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Netflix: „Weltverbesserung ist ein blutiges Geschäft!“

Von SELBERDENKER | (Spoilerwarnung: Dieser Text ist eine kritische Rezension des Spielfilms „In the Shadow of the Moon“ aus diesem Jahr). Ist Tyrannenmord legitim? Darf man wenige Menschen töten, um viele Menschen dadurch zu retten? Es ist kein leichtes Thema. Stauffenberg hat versucht, Hitler zu töten. Es ist ihm leider nicht gelungen. Die Geschichte wäre anders verlaufen, hätte er Erfolg gehabt, vermutlich wäre sie besser verlaufen. Was wäre, wenn…?

Der Spielfilm „In the Shadow of the Moon“, aus diesem Jahr, produziert von Netflix, bedient sich ebenfalls dieses Themas, geht jedoch über den Tyrannenmord weit hinaus und gibt, vermutlich unfreiwillig, erschreckende Einblicke in die Welt linksliberaler Erlösungsphantasien.

Aus böse wird gut

1988 – eine unerklärliche Mordserie erschüttert das Land. Die Opfer verbindet nur, dass sie keine Schwarzen sind. Es sind überwiegend weiße Männer mit unterschiedlichsten Berufen, die brutalst sterben müssen: Ein weißer Pianist bricht an seinem Flügel, aus allen Kopföffnungen blutend, zusammen, während er eine klassische Solovorstellung gibt. Ein weißer Koch wird mit gleichen Begleiterscheinungen mit dem Gesicht auf der heißen Kochplatte gebraten.

Ein weißer Cop, dessen weiße Frau gerade ein Kind erwartet, verbeist sich in den Fall und wird bald merken, dass er sogar ein fester Bestandteil davon ist. Bald steht er der Mörderin gegenüber. Es ist eine junge schwarze Frau, deren nicht vorhandene Frisur dem gängigen Klischee einer Kampflesbe entspricht.

Überraschung! Wo man bislang davon ausgehen mußte, dass hier ein rechtschaffener Cop auf der Jagd nach einem skrupellosen Killer ist, wird man als politisch korrekt geschulter Zuschauer an dieser Stelle stutzig. Jung, schwarz, weiblich, vielleicht sogar mit abweichender sexueller Orientierung – das sind in unserer Zeit im Normalfall klassische Attribute des Guten! Wie kann das sein? Die Erklärung ist einfach: Die Möderin ist wirklich gut, sogar total gut! Sie mordet für das Gute! Doch dazu später mehr.

Filmszene: Fahne der rassistischen Bewegung des „Real Amerika Movement“.

Totalitäre „Rettungs“-Rhetorik

Machen wir es kurz: Die mysteriöse schwarze Killerin mit großer Kampfkraft ist die Heldin, ja die Erlöserin des Films, die aus der Zukunft in die Vergangenheit reist, um die Welt zu verbessern. Sie verbessert die Welt dadurch, dass sie präventiv Menschen ermordet, um die Entstehung einer rassistischen Ideologie im Keim zu ersticken. Sie tötet nicht die Protagonisten der Bewegung, die bereits an der Macht sind, so wie Stauffenberg Hitler töten wollte, sie tötet alle, die irgendwie zur Entststehung der Ideologie beigetragen haben oder von denen auch nur angenommen wird, dass sie dazu beitragen könnten. Sie ermordet eigenmächtig Menschen vorsorglich, um „die Menschheit vor sich selbst zu retten“.

Hier wird eine Rettungsrhetorik bemüht, wie wir sie auch von der „Eurorettung“, der „Flüchtlingsrettung“ und der „Klimarettung“ her kennen.  „Eurorettung“ (auf unsere Kosten), „Flüchtlingsrettung“ (in unsere Länder und Sozialsysteme) und „Klimarettung“ (auch auf unsere Kosten) legitimieren derzeit eine irrationale Politik, die massiv zu unserem Nachteil ist.

Auch die schwarze Killerin im Film „rettet“ hier die Menschheit, indem sie gezielte Morde begeht. Der Film rechtfertigt das. Denn wer „rettet“, kann bekanntlich nur gut sein, oder? Der Film stellt diese Frage nicht, die jedoch gestellt werden muß. Gerade in der heutigen Zeit sind solche einfachen Botschaften jedoch hochproblematisch, denn Mord ist die logische nächste Stufe selbst ernannter besserer Menschen, die sich selbst ermächtigen, das Schicksal anderer Individuen einer Ideologie oder dem Kollektiv unterzuordnen. Es geht weit über Tyrannenmord hinaus. Es legitimiert offen totalitäre Praxis für die „gute Sache“. Das führt „In the Shadow of the Moon“ beispielhaft vor.

„Ich ging, um eine Idee auszulöschen“

Zur Begründung für ihre Morde sagt die Killerin im Film dies: „Ich ging, um eine Idee auszulöschen.“ Wir erleben derzeit auch in der Realität, dass die Herrschenden sich möglichst der Diskussion, der sachlichen Auseinandersetzung entziehen. Sie arbeiten mit Dämonisierung, mit Verboten, mit Kampagnen ihrer einflußreichen Medien. Auch die erfolgreiche und beliebte letzte gewählte Regierung in Österreich zwischen ÖVP und FPÖ wurde nicht mit überzeugenderen politischen Konzepten, sondern allein mit einer perfide inszenierten Schmutzkampagne beseitigt. Die aktuellen Wahlerfolge der Grünen wurden medial gemacht, indem man gezielt und termingerecht mit selbst erzeugter Klimapanik [1] alles überlagerte. Hier wird nicht überzeugt, hier gibt es keine inhaltliche Auseinandersetzung, hier wird etwas einfach beseitigt [2]. Die vielen Angriffe gegen die AfD und ihre Vertreter aber auch Angriffe gegen alternative Medien wie PI-NEWS, mit dem Zweck der „Beseitigung“, sprechen ebenfalls genau diese Sprache.

In dem amerikanischen Film ist der Gegner eine rassistische Terrororganisation, deren Entstehung verhindert werden soll. Ok, könnte man zunächst meinen. Nach der Logik des Films zieht diese rassistische Terrororganisation jedoch einen großen Teil der Bevölkerung auf ihre Seite, was dann einen alles vernichtenden Bürgerkrieg in den Vereinigten Staaten zur Folge hat. Der Film impliziert, dass rassistischer Terror relevante Bevölkerungsteile dazu bewegen kann, ebenfalls rassistisch zu werden und das Land ins Chaos zu stürzen. Welch ein Unsinn! Die fiktive rassistische Terrororganisation „Real Amerika Movement“ ist vielmehr Synonym für alles, was der linksliberalen Agenda im Wege ist – und deshalb „beseitigt“ gehört. „Ideen“ kann man jedoch weder „auslöschen“, noch kann man sie „beseitigen“, man kann sie höchstens entkräften.

Die Kapitulation des „alten weißen Mannes“ vor dem „neuen, verbesserten Menschen“

Die schwarze Superkillerin für das Gute ist im Film die Enkelin des inzwischen alten und total abgehalfterten Cops. Als er das erkennt, ist er schlagartig bekehrt und begreift: All die brutalen, skrupellosen Morde waren nötig, um die Welt zu retten! Das ist KZ- und Gulag-Logik. Die Tochter des Cops, eine verwöhnte blonde Wohlstandstorte, hat einen Schwarzen geheiratet, der, der Barttracht nach zu urteilen, ein Moslem sein könnte. Aus der Beziehung ging natürlich der Supermensch hervor, der tödliche Racheengel, die Erlösung der Menschheit! Argumentativ war die geschorene Kampffrau aber weniger gut. Sie arbeitete lieber mit einem Gift, das die Gehirne der Gegner auf Knopfdruck zersetzt und die Gehirnmasse dann blutig austreten lässt. Wenn man sich einige Zeitgenossen anhört und die Auswirkungen von „Refugees Welcome“ und „Greta-Panik“ wahrnimmt, dann könnte man den Eindruck gewinnen, dass eine Vorstufe dieses Giftes schon heute im Umlauf ist, nur dass die zersetzte Gehirnmasse irgendwie in der Birne verbleibt.

Nur ein Film?

Klar, es ist nur ein Film und auch nicht außergewöhnlich bekannt. Er ist gut gemacht und wirklich spannend. Spannend und gut gemacht war „Jud Süß“ von 1940 aber auch. Betrachtet man sich die unwidersprochene totalitäre Aussage dieses Films und die Parallelen zur Gegenwart, läuft es einem kalt den Rücken runter: Hier werden nicht Terroristen oder Tyrannen aufgehalten, dieser Film legitimiert die skrupellose Ermordung von Menschen auf Verdacht hin. Wer in Verdacht gerät, wer auf „die Liste“ kommt, das definieren die besseren Menschen. Das hatten wir schon. Das galt als überwunden. Das brauchen wir nicht wieder!

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