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Das Rassismus-Experiment des ZDF

Von SARAH GOLDMANN | Um Rassismus in der (weißen) deutschen Bevölkerung nachzuweisen, führte das ZDF in den vergangenen Tagen zwei Versuche durch.

Versuchsaufbau 1: Ein schwarzer junger Mann spricht Passanten an, ob sie ihm kurz ihr Handy leihen könnten, er müsse dringend jemanden anrufen. Anschließend macht ein weißer junger Mann diesen Versuch ebenfalls. Ergebnis:

Dem schwarzen Bittsteller will nur einer von 20 sein Handy leihen, beim Weißen sind 17 von 20 dazu bereit.

Versuchsaufbau 2: Eine durch ihr Kopftuch als Muslima erkennbare Frau drängelt sich beim Bäcker vor und wird von der Verkäuferin (ebenfalls Schauspielerin) zurechtgewiesen, dass sie sich hier mit ihrem Kopftuch nicht vordrängeln soll. (Rassistisches) Ergebnis: Niemand schreitet ein und weist die Verkäuferin – wegen ihres Verweises auf das Kopftuch – zurecht.

Eine schwarze „Antirassismustrainerin“ und „Afrikaforscherin“, Josephine Apraku, erklärt diese Ergebnisse sodann dem deutschen Fernsehzuschauer im Sinne ihrer Hautfarbe und im Sinne des ZDF. Ihr Fazit (hier im Video bei 1:22 min): „Also, ich glaube, es gibt hier ganz viele unterschiedliche Aspekte, die gleichzeitig wirksam und bedeutsam sind.“ Das klingt schon mal ziemlich tiefgreifend und differenziert.

Übersehen wird dabei, dass man sowohl in der Physik als auch bei sozialen Experimenten Gegenexperimente machen kann. Hier wären die folgenden denkbar:

Ein weißer junger Mann und ein schwarzer junger Mann bitten in einer überwiegend von Schwarzen bewohnten Gemeinschaft Passanten um ihr Handy. Dies könnte im schwarzen Stadtteil Compton von Los Angeles geschehen oder im südafrikanischen Pretoria oder auch im Görlitzer Park in Berlin. Warum blieb die Gegenprobe aus?

Man könnte auch einen durch seine Kippa als Juden erkennbaren Mann in einen türkischen Bäckerladen in Berlin-Neukölln schicken und ihn dann anweisen, sich dort vorzudrängeln. Würden die Anwesenden ihn in Schutz nehmen, wenn auf die Kippa „Bezug genommen“ würde?

Oder zwei als schwules Pärchen erkennbare Männer (sie halten zum Beispiel Händchen) bitten einmal um eine Kirchenführung und dann um eine Moscheebesichtigung, jeweils nach den Gottesdiensten am Freitag oder am Sonntag. Lässt man sie gewähren?

Warum geschieht das nicht? Warum gibt es keine Umkehrprobe? Wir wissen die Antwort und das ZDF kennt sie auch, selbst die schwarze „Rassismusforscherin“ kennt sie und will sie den Zuschauern und sich selbst ersparen. Deswegen baut man die Experimente so auf, dass sie das gewünschte Ergebnis liefern.

Das ZDF antwortet grundsätzlich nicht auf Anfragen von PI-NEWS, weil das inhaltliche Auseinandersetzung bedeuten würde. Es kann sich aber Anfragen von Zwangsgebührenzahlern nicht verschließen. Sollte deshalb jemand aus der Leserschaft beim ZDF nachfragen, warum sie nicht wie hier vorgeschlagen verfahren, werden wir gerne die Antwort des Senders hier veröffentlichen.

» Kontakt: zuschauerservice@zdf-service.de