. Viel interessanter ist aber, wer alles nicht teilnehmen wird.

Der von der Landesregierung fachverantwortliche Kultusminister Andreas Stoch (SPD) will nach eigenem Bekunden nicht an den Gesprächen mitwirken. Ausdrücklich nicht eingeladen sind die Vertreter der Initiative „Besorgte Eltern“, die Initiatoren der Petition „Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“ und die Organisatoren der beiden Demonstrationen auf dem Stuttgarter Schlossplatz.

Bildungsplandemo13

Kretschmann ließ vorab durchblicken, dass er nicht daran interessiert ist, wesentliches zu ändern. Im Gegenteil, er erklärte zum Widerstand gegen den Bildungsplan: „Deswegen werden wir mit Sicherheit nichts verschieben“. Wie „ernst“ er seine Gesprächspartner nimmt, bzw. dass er nur formell gewillt sein wird, ihnen zuzuhören, zeigt zudem folgende Einlassung des grünen Landeschefs: „Ich werde versuchen, aufklärend zu wirken“. Außerdem nennt er die Vorwürfe der Bildungsplangegner zum Teil „haltlos und abwegig“. Nach wie vor ist er tief besorgt, dass die Diskussion „Formen eines Kulturkampfes angenommen“ habe. In diesem Zusammenhang hätte Kretschmann in Richtung der „Grünen Jugend“ deeskalierend wirken können, was er aber bis heute unterließ. Diese bezeichneten die Demonstranten gegen den Bildungsplan als „homophoben Schlossplatz-Mob“ . Daher ist seine Ankündigung, weiter für die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ auch in einem überarbeiteten Bildungsplan einzutreten, nichts weiter als eine Kampfansage an all jene zu werten, die nicht so denken und handeln wollen, wie Grün-Rot es will.

Bildungsplandemo14

Es besteht bei den anstehenden Gesprächen die reelle Gefahr, dass nur Kosmetik betrieben wird, da ein bloßes hinauszögern und totlaufen der Debatte momentan noch nicht möglich erscheint.

Eine Variante, wie ein fauler Kompromiss aussehen könnte, zeigt folgendes Szenario: Die Landesregierung einigt sich mit selbst ausgesuchten Kirchenvertretern auf die Überbetonung weiterer „Rand“-Gruppen im Bildungsplan.

Die Folge wäre nur noch mehr Verwirrung für Lehrer und Schüler. Zudem sind im bisherigen Bildungsplan schon jegliche Minderheiten im Lehrplan abgebildet. Eines würde bei dem beschriebenen Szenario in den Plänen zum „Bildungsplan 2015“ dennoch weiter Bestand haben: Die fächerübergreifende und werterelativierende Darstellung von Ehe und Familie zugunsten homosexueller, lesbischer oder sonstiger sexueller Orientierungen.

Ehe und Familie sind biologisch – logisch – und für jede Gesellschaft wertvoller als alle anderen Formen menschlichen Zusammenlebens. Diese Erkenntnis darf freilich nicht zur Ausgrenzung und Diffamierung Anderer führen. Letztlich darf aber nur das in den Bildungsplan Einzug halten, was auch wissenschaftlich begründbar ist. Ideologische Ideen dürfen nicht zum Inhalt des Lehrplans werden. Deshalb: Wissenschaft vor grün-roter Gender- Ideologie!

Sollten die anstehenden Gespräche keine signifikante Änderungen zur Folge haben, ist mit wachsendem Widerstand zu rechnen. „Wir kommen wieder!“, riefen die über 1500 Teilnehmer auch bei der 2. Demonstration gegen den Bildungsplan in Stuttgart. Es zeichnet sich bereits jetzt ab: Der Bildungsplan hat die Sprengkraft zum „Fukushima“ für die grün-rote Landesregierung zu werden. Eine weitere Demonstration gegen den „Bildungsplan 2015“ ist bereits in Planung!

» Kontakt: winfried.kretschmann@gruene.landtag-bw.de