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Bald steuert Big Brother dein Auto

autoWer heute über einen Automobilsalon schlendert, der wähnt sich ja mitunter ohnehin schon auf einer Elektronikmesse. Das Auto ist ein Hochleistungsrechner mit vier Rädern geworden. Aus dem zügellosen Verkehrsgeschehen dürfte daher über kurz oder lang eine streng geregelte Datenwolke werden. Unsere Autos sind dann so etwas wie individuelle Kabinen einer Straßenbahn. Nur Autos sind es nicht mehr. Das Wort Auto kommt ja vom griechischen Wort Autonomie, das einen Zustand der Selbstständigkeit, Selbstverwaltung und Entscheidungsfreiheit bezeichnet.

Doch damit dürfte es hinterm Steuer rasch zu Ende sein. So wird von der EU bereits an Systemen geforscht, mit denen Verkehrssünder automatisch zum Stillstand gebracht werden können. Der Schritt von der Zivilisierung zur Bevormundung ist halt ein kleiner.

Die Überwacher werden alles wissen: Wann wer wohin wie schnell und unter Missachtung welcher Verkehrsvorschriften gefahren ist. Wer dieses Risiko nicht eingehen will, der gibt das Steuer freiwillig an Big Brother ab. Der heißt dann Verkehrsleitsystem und hat günstigere Versicherungstarife als so ein fehlbares menschliches Wesen.

Wer darauf besteht, das Steuer selbst in der Hand zu behalten, der macht sich dann verdächtig. So wie heute schon beim Zahlungsverkehr. Unser Finanzminister bezeichnete Bargeld ja unlängst schon als „intransparentes Zahlungsmittel“, das vor allem „Geldwäschern“ zugute komme. (Auszug aus diesem Artikel auf der Achse! Auch ich gebe meinen alten Mercedes freiwillig nicht her.)