1

Abschied eines Juden aus Europa: „Für unsere Kinder, bevor es zu spät ist“

judenhass2Während wir versuchen, der Selbstverteidigung Israels gegenüber seinen Erzfeinden gerecht zu werden, erleben wir in unseren Medien und auf den Straßen Europas, dass Israel nicht genug Freunde hat, ja dass den Juden offener Hass entgegenschlägt. Durch weit geöffnete Grenzen hat man diese Israel-Feinde ins Land geholt und eigene Feinde gezüchtet. Wir sind dabei, unsere westlichen Werte zu verschleudern. Wir müssen nicht Raketen abwehren. Noch versuchen wir, unsere erworbenen Werte und Rechte zu genießen. Aber sind wir auch bereit, sie wirklich zu verteidigen?

(Von Alster)

Hugo Rifkind, Autor der Times, meinte in einem Beitrag des Magazins „The Spectator“, Israel bewege sich vom Westen weg. Der Autor Douglas Murray entgegnete im gleichen Magazin: „Es ist Israel, das immer noch ein wirklich westliches Land ist. Weit mehr, als viele Teile Westeuropas es jetzt sind. Es ist der Westen, der sich langsam aber sicher von Israel und sich selbst entfernt. Es ist Israel, das seine Geschichte nicht verleugnet und ernsthaft darüber nachdenkt, wofür es steht und existiert. Es ist Israel, das westliche Werte ernst nimmt und für das Überleben dieser Werte kämpft.“

Inzwischen verlassen Juden Europa, da sie sich nicht mehr sicher fühlen können und für ihre Kinder eine bessere Zukunft suchen. In einem Video erklärt der (unbekannte) Verfasser, warum er mit seiner jüdischen Familie Belgien verlassen muss: der Anstieg des Antisemitismus, Antizionismus, die Angriffe von Toulouse, Islam(ismus) etc.

In der kurzen Zeit vom Februar bis Juli 2014 wurden in Brüssel mehrere Juden ermordet. Allein bei dem Anschlag auf das jüdische Museum wurden vier Personen getötet. Übergriffe und Gewalt-Demonstrationen gegen Juden sind dazugekommen, entfacht durch den von der Hamas intensivierten Krieg gegen Israel. Und seither bricht sich die Gewalt und der offen zu Tage tretende Hass gegen Juden Bahn in Europa. Deshalb ist diese Videobotschaft, die schon 2012 aufgenommen wurde, nach wie vor sehr aktuell. Hier die Übersetzung in etwas verkürzter Form:

Liebe Freunde!
Dieser Tag ist etwas Besonderes, weil wir das letzte Mal eine Gesellschaft in diesem Haus haben, in dem wir so viele glückliche Jahre verbrachten. Wie Sie wissen, beschlossen meine Frau und ich, zusammen mit unseren Kindern, in die Vereinigten Staaten zu reisen. Wir fliegen in ein paar Tagen und nehmen all Eure Liebe, Freundschaft und – am besten von allen – die Hoffnung auf eine bessere Welt für unsere Kinder mit.

Unsere Großeltern emigrierten nach Belgien, und sie haben sowohl unseren Eltern als auch uns, die hier geboren wurden, die Achtung vor den Institutionen und Gesetzen des Landes mitgegeben..

In vielen Jahren haben wir eine Menge in Belgien und Frankreich erlebt, unter anderem:

Es kann positiv sein, dass Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen durch Familienzusammenführung in unserem Land vereint werden, aber nicht, wenn sie statt sich zu integrieren versuchen, uns ihre Gesetze aufzuzwingen. Diese Zusammenführungen haben zur größten Migration von Menschen in der europäischen Geschichte geführt.

Wir sehen die Polizei vor jüdischen Schulen, Betonsteine vor Synagogen, um den Schock möglicher Autobomben zu dämpfen. Dämonisierung von Israel in den Medien. Einen Moslem, der an einer jüdischen Schule in Toulouse kaltblütig Kinder ermordete.

50.000 Muslime marschierten am 11. Januar 2009 durch Brüssel und skandierten unter anderem „Israel, Nazi“ und Tod den Juden“. Politische Vorsitzende vieler Parteien führten die Demonstrationen an. Kidnapping, Tortur und Ermordung von Ilan Halimi in Paris.

Öffentliche Schulen in Brüssel und Gefängnisse, die Halal-Essen servieren, und katholische Schulen, die ihren Lehrern vorschreiben, Ramadan zu respektieren. Bus-Fahrer, die den Bus zu Gebetszeiten stoppen, um mitten im Dienst beten zu können.. Die Entfernung des Weihnachtsbaumes im Brüsseler Gerichtsgebäude und der künstliche Baum auf dem Grand Place, auch wenn unsere Gewählten versichern, dass es nicht durch den Druck von Muslimen geschieht.

Karel De Gucht, Mitglied der Europäischen Kommission, der es als schwierig ansieht, mit der „jüdischen Lobby“ zu verhandeln. Die Vereinten Nationen, wo der Iran sagen kann, dass er Israel von der Landkarte entfernen wolle, ohne dass es jemanden interessiert. Granatenangriff in einem jüdischen Supermarkt in Sarcelles, Frankreich, im September 2012. Baudouin Loos, Ricardo Guttierez und Serge Dumont, die beharrlich ihre antisemitischen und/oder anti-israelischen Texte in Le Soir (belgische Zeitung) verbreiten und ihre Redakteure sind mehr als überglücklich über die Veröffentlichungen.

Es vergeht keine Woche, in der man nicht von neuen antisemitischen Vorfällen hört oder israelkritische Artikel liest, auch in La Libre (belgische Zeitung).

Kennen Sie den Unterschied zwischen einer belgischen und einer israelischen Journalistin? Die israelische wird in Belgien nicht zugelassen! Zionismus (nächstes Jahr in Jerusalem, wird dieser wunderbare Gedanke 5.700 Jahre alt) ist nun fast gleichbedeutend mit Rassismus. ….

Jabal Ikazban, Abgeordneter in Brüssel, der Plakate publiziert hat, die an die 1930er Jahre erinnern, hatte bei der letzten Wahl in Belgien ein Abzeichen mit der palästinensischen Flagge auf seiner Jacke. Er gilt als bewundernswerter Mann mit Werten, die von der Belgisch-Französisch Sozialistischen Partei reflektiert werden…In seinem Haus in Anderlecht wurde ein Waffenarsenal gefunden, und dann … wird es ruhig im Radio! Die BDS-Bewegung … vergleicht Israel mit Apartheid. Der Verband Französisch sprechender Studenten stimmte dafür, israelische Universitäten zu boykottieren; gut, dann können die kleinen Wallonen stattdessen Erfahrungen mit Universitäten in Saudi-Arabien, Ägypten und Syrien austauschen.

Laurent Louis, belgischer Politiker, zertrampelte und verbrannte die israelische Flagge in Uccle bei einer Demonstration vor der israelischen Botschaft. Obendrein musste Dan Sluijzer vor einigen Wochen seiner 15-jährigen Tochter Océane sagen, dass ihre muslimischen Klassenkameraden in der Pagode Highschool – die sie zwei Jahre zuvor brutal verprügelt hatten, während sie „dreckige Jüdin, geh zurück in dein Land “ riefen, nicht angezeigt werden, weil der stellvertretende Generalstaatsanwalt die Sache fallengelassen hat, aufgrund des jungen Alters der Angreifer. Er schuf damit einen Präzedenzfall zur völligen Immunität und Unterstützung von antisemitischen Taten. Vielleicht hat auch er Angst, Zielscheibe der Wut zu werden?

In meinem Heimatland kann man heute ungestraft Juden verprügeln und, wie vor kurzem in Aartselaar, „den Job für die Nazis beenden.“

Ich könnte stundenlang alle antisemitischen Handlungen, die sich in Europa in den letzten paar Jahren abgespielt haben, aufzählen – von Ungarn bis Schweden, von Rumänien bis Griechenland und natürlich in Frankreich, wo Juden zwischen dem Islamfaschisten Tariq Ramadan und dem hirnlosen Dieudonne (antisemitischer „Komiker) mit der „Quenelle-Geste“ leben.

Wird es wieder Konzentrationslager in Europa geben? Wahrscheinlich nicht! Wird sich die Kristallnacht wiederholen? Vielleicht nicht …

Aber wenn einer dieser „zwischen ein bis dreihundert“ belgischen Dschihadisten, die jetzt in Syrien kämpfen, zurückkehrt und wie ein Held von vielen jungen Muslimen in Brüssel begrüßt wird, und beschließt, „sich der jüdischen Frage anzunehmen“ durch Angriffe auf unsere Kinder, dann möchten weder meine Frau noch ich später hören müssen, wie fast die gesamte politische Elite erklärt, dass es nur ein Einzelfall war, und dass dieses „Gefühl der Unsicherheit“, der Paranoia, der jüdischen Gemeinde zuzuschreiben ist, und dass sie weiter politisch an der Integration arbeiten müssen, um so etwas zu vermeiden!

Islam-Phobie? Absolut nicht! Islamistische Phobie? Absolut! Und es ist höchste Zeit, dass mutige Muslime, die es wagen, sich zu widersetzen, unterstützt werden – nicht nur durch Polizeischutz – auch von ihren Glaubensbrüdern, Medien und Politikern in Belgien, Frankreich und Europa, um die Demokratie und Freiheit zu verteidigen. Wir wollen, dass die Bürgerinnen und Bürger unabhängig von Religionszugehörigkeit, Rasse, sexueller Orientierung oder Nationalität gleichwertig sind.

Meine Frau und ich lieben unsere Familie, unsere Freunde, unser Belgien. Wir wissen, dass das Gras grüner ist hier, nicht nur wegen des vielen Regens, sondern auch, weil es ein Land des Überflusses ist… Ein Land, so reich, dass es den Luxus des Jahrzehnte alten politischen Gezänks zwischen Flamen, Wallonen und Brüssels Bürgern gut aushalten kann. Ein Land, in dem sich die Bürger selbst nicht zu ernst nehmen und diejenigen, die treu gegenüber der Nation sind, gerne am internationalen Handel und Organisationen teilnehmen möchten. Ein Land im Herzen von Europa, dessen Hauptstadt Brüssel eine der schönsten und bekanntesten „Marken“ in der Welt ist. Ein Land, in dem wir, wie in einer Nussschale ein gutes Leben hatten. Ein Land, in dem unsere Kinder Kontakt mit ihren Großeltern, Onkeln und Tanten hatten – jede Woche und bei Familienfeiern der großen Feiertage und anderen Veranstaltungen.

Und doch, trotz unserer Zuneigung für dieses Land, haben wir festgestellt, dass unsere Kinder in Belgien keine Zukunft haben. Es ist traurig, Belgien zu verlassen, aber wir sind sehr glücklich, dass wir in der Lage sind, in die Vereinigten Staaten einwandern zu können. Freiheit ist kein Selbstläufer.

Seit 1776 haben die Amerikaner das immer so verstanden und die Freiheit geschützt, auch die beiden Male, als sie geholfen haben, Europa zu befreien, so dass meine Eltern nicht mehr „versteckte Kinder“ sein mussten und mein Vater nicht mehr gezwungen war, den gelben Stern zu tragen. Amerika ist ein Land, das sich ständig erneuert und an seiner Zukunft durch die Integration von Menschen aus der ganzen Welt baut, so wie Israel!

Wir wissen, wir sind dort willkommen, dass unsere Kinder dort gedeihen und am Unterricht mit Gleichaltrigen teilnehmen und nicht wie Aussätzige betrachtet werden und dass Juden genauso, wie andere hier ihren Platz haben, solange sie die Verfassung und die Gesetze respektieren.

Das, was mit Océane, Illian, mit den Kindern in Toulouse, und mit Cindy und Ruth passierte, wird dort nie ohne Empörung und Wut der Bevölkerung, der Medien und der politischen Welt geschehen. Wie Einstein sagte: Die Welt wird nicht durch das Böse vernichtet werden, sondern durch Gleichgültigkeit.

Der Autor der Rede ist nicht bekannt. Er muss die jetzigen grausigen anti-israelischen Demonstrationen in Europa nicht miterleben.

Hier die Aufnahme der Rede:

(Übersetzung von Alster)