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Höcke-Effekt: AfD in Thüringen bei 19 Prozent

Soll noch jemand sagen, Björn Höcke würde der AfD nachhaltig Stimmen kosten. Das Gegenteil ist wohl eher der Fall – zumindest belegt das eine aktuelle Umfrage in Thüringen: Dort hat die rot-rote-grüne Landesregierung von Bodo Ramelow wegen der AfD keine Mehrheit mehr – und zwar deutlich.

Die WELT berichtet:

Etwa zur Halbzeit der Legislaturperiode hat Rot-Rot-Grün in Thüringen nach einer Umfrage keine eigene Mehrheit mehr. Linke, SPD und Grüne kämen nach der Befragung des Erfurter Insa-Instituts im Auftrag der „Bild“-Zeitung zusammen auf 42 Prozent. Bei der Landtagswahl im Herbst 2014 waren es noch 46,3 Prozent. Wären am Sonntag Landtagswahl, stünde der Einzug der Grünen in das Parlament auf der Kippe. Sie kommen bei der Umfrage auf 5 Prozent der Stimmen (5,7 Prozent bei der Landtagswahl).

Die Linken lassen ebenfalls Federn. Sie kommen den Angaben nach nun auf 22 Prozent (28,2 Prozent). Dagegen legt die SPD um gut 2,5 Prozentpunkte auf 15 Prozent zu. „Wir profitieren vom Schulz-Effekt“, sagte SPD-Landeschef Andreas Bausewein mit Verweis auf den Kanzlerkandidaten Martin Schulz dem Blatt.

Die CDU als größte Oppositionsfraktion erreicht laut der Umfrage mit 33 Prozent ihr Landtagswahlergebnis. Die AfD kommt auf 19 Prozent (10,6 Prozent) und damit auf deutlich bessere Werte als im Bund, wo sie zuletzt in den Umfragen absackte. Die FDP wäre mit 4 Prozent nicht im Landtag vertreten (2,5 Prozent).

Dass die Diskussion um Björn Höckes Dresdener Rede nicht der Grund für die schlechten bundesweiten Umfragewerte der AfD sein kann, hat sich wohl auch bis zu seinen ärgsten Kritikern im Bundesvorstand herumgesprochen. In Goslar fand am vergangenen Montag ein Geheimtreffen von Parteivize Alexander Gauland, Bundesvorstand Andre Poggenburg, Baden-Württembergs Landeschef Ralf Özkara und Björn Höcke statt. Es wurde ausgelotet, auf dem Parteitag in Köln am 22./23. April ein Spitzenteam um Gauland und der wirtschaftsliberalen Alice Weidel aus Baden-Württemberg zu bilden. Weidel galt bislang als eine treibende Kraft für das Ausschlussverfahren gegen Höcke, mit dem sie sich jetzt aber arrangieren muss, um im Wahlkampf Teil des AfD-Spitzenteams zu werden.