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Stuttgart: Demo gegen Abtreibungsklinik

abtreibungsdemo1 [1]Am Freitag, den 14.11. demonstrierten 100 Lebensschützer vor dem Stuttgarter Rathaus gegen die Abtreibungsklinik Stapf. Über 20 Gegendemonstranten aus Antifa und Grüner Jugend störten die Kundgebung massiv. 50 Polizisten mussten die Demonstranten vor Übergriffen aus dem linksradikalen Lager schützen. Trotzdem kam es vereinzelt zu kleineren Tätlichkeiten und auch mehreren Sabotageakten an der Lautsprecheranlage. Schützenhilfe gab zudem die lokale Presse. In der Berichterstattung vor und nach der Veranstaltung wurden die Abtreibungsgegner in die fundamentalistische und rechtspopulistische Ecke geschrieben. Natürlich durfte dabei auch eine facettenreiche Opfer-Täter Umkehr nicht fehlen.

Wie im Aufmacher zu lesen ist, hieß es nach der Kundgebung einen Tag später in den Stuttgarter Nachrichten: „Demonstranten bei Abtreibung auf Kollisionskurs“. In der dazugehörigen Bildunterschrift hieß es noch verdrehter:“Auf Konfrontationskurs: Abtreibungsgegner treffen auf dem Marktplatz [2] auf linke Gegendemonstranten“. So entstand für den unbedarften Zeitungsleser der Eindruck, dass die Abtreibungsgegner die Aggressoren gewesen sein mussten.

Aber auch in den Tagen vor der Kundgebung wurden Artikel mit reißerischen Überschriften versehen, die die Abtreibungsgegner kriminailisieren und somit öffentlich diskreditieren sollten. Eine übliche Vorgehensweise die, losgelöst vom Thema Abtreibung, heute allgemein jene trifft, die politisch inkorrekte Meinungen öffentlich vertreten.

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Die Stuttgarter Nachrichten titelten über einem ganzseitigen Artikel „Die Stadt trotz den Drohungen [4] – Stillschweigen soll fanatische Abtreibungsgegner lahmlegen“. Um es vorwegzu nehmen. Im Artikel ist kein einziger Sachverhalt, der die Bezeichnung „Drohung“ verdient hätte, zu finden. Auch das in der Überschrift angekündigte „Lahmlegen-wollen“, zeigt den undemokratischen Umgang mit den Abtreibungsgengnern ganz offensichtlich.

Als „fanatisch“ ist hingegen nur der Artikel selbst einzustufen. Im Kommentar der Redakteurin Barbara Czimmer-Gauss wurden die angekündigten Sprecher der Kundgebung in ihren Umschreibungen gar in die Nähe von Nationalsozialisten gerückt. AfD-Stadträte wurden durch die Redakteurin dazu aufgefordet, sich von den Abtreibungsgegnern zu distanzieren. Diese hatten ihre Einwände an den zukünftigen möglichen neuen Vermieter der Abtreibungsklinik und auch an Politiker gerichtet. Czimmer-Gauss umschrieb dies mit „beliebte Methoden in Diktaturen“ und weiter schrieb sie an die Adresse der AfD-Stadträte:

Ein Demokrat aber sollte sich davon distanzieren. Sonst gerät er in den Verdacht, er habe sich der Demokratie nur bedient, bis er das politische Mandat errungen haben.

Wohlgemerkt, allein die Unmutsbekundungen die Abtreibungsgegner über öffentlich zugängliche Adressen formulierten und die Ankündigung, bei „Fuß“ zu stehen, waren Grund genug um die „Nazikeule“ gegenüber den Lebensschützern zu schwingen.

Abtreibungsgegner werden kriminalisiert

Auch die sachliche Feststellung, dass Leben durch Abtreibung getötet werde und andere Tatsachen wurden in der Stuttgarter Zeitung als „Hetztirade“ bezeichnet, die nicht zu dulden sei. Die Webseite eines Abtreibungsgegners, der darin in Text und Bild zum Thema deutlich Stellung bezieht, wurde kriminalisiert. „Die Seite ist der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften gemeldet worden“, heißt es am Ende eines Artikels der Stuttgarter Nachrichten. Es wird aktuell geprüft, ob die Seite verboten wird.

Leser, die sich gegen die einseitige und parteiische Berichterstattung mit Leserbriefen wehrten bekamen jetzt von einem Redakteur aus dem Haus der Stuttgarter Zeitung Antwort.

Ein Leser schrieb zuvor an die Redaktion:

Grün-rote Schmierer finden es gut, wenn ihre Straßenbanden nicht nur die bösen Nazis der NPD an öffentlichen Kundgebungen hindern, sondern auch die biedere AfD und Christen… Gemessen an Eurem Antifa-Lynchmob sind die Methoden der Lebensschützer noch sehr ziviler Natur. Deshalb ist eure Hetze ebenso scheinheilig wie widerlich.

Der Redakteur Holger Gayer weist die berechtigte Kritik empört von sich [5] und schmeißt den Leserbriefschreiber in eine Ecke mit radikalen Muslimen und zieht noch einige weitere sonderbare Vergleiche.

Wie sich vor Ort Befürworter und Gegner tatsächlich verhielten ist auf den nächsten Bildern und Videos zu sehen.

Gleich zu Anfang zogen linksradikale Gegendemostranten auf.

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Mit einem Megafon ausgestattet verbreiteten sie ihre Sicht der Dinge mit folgenden Parolen: „Es gibt kein Recht auf rechte Propaganda“, „Hoch die internationale Solidarität“, „Halt die Fresse“, „Fahr zur Hölle“, „Haut ab“. Insgesamt war das dann doch wenig überzeugend. Auch wurde den Demonstranten von den linken Gegendemonstranten „Holocaustleugnung“ vorgeworfen. Hintergrund ist die Benutzung des Begriffs „Babycaust“, der von Abtreibungsgegnern häufig verwandt wird, um die Zahl Millionen getöteter Menschen im Mutterleib nachvollziehbar zu machen. Viele der Abtreibungsgegner setzen sich zudem für Israel ein, was den Vorworf der „Holocaustleugnung“ im Nachhinein mehr als lächerlich erscheinen lässt. Diesen Schuh müssten sich wohl eher die Gegendemonstranten anziehen, da unter ihnen -incl. dem Sprecher- allein dieses Jahr viele auf Anti-Israel-Demos und zusammen mit radikalen Muslimen auf weiteren Demos gesehen wurden.

Die Polizei verwies die Gegendemonstranten auf den ihnen ursprünglich zugewiesenen Platz in Sichtweite der Demo – abseits des Kundgebungsortes.

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Reaktion? Keine. Stattdessen rückten die linksradikalen Störer unter lautem Schreien, Trillern und permanenten Megafonstörgeräuschen immer weiter in Richtung der Redner. In diesem Zusammenhang wäre es interessant zu erfahren gewesen, was der eifrig telefonierende polizeiliche Einsatzleiter selbst für Anweisungen erhalten hat.

Recht auf Willkür?

Grundsätzlich ist dazu aber zu sagen, dass Gegendemonstrationen das Verfolgen können der eigentlichen Demonstration für die Kundgebungsteilnehmer nicht unzumutbar machen darf. Das ist natürlich auch aus gesundheitlicher Sicht zu betrachten. Nicht jeder hat „Ohropax“ dabei und sollte auch nicht gezwungen sein, diese einzusetzen zu müssen. Durch den Lärmpegel war das Verfolgen der Reden außerdem auch nicht mehr ohne Weiteres möglich. Hier hätte zum Schutz der Kundgebungsteilnehmer entschiedener gegen die Störer vorgegangen werden müssen. Wobei sich die Kritik natürlich nicht an die Beamten vor Ort richtet soll, sondern an die verantwortlichen Einsatzleiter und politischen Akteure im Hintergrund.

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Gegendemonstranten bedrängen Pfarrer

Pfarrer Bräuchle (nächstes Foto, Bildmitte) stellte sich der Antifa entgegen und ließ sich auch nicht ohne weiteres von seinem Platz vertreiben (Video 2:41Min). Vielen in Stuttgart ist Bräuchle durch seine Haltung für das Projekt Stuttgart 21 [9] bekannt. Er kritisierte in der Vergangenheit zudem die Gewalt von links. Verglich das Verhalten Linksradikaler [10] mit SA-Schlägertrupps. In der Folge musste er sich mit einem Disziplinarverfahren seitens seines Arbeitgebers [11], der württembergischen Landeskirche, auseinandersetzen. Nachhaltig scheint ihn das aber nicht beeindruckt zu haben, was seinen Einsatz und seine „Standfestigkeit“ letzten Freitag gezeigt hat. Bräuchle hat eben das in der Hose was vielen seiner Kollegen zu fehlen scheint!

Trotzdem drangen die Gegendemonstranten bis direkt neben die Kundgebungs-Redner und wurden erst auf Höhe einer der Lautsprecherboxen durch hinzueilende Polizeikräfte gestoppt.

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Hier eine Auswahl der Plakatmotive der Lebensschützer:

Immer wieder zogen Gegendemonstranten Stecker aus der Mikrofonanlage und störten so den Ablauf der Kundgebung, die dadurch jedes Mal unterbrochen wurde. Zu sehen beispielhaft im Video bei Min. 3:41 und Min. 4:14.

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Vereinzelte leichte körperliche Attacken bekam der ein oder andere Demoteilnehmer im Laufe der Veranstaltung ebenfalls zu spüren. Im zweiten Teil der Kundgebungsvideos ist bei Min. 3:12 zu sehen, wie ein Gegendemonstrant einen Lebensschützer am Mantelkragen reißt. Der Ordner entfernte zuvor ein Plakat das eine der beiden Lautsprecherboxen komplett abdeckte.

Die Polizei hatte die Situation sofort im Griff und schütze den Ordner vor weiteren Übergriffen der zeitweise äußerst aggressiv auftretenden Linksradikalen.

Statements aus den Reden

Die Redner kamen unter anderem aus den Reihen des baden-württembergischen Landesverbands der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) und des Pforzheimer Kreises, zu dem sich Christen in der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) zusammengeschlossen haben.

Sie forderten den Gemeinderat der Landeshauptstadt auf, die notwendige Umwidmung des Geschäftshauses, in dem der Abtreibungsarzt Stapf die Räume mieten will, nicht zu genehmigen. Im Stadtparlament selbst hat sich bisher allein die AfD gegen eine Abtreibungsklinik ausgesprochen.

Der evangelikal geprägte Mediziner und AfD-Stadtrat Heinrich Fiechtner erwartet, dass die Stadt keine Mittel für neue Räume bereitstelle. Das Töten von Kindern liege nicht im öffentlichen Interesse. Außerdem gehöre es nicht zu den Aufgaben der Stadt, wirtschaftliche Defizite von privaten Unternehmen auszugleichen, so Fiechtner. Mit „Mein Bauch gehört mir“, zitierte der Stadtrat eine gängige Parole aus den Reihen der Gegner, „ja das stimmt, aber der Mensch im Bauch gehört eben nicht mehr der Frau“, führte Fiechtner folgerichtig aus.

„Diese Kinder haben ein Lebensrecht und der Gesetzgeber ist dazu da, dieses Lebensrecht zu schützen“, sagte der Landesvorsitzende der CDL, Josef Dichgans.

Ein Redner der Lebensschutzorganisation Kaleb forderte körperliche Selbstbestimmung auch für diejenigen, die es noch nicht selbst einfordern können. Er kritisierte ferner die Diffamierung durch Medien und Gegendemonstranten, die ihn an Zustände Anfang der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erinnere.

Andere erwähnten in ihren Reden auch die Organisation „Pro Familia“, die sich vehement für neue Räumlichkeiten der Abtreibungsklinik einsetzt. In diesem Zusammenhang wurde betont, dass „Kontra Familia“ wohl die passendere Bezeichnung wäre.

Abreibungsklinik: Schätzungsweise 50.000 Abtreibungen

Mehrere Redner warfen dem 68jährigen Klinikbetreiber Friedrich Stapf vor, in seinen beiden Einrichtungen in München und Stuttgart ungeborenes Leben in der Dimension einer Großstadt ausgelöscht zu haben. In seiner Klinik in der Stuttgarter Türlenstraße werden nach eigenen Angaben jährlich 2.200 vorgeburtliche Kindstötungen durchgeführt, rund ein Fünftel aller Abtreibungen in ganz Baden-Württemberg. In den rund zwanzig Jahren ihres Bestehens wird die Gesamtzahl der vorgenommenen Abtreibungen auf fast 50.000 geschätzt.

Stapf muß seine Praxisräume zum Jahresende verlassen, weil er eine Frist zur Verlängerung seines Mietvertrags versäumt hatte. Trotz Unterstützung von Stadt und Land war seine geheim gehaltene Suche nach neuen Räumen lange erfolglos geblieben, bis Stapf sich offenbar mit den Betreibern des „Maybach-Centers“ einigen konnte. In dem Gewerbebau im Norden der Stadt, in dessen Nachbarschaft sich die Versammlungshalle des evangelisch-freikirchlichen „Gospel-Forums“ und die Marienkirche der Pius-Bruderschaft befinden, ist auch ein Hotel untergebracht.

Das Maybach-Center im Stuttgarter Norden (Maybachstr. / Ecke Siemenstr.):

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Gegen Ende konnte noch eine weitere nicht wirklich überraschende Beobachtung gemacht werden. Am Wagen des SWR tauschten sich ein Journalist des öffentlichen-rechtlichen Senders und Linksradikale (Antifa und Grüne Jugend) intensiv aus.

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Pressespiegel

Stuttgarter Nachrichten:
AfD beteiligt sich an Protest der Abtreibungsgegner [26]
Gegner-Demo vor dem Rathaus stößt auf Gegenwehr [27]

Stuttgarter Zeitung:
AfD streitet intern über Abtreibungen [28]
Gegner-Demo vor dem Rathaus  [29]

idea:
Widerstand gegen Abtreibungsklinik in Stuttgart [30]
Linke stören Protest gegen Abtreibungsklinik [31]
Die Fundamentalisten und ihre Hasskampagne [32]

Charismatismus:
Christliche Lebensrechtler protestieren gegen neue Abtreibungsklinik [33]

Junge Freiheit:
AfD und Christdemokraten demonstrieren gegen Abtreibungsklinik [34]

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