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Ein Schulskandal erschüttert Norddeutschland

Von MANFRED ROUHS | Nest, Nashorn, Nuss, Neger, Nilpferd, Nagel und Nase – all diese Begriffe beginnen mit einem „N“. Grundschullehrer wissen, dass sich ihre Schüler sprachliche Zusammenhänge besser merken, wenn sie in vereinfachter Form grafisch dargestellt werden. So ist es offenbar auch bereits vor Jahrzehnten an Grundschulen im Kieler Umland geschehen. Und entsprechende Kopiervorlagen wurden von einer Lehrer-Generation an die nächste weitergegeben.

Jetzt aber, im Zeitalter des Gut- und Bessermenschen, ist Schluss mit der Pädagogik von anno dazumal. Erschrocken und entsetzt reagierte eine Grundschullehrerin in Norddeutschland, als sie einen zweiten Blick auf den Buchstaben „N“ im zugehörigen Puzzle ihrer Lehranstalt warf. O graus! Da ist doch glatt ein schwarzer Mann gezeichnet! Mit krausen Haaren, krausem Halsschmuck und sogar einem krausen Lendenschurz. Die N-Person sieht doch tatsächlich aus wie ein afrikanischer Urwaldbewohner. Bei der Darstellung handelt es sich also offenbar um eine hinterlistige Ausgeburt absurder und gesellschaftlich längst überkommener Vorurteile, mit denen Kinder auf gar keinen Fall konfrontiert werden dürfen.

Immerhin war der Lehrkörper mutig genug, sofort die betroffenen Eltern zu informieren, deren Kinder diese schreckliche und sozialethisch desorientierende Darstellung in der Grundschule hatten anschauen müssen. Nicht auszudenken, welchen Schaden die seelische Entwicklung dieser jungen Menschen genommen hätte, falls die mutige Pädagogin nicht eingeschritten wäre!

Von wem sonst könnte dieser skandalöse Vorfall in seiner ganzen Tragweite richtig bewertet werden, wenn nicht von der zuständigen Bildungsministerin des Landes Schleswig-Holstein? Karin Prien (CDU) stellt klar: „Der Vorfall zeigt, dass noch zu viele Arbeitsmaterialien an unseren Schulen kursieren, die unseren professionellen Ansprüchen an gute Schule nicht gerecht werden“, berichtet der „Focus“.

Da bleibt uns nur zu hoffen, dass der Buchstabe „N“ im schleswig-holsteinischen Grundschul-Puzzle bald durch eine akzeptable bildliche Darstellung ersetzt werden kann. Konstruktive Vorschläge und zeitgemäße Entwürfe nimmt das Kultusministerium in Kiel entgegen.


PI-NEWS-Autor Manfred Rouhs, Jahrgang 1965, ist Vorsitzender des Vereins Signal für Deutschland e.V., der die Opfer politisch motivierter Straftaten entschädigt. Der Verein veröffentlicht außerdem ein Portal für kostenloses Online-Fernsehen per Streaming und hat die Broschüre Coronazeit – Leben im Ausnahmezustand“ herausgegeben. Manfred Rouhs ist als Unternehmer in Berlin tätig und vermittelt Firmengründungen in Hong Kong.