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Agentin Judith sorgt für Umvolkungs-Theater

Von WOLFGANG HÜBNER | Die deutsche Kunst- und Kulturindustrie ist eigentlich längst eine Hochburg linksgrüner Akteure, Aktivisten und Profiteure auf allen Ebenen. Dürften nur die hochsubventionierten Staatsangestellten dieser Kreativbranche das Wahlrecht ausüben, würde Deutschland absolut von Robert, Annalena und Katja regiert. Doch noch dürfen bekanntlich auch die wählen, die niemals oder nur selten einmal eine der unzähligen Festungen der politisch korrekt auf Kurs gebrachten Musentempel besuchen, in denen sich verwöhnte Bürgerkinder mit allzu großen Schwächen in den MINT-Fächern nach Herzenslust an den Zu- und Hinrichtungen von Dramen und Opern austoben können.

Wer zwischen Flensburg und Konstanz ein Stadt- oder Staatstheater aufsucht, muss sich allemal darauf gefasst machen, politisch-ideologisch agitiert zu werden. Im besten Fall kann das unterhaltsam, also unaufdringlich sein; oft genug ist es gerade für kritische Zeitgenossen ein quälender Krampf, für den man auch noch bezahlen soll. Unseren immer zahlreicher werdenden neudeutschen Mitbürgern bleibt das in aller Regel erspart, denn die sind unter den Besuchern dieser Häuser nur ganz schwach, wenn überhaupt vertreten. Diversität beim Publikum von „Faust“ oder „La Traviata“ gibt es nur in Spurenelementen – ein echtes Problem, besonders in demographischer Zukunft.

Doch die Kulturstiftung des Bundes finanziert nun – selbstverständlich aus Steuermitteln – ein Förderprogramm, „mithilfe dessen ausgewählte deutsche Kulturinstitutionen ihre Arbeit auf die Anforderungen einer modernen, offenen Gesellschaft hin überprüfen und ausrichten können“. Das berichtet jedenfalls das Haus-Magazin des Badischen Staatstheaters Karlsruhe. Nicht grundlos natürlich: Denn mit der neuen Spielzeit 2019/20 hat dort eine „Agentin für Diversitätsentwicklung“ namens Judith Blumberg ihre prüfende und ausrichtende Arbeit aufgenommen.

Die Bezeichnung „Agentin“ ist keine böswillige Schmähung renitenter Rechtspopulisten, sondern als solche wird Frl. Blumberg, Jahrgang 1992, tatsächlich den Karlsruhern präsentiert. Die nächsten vier Jahre will die in Heidelberg geborene und im amerikanischen Atlanta aufgewachsene Agentin nach eigenen Angaben „das Staatstheater auf dem Feld der Diversität weiter voranbringen – im künstlerischen Programm, im Umgang mit unserem Publikum und den Mitarbeiter*innen sowie innerhalb der Strukturen unseres Hauses“. Nun könnte eingewendet werden, dass ein Staatstheater wie in Karlsruhe mit Künstlern und Mitarbeiter*innen aus 46 Ländern schon divers genug ist und offenbar auch gut funktioniert. Doch des Guten, Fortschrittlichen und politisch Richtigen kann es in Deutschland von Merkel & Habeck bekanntlich niemals genug sein – es wartet also viel kulturelle Umvolkungsarbeit auf Frl. Blumberg!

Ironie mal beiseite: Die gleiche Kultur- und Kunstszene, die in Sachen „Rechtsgefahr“ vor Empörung kaum mehr japsen kann und bereits allerorten neue Reichsschrifttumskammern und die abermalige Anprangerung „entarteter“ Kunst zu befürchten meint – die Szene hat überhaupt nichts dagegen, eine Agentin ins Nest gesetzt zu bekommen, die offen bekennt, „Diversität“ auch „im künstlerischen Programm voranbringen“ zu wollen. Immerhin wissen wir nun, dass der Einsatz von Umvolkungsagentinnen nicht denjenigen die vielbeschworene Freiheit der Kunst bedroht, die bei jeder parlamentarischen Anfrage der AfD nach den Kosten und Grenzen dieser Freiheit Panikattacken simulieren.

Um es in der notwendigen Klarheit zu sagen: Die Installierung von „Agenten für Diversität“ ist nichts anderes als die speziell neudeutsche Wiedergeburt des politischen Kommissars im dunkelsten Kommunismus. Seine Aufgabe, ob beim Militär, in der Wirtschaft oder im Kulturbetrieb war die Überwachung der politischen Linie der Machthaber im Politbüro. Diversitätsagenten sollen nun künftig, und gewiss nicht nur in den Theatern, dafür sorgen, dass der politisch abgestrebte Prozess der Bevölkerungsumwandlung hin zur multiethnischen Manipulationsmasse auftragsgemäß beaufsichtigt sowie durchgesetzt wird.

Frl. Blumberg wird das empört bestreiten. Aber sie ist auch nur die materiell profitierende Nebenfigur in einem großen Spiel, das sie nicht durchblickt und auch gar nicht durchblicken will.


Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.