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Die Italiener zu regieren ist vergeblich

Von KEWIL | Morgen sind in Italien Wahlen – für alle Gegner des Euro und der EU in der jetzigen Form ein Hoffnungsschimmer. Sie könnte ein wenig ins Wanken kommen. Nun wissen nicht einmal die Italiener, wer die Wahlen gewinnt und Ministerpräsident wird, geschweige denn wir Ausländer, und alle Umfragen sind mehr als unsicher. Festzustehen scheint, dass die Linken Stimmen verlieren und weder Paolo Gentiloni noch sein Vorgänger Matteo Renzi mit ihrer postkommunistischen Partito Democratico (PD) wieder den neuen Regierungschef stellen werden.

Mehr Chancen hat eine rechte Koalition aus Berlusconis Forza Italia, der Lega von Matteo Salvini, den postfaschistischen Fratelli d’Italia zusammen mit einer weiteren kleinen Splitterpartei. Zudem ist die einst vom Politclown Beppe Grillo gegründete Fünf-Sterne-Bewegung (MoVimento Cinque Stelle) immer noch stärkste Einzelpartei und sehr eurokritisch.

Italien hat mindestens 2,3 Billionen Euro Staatschulden, ziemlich bankrottverdächtige Banken, die gegen geltendes EU-Recht direkt vom Staat und dem Spitzbuben Mario Draghi, Chef der EZB, am Leben gehalten werden, eine hohe Jugendarbeitslosigkeit von über 30 Prozent, aber auch eine florierende Schattenwirtschaft. Die Italiener haben sich noch immer durchgewurstelt.

Auftrieb für die Rechten gab die Provinzstadt Macerata, wo nigerianische Asylanten eine 18-jährige Italienerin ermordeten und zerstückelten (PI-NEWS berichtete), worauf ein junger Italiener durch die Stadt fuhr und gezielt auf Schwarze feuerte. Anders als in Deutschland konnten weniger die Linken davon profitieren, sondern das Thema Flüchtlinge und Asyl kam landesweit in den Fokus. Früher haben die Italiener ganz Afrika einfach nach Norden Richtung Germania durchgereicht, und die Bootsflüchtlinge machten ihnen kein Kopfweh. Seit aber Frankreich und Österreich stärker kontrollieren, haben sie von Sizilien bis Mailand ziemlich Angst, sie könnten auf den Asylanten sitzenbleiben.

Es besteht also Grund zur Hoffnung, dass unerwartete Wahlergebnisse, lange Koalitionsverhandlungen – gesetzlich sind 40 Prozent für eine Regierung verlangt – und riesige Finanz- und Wirtschaftsprobleme nicht am Brenner halt machen, sondern in den Norden der EUdSSR bis nach Brüssel hineinschwappen und die Eurokraten gehörig durchrütteln. Eine rechte Regierung in Rom würde die EU-besoffenen Deutschen gehörig bremsen.

PS: Die Überschrift stammt von Mussolini. Er sagte: „Die Italiener zu regieren ist nicht schwierig. Es ist vergeblich.“ (Governare gli italiani non è difficile, è inutile.)