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Die mutlosen Deutschen

Von WOLFGANG HÜBNER | „Mut funktioniert offenbar wie ein Muskel. Wenn du ihn nicht benutzt, schrumpft er“ – dieses Zitat aus dem Roman „Artur Lanz“ von Monika Maron kam mir in den Sinn, als ich von einer aktuellen Umfrage des Allensbach-Instituts las, wonach weniger als die Hälfte der repräsentativ befragten Deutschen glauben, ihre Meinung im eigenen Land frei äußern zu können. Das ist ein vernichtendes Zeugnis für den Staat der Merkel, Steinmeier und deren obersten Gesinnungsjäger Haldenwang.

Eine Demokratie, in der das offene Wort ängstlich gescheut wird, ist nur noch eine Fassadendemokratie. Es ist allerdings auch alles andere als ein gutes Zeugnis für die Mehrheit der Deutschen, die offenbar den Muskel Mut nicht trainieren – ob nun aus Angst, Feigheit, Bequemlichkeit, falschem Harmoniebedürfnis oder weil Mut zum offenen Wort irgendwie störend erscheint.

Ein Volk, das sich die freie Meinungsäußerung mehrheitlich selbst verweigert, ist auf dem Weg in kollektives Duckmäusertum. Autoritäre Kräfte werden das zu nutzten wissen, sie tun das auch längst schon. Zum Beispiel die Grünen, deren Anhänger übrigens laut der Umfrage mit großer Mehrheit überzeugt davon sind, man könne seine Meinung in Deutschland frei sagen.

Kein Wunder, ist die grüne Ideologie und Sprachregelung doch inzwischen vorherrschend im öffentlichen Meinungsspektrum. Waren 1971 noch 83 Prozent der Deutschen sicher, ihre politische Meinung frei äußern zu können, so ist das 2021 auf nur noch 45 Prozent gesunken. Diese dramatische Verschlechterung des Meinungsklimas fand besonders stark in den Jahren der Merkel-Kanzlerschaft statt.

Gleichwohl hat auch in dieser Zeit keine offene Diktatur in Deutschland geherrscht. Das negative  Meinungsklima wird zwar immer stärker von den grünlinks dominierten Medien bestimmt. Diese Tatsache führt dazu, dass Themen wie Muslime/Islam oder Vaterlandsliebe/Patriotismus als besonders gefährlich für eine Meinungsäußerung gelten.

Doch allein das erklärt nicht die im privaten Bereich oft genug gemachte Erfahrung, solche Themen zu meiden, weil sonst selbst im vertrautesten Bekanntenkreis Konflikte oder zumindest betretene Missbilligung die Folgen sind. Andererseits ist genau die – oft durchaus verständliche – Vermeidung das falsche Rezept. Denn Selbstzensur lässt den Mutmuskel immer mehr schrumpfen. Und es gibt ja auch die Erfahrung, dass offene Worte zu heiklen Themen auch auf andere befreiend wirken können. Also: Mehr Mut zum Mut, liebe Landsleute!

P.S.: Ich wurde gerade für drei Tage bei Facebook wegen des vorliegenden Textes “Die mutlosen Deutschen” gesperrt, den ich auch bei FB mit großer Resonanz veröffentlicht habe. Eine Ermunterung zum Mut als “Hassrede” zu identifizieren – das muss man sich erst mal ausdenken!


Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.