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Legida, zum Ersten

imageSo gelassen wie zur PEGIDA in den vergangen Wochen haben wir uns heute abend nicht zur LEGIDA begeben. Wie aggressiv die Leipziger Antifa habituell auftritt, ist vielleicht nicht bundesweit bekannt. Es sind recht harte & skrupellose Typen.

(Von Ellen Kositza, Sezession)

Wir wollten unser Auto ein wenig abseits des Treffpunkts parken. Als wir das Auto angestellt hatten und uns auf den Weg machen wollten, rollten mehrere übergroße, fensterlose Wagen auf den Parkplatz. Wir lachten noch: Praktisch, da drin müssen mindestens hundert Polizisten sitzen, also kann uns auf dem Hinweg keine unangenehme Überraschung drohen. Komisch nur: Bis auf den ersten, grünen Wagen sahen die anderen Großfahrzeuge setlsam neutral aus.

Es war auch keine Polizei, es waren „Einsatzkräfte“ der Gegenseite – wir gaben erst mal Gas. Kurz vor sechs hatten wir dann den Vorplatz des Sportstadions erreicht. Da konnte man noch gut zählen – rund 1500 LEGIDA-Anhänger waren bereits dort. Wir standen auf den Treppen zum Stadion und konnten beobachten, wie der Platz sich füllte. Waren es 3000, zu Beginn der Kundgebung?

Über Telephon bekamen wir Nachricht von verschiednenen Freunden, daß sie seit längerem aufgrund von Antifa-Blockaden nicht durchkämen. Von zwei Seiten waren die Gegendemonstranten ganz dicht an LEGIDA herangerückt; aufgehalten durch eine Polizeikette spielten sie ihre Musik, zündeten Bengalos und riefen ihre Parolen, Alerta, alerta, Antifascista usw.usf., und einen besonders denkwürdigen Spruch: „Weg mit dem Volk, wir sind die Bauern!“ Mein Nebenmann klärte mich auf: Das sind Sachsen, die meinen: wir sind die Power [Bauer].

Dann ertönten Trompetentöne: Ein (dem Augenschein nach männlicher) Mensch stimmte: „Freude schöner Götterfunken an“ und hob dann an, ein Pamphlet gegen Haß und Nationalismus („Ihr mit eurem Abendland!“) und für Mitmenschlichkeit und „offene Tore“ zu verlesen. Er schrie, fast verzweifelt, seine Stimme kippte, er hatte hier anscheinend eine gefühlt todesmutige Wette mit sich selbst laufen.

Und das seltsame war: Niemand rief „buh“, alle gingen auf Abstand und lächelten fein. Unterdessen wurden die „Haut ab!“ und „Verpißt Euch!“-Rufe immer lauter, der Trompetentyp las seine Manuskripte bis zur Erschöpfung vor. Er/Sie tat mir so leid. Ich unterbrach ihn und fragte, ob er nicht mitbekommen habe, wo hier Haßparolen gegrölt würden, und ob er nicht dorthin gehen wolle. – „Hm, ja, merk ich auch, aber die lassen mich nicht zu Wort kommen, und ich hab kein Mikro…“

Vorne verlas LEGIDA-Mitorganisator Rösler die amtlichen Anweisungen. Welche Fahnenmastmaterialien erlaubt sind, wie lang Transparente sein dürfen etc. Anschließend las die Ultramarathonläuferin und Ex-Afd-Mitglied Tatjana Festerling eine Rede vor. Sie war auf den oberen Rängen (entlang des äußeren Stadionrings) nicht gut zu hören, aber sie erntete Jubelstürme.

Wir konnten aber schön beobachten, wie aus zwei antifafreien Seitensträngen immer mehr Demonstranten, flankiert von Polizei, auf den Platz strömten; bald war der Stadionvorplatz voller Menschen, dicht an dicht. Aggressiven Antifas gelang es immer wieder, sich durch Nadelöhre auf eine Tribüne oberhalb der Menge und später auch hinter uns durchzudrängen.

Die fünf Polizeiwagen, die auf unserer Platzseite standen, waren menschenleer, man konnte im Umkreis von hundert Metern keine Einsatzkräfte finden und alarmieren, daß von unabgesicherter Seite übergegriffen wurde. LEGIDA- Ordnern gelang es, die versprengten Angreifer zu bannen.

(Fortsetzung auf sezession.de)