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Flüchtlingskriminalität: Wie der deutsche Michel vorgeführt wird

Von JUPITER | Der deutsche Michel wird in punkto Kriminalitätsentwicklung im Zuge der ungebremsten Zuwanderung von sogenannten Flüchtlingen weiterhin auf hohem Niveau vorgeführt. Das lässt sich jetzt auch schwarz auf weiß nachweisen. Dazu hat PI-NEWS die Untersuchungsabstrakte zweier sogenannter Experten aus Niedersachsen gegenüber gestellt: der eine, ein Kriminaldirektor, bügelte vor zwei Jahren die Ängste der Bevölkerung vor dem spürbaren Kriminalitätsanstieg durch Zuwanderer als völlig überzogen ab. Der andere, ein Professor, musste jetzt das Gegenteil einräumen: dass es nämlich doch seit Beginn der Krise eine dramatische Zunahme von Gewaltdelikten von 10,4 Prozent gegeben hat und dieser Anstieg zu 92,1 Prozent „Flüchtlingen“ zuzurechnen ist.

Erinnern Sie sich noch an den tollen Kriminaldirektor namens Ulf Küch aus Niedersachsen, der uns im Januar 2016 weismachen wollte, dass die Wahrnehmung vieler ängstlicher Bürger mit der tatsächlichen Straffälligkeit von Flüchtlingen so gut wie nichts zu tun habe. Als Chef der Braunschweiger Kriminalpolizei und Leiter der „Soko Asyl“ wurde er damals bundesweit wie ein Bewahrer des Gutmenschentums von Studio zu Studio herumgereicht, durfte in Talkshows seine Weisheiten von sich geben und hatte sogar ein Buch über die Soko-Ergebnisse geschrieben. Es gehe ihm um die Wahrheit, sagte er. Die geneigten „Qualitätsmedien“ applaudierten beifällig.

Mit dem Brustton der Überzeugung, der keinen Widerspruch duldet, brachte der Edelpolizist seine überraschenden Wahrheiten über angeblich geringe Flüchtlingskriminalität unters gläubige Volk: die Furcht vor einer bedenklich anwachsenden Flüchtlingskriminalität beruhe lediglich auf Vorurteilen, lautete seine Botschaft. Als Beweis jubelte er der Öffentlichkeit die Straftatenauswertung von Flüchtlingen durch seine Soko mit ihren angeblich eindeutigen, belegbaren Ergebnissen unter.

Sein Chef, der damalige und immer noch amtierende niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD), mag sich im Vorwahlkampf zur Landtagswahl vor Freude über so viel politische Hilfe auf die Schenkel geklopft haben, als ihm Küch, der auch Chef einer Kripo-Gewerkschaft ist, zur Seite sprang und mit der Schwarzmalerei von einigen nervenden Rechtsradikalen und Nazis Schluss machte. „Der Anteil von Kriminellen, die mit den Flüchtlingen nach Deutschland eingereist sind, ist prozentual nicht höher als der Anteil von Kriminellen in der deutschen Bevölkerung“, sagte Küch damals. Und im Übrigen handele es sich bei den undramatischen Flüchtlings-Delikten eher um Peanuts – z.B. um Ladendiebstähle und anderen Kleinkram, kaum um Sexualdelikte und andere Gewalttaten. Küch wörtlich: „Diese Diskussion von wegen ‚jetzt werden wir überflutet‘ und ‚das Abendland ist gestorben‘ und ‚Deutsche Frauen werden reihenweise vergewaltigt‘, das ist absoluter Unsinn“.

Seit wenigen Tagen hat er nun Gelegenheit, seinen eigenen Unsinn mit den Ergebnissen einer Studie durch einen anderen Experten aus Niedersachsen, den sattsam bekannten Kriminologen Professor Dr. Pfeiffer, abzugleichen. Für den geneigten Leser dürfte unser redaktioneller Hinweis interessant sein, dass beide Untersuchungen nicht nur nahezu den gleichen Zeitraum betreffen, sondern auch spezifische niedersächsische Ergebnisse generierten, also diesbezüglich in hohem Maße abgleichbar sind. Der Kriminaldirektor griff auf Daten seit August 2015 zurück, der Professor auf den Untersuchungszeitraum 2014 – 2016.

Pfeiffers Studie fördert von den statistischen Fakten her so ungefähr das Gegenteil von Küchs Auswertungen zutage. Es gibt demnach – wen wundert es – dramatisch mehr Kriminalitätsgeschehen durch „Flüchtlinge“. „Flüchtlinge“ begehen im Durchschnitt deutlich häufiger Gewalt- und Sexualdelikte als Deutsche, und die Gewalttaten sind in erschreckendem Maße gestiegen. Fast jede achte Gewalttat wird von Migranten begangen. Das sind 13,3 Prozent bei einem Bevölkerungsanteil von ca. 1 Prozent und bedeutet ziemlich das genau Gegenteil von dem, was Küch uns weismachen wollte.

„Stimmt es also doch? Die meisten Flüchtlinge sind kriminell und eine Gefahr für Sicherheit und Ordnung?“, stellt sich der NDR gespielt ängstlich die rhetorische Frage. Um spätestens an dieser Stelle – man ahnte es – den Schalter umzulegen, die gefährliche Realitätsklippe zu umschiffen und die Öffentlichkeit erneut vorzuführen. Denn schließlich ist die Studie im Auftrag von Ex-Bundesfamilienministerin Schwesig (SPD) erfolgt, und da weiß man, was man hat. An der misslichen Statistik lässt sich ja nicht viel deuteln, aber der Interpretation und Relativierung sind Tür und Tor geöffnet. Also lautet die frohe Botschaft nun: Es liegt an der fehlenden Bleibeperspektive von „Flüchtlingen“, ohne diese steige die Bereitschaft, Gesetze zu brechen. Deshalb: möglichst viele sollten hierbleiben dürfen, die Familien nachziehen, man müsse auf die „zivilisierende Wirkung“ von Frauen setzen, und man müsse (noch) mehr Geld für Integration in die Hand nehmen.

Als Treppenwitz der Geschichte produziert sich indes Ulf Küch. Ausgerechnet der Kriminaldirektor, der noch vor zwei Jahren die Ängste besorgter Bürger als unbegründet abgewatscht hat (siehe oben), wechselt nun geschmeidig die Seiten und macht auf „besorgter Polizist“. Denn auf die in Pfeiffers Studie angesprochenen Probleme weise die Polizei seit Jahren hin, sagt er aktuell in der „Welt“. „Doch lange wollten die Politiker nicht hinhören, etwa bei dem Phänomen der sogenannten unbegleiteten minderjährigen Ausländer“, sagte Küch. „Den Polizisten war schon 2015 klar, dass darunter viele erwachsene Männer sind. Wenn wir dann zum Jugendamt gegangen sind und gesagt haben, dass wir bei einem angeblich 15-jährigen Flüchtlingskind gerne einmal das Alter medizinisch prüfen würden, haben die das partout abgelehnt.“

Und warum hat er das nicht in den Talkshows gesagt?