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Das Sturmgeschütz der journalistischen Zensur

Der Spiegel nannte sich 1962 das „Sturmgeschütz der Demokratie“, nachdem es durch seine investigative Reportage mit dem Titel „Bedingt abwehrbereit“ davor gewarnt hatte, dass die Bundeswehr nicht ausreichend für einen atomaren Erstschlag der Sowjets gerüstet sei. Damals hatte diese Kritik an der Rüstungspolitik von Verteidigungsminister Franz Josef Strauß zur sogenannten „Spiegel-Affäre“ geführt, die das Blatt über Nacht international bekannt machte und letztlich zum Rücktritt von Strauß führte.

Heutzutage muss man dieses Magazin aber eher „Sturmgeschütz der journalistischen Zensur“ nennen, seit es in einem bisher beispiellosen Fall einer Zwangsmaßnahme das Buch „Finis Germania“ von seiner Bestsellerliste strich. In diesem Buch beschreibt der renommierte Geschichtsprofessor Rolf Peter Sieferle die Situation, in der sich die Deutschen befinden: vom »Deutschen Sonderweg« und der »Siegerperspektive« über »Politiker und Intellektuelle« bis zur »Logik des Antifaschismus«. Laut Beschreibung des Antaois-Verlages [1] bringt Sieferle eine kaum zu widerlegende Ausweglosigkeit zur Sprache, die aus konservativer Sicht verheerende Gemengelage aus demographischer und kultureller Schwäche, Schuldkult und geistiger Okkupation, mangelndem Widerstandsmut und Selbstverachtung. Dies übersteigt offensichtlich den engen Horizont der in Hamburg sitzenden dunkelroten Redaktion, und so eleminierten die Blockwarte der politischen Korrektheit das Buch einfach von Platz 6.

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Offensichtlich sollen die Bürger, ähnlich wie in den sozialistischen Regimen der DDR und des III. Reiches, zum gleichgeschalteten politischen Denken erzogen werden. Bei den braunen National-Sozialisten wurden unliebsame Bücher verbrannt, bei den roten International-Sozialisten verboten – bei den heutigen Sozialisten werden sie nun von Bestsellerlisten gestrichen. Die Zeiten ändern sich, die Methoden bleiben ähnlich.

Zensur rächt sich

Ob die Meinungsfaschisten ihrer linksideologisch verdrehten Sache einen Dienst erwiesen haben, bleibt allerdings dahingestellt: Seit der Spiegel-Zensur entwickelt sich das Werk des im vergangenen September verstorbenen Autors Sieferle zu einem Renner und ist bei Amazon derzeit das bestverkaufte Buch [3]. Beim Antaios-Verlag von Götz Kubitschek, der das Buch herausgab, sind bisher 23.000 Exemplare verkauft worden, wie er es im Gespräch mit der RT-Journalistin Jasmin Kosubek Ende Juli bekanntgab (PI berichtete [4]). Es ist dort zum Preis von 8,50 Euro zzgl. 1,50 Euro Versandkosten zu bekommen [1]. Ein Kommentar zu dieser volkspädagogischen Zwangsdressur des Spiegel von PI-Autor Michael Stürzenberger.

(Kamera: Franky Scheele; Licht: John B.; Studiotechnik: Sally Porsch; Schnittbearbeitung: Manfred Schwaller; Spiegel-Karikatur: wolaufensie)

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