Körting verteidigt seine Extremistenkontakte

Körting verteidigt seine Extremistenkontakte

Einige Tage nach PI hat auch die Berliner Morgenpost, bisher als einzige deutsche Zeitung, den Skandalbesuch des Berliner Innensenators Körting bei der verfassungsfeindlichen Moslemorganisation Milli Görüs thematisiert. Körting verteidigt darauf hin seine Kumpanei zum Fastenfressen vor dem Abgeordentenhaus.

Zwei Tage nach dem PI-Bericht meldete auch die Morgenpost:

Der Berliner Innensenator Ehrhart Körting hat das Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan mit Berliner Islamisten gefeiert, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Obwohl der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs verfassungsfeindliche Ziele vorgeworfen werden, sieht die Innenverwaltung keinen Anlass, solche Einladungen abzulehnen. (…)

Körting hielt auf dem so genannten „Iftar-Empfang“ der „Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG)“ eine Rede, in der er für eine engere Zusammenarbeit mit der IGMG warb, wie es auf der Internetseite der Organisation heißt.

Laut Verfassungsschutz ist die IGMG mit 27.500 Mitgliedern die größte islamistische Organisation in Deutschland. Sie gibt sich seriös-konservativ und hat enormen Einfluss in der Dachorganisation Islamrat für Deutschland.

Eine Distanzierung von verfassungsfeindlichen Zielen gibt es laut Erkenntnissen des Berliner Nachrichtendienstes nicht. „Es bestehen (…) gewichtige Anhaltspunkte für den Verdacht einer islamistischen, gegen westliche Demokratien und ihre Werte an sich gerichteten Grundlinie“, heißt es im aktuellen Verfassungsschutzbericht. Der Berliner IGMG-Landesverband sei dem „traditionalistischen Flügel“ zuzuordnen. „Eine programmatische Neuausrichtung und Reformierung des Verbandes ist derzeit nicht zu erkennen.“ (…)

In einem Beitrag auf der Internetseite der IGMG heißt es: „In seiner Rede warb Ehrhart Körting für ein besseres Verständnis des Islam und brachte seine Zufriedenheit zum Ausdruck, Gast beim Iftar-Empfang sein zu können.“

Nach Körting kam der IGMG-Generalsekretär Oguz Üçüncü zu Wort. Gegen ihn und andere Funktionäre islamistischer Verbände ermittelt die Staatsanwaltschaft in München. Den Beschuldigten wird Betrug und Geldwäsche vorgeworfen. Mit den Geldern sollen islamistische Gruppen im Raum München und Ulm unterstützt worden sein.

Körting rechtfertigt seinen Besuch jetzt unter anderem mit dem Antisemitismus seiner Gastgeber:

Unter anderem distanziere sich Milli Görüs nicht ausreichend vom Antisemitismus. „Ich bin dafür, mit Organisationen zu sprechen, die auf den muslimischen Teil unserer Bevölkerung großen Einfluss haben, und unsere Positionen deutlich zu machen“, sagte Körting.

Die strengen Worte des Innensenators bei seinem Kreuzzug für die Demokratie und gegen Antisemitismus scheinen bei den Betroffenen nicht so recht angekommen zu sein. Lags am großen Hunger, dass man im eigenen Bericht die Aussagen des höchsten Staatsschützers eher als Kritik an der Geißel der Islamophobie der Deutschen verstand als am eigenen Islamverständnis?

In seiner Rede warb Ehrhart Körting für ein besseres Verständnis des Islams und brachte seine Zufriedenheit zum Ausdruck, Gast beim Iftar-Empfang sein zu können. Der Ramadan sei der Monat des Friedens. Um diesen Frieden zu festigen, müsse die Zusammenarbeit mit der IGMG verstärkt werden, so der Innensenator. Gegenseitiges Verständnis und Toleranz seien dabei eine notwendige Voraussetzung. Der Islam sei für die deutsche Gesellschaft aber eine neue Religion, weshalb etwa Moscheebauten als neue Erscheinungen wahrgenommen werden.

So löblich es ist, dass die Berliner Morgenpost als einzige deutsche Zeitung den Bericht von PI aufgreift, haben wir doch noch eine Frage an die Qualitätskollegen. Es betrifft mal wieder den richtigen Gebrauch des Begriffes „Islamisten“, mit dem wir als journalistische Laien bekanntlich immer unsere liebe Not haben.

Tatsache ist, dass Milli Görüs in Deutschland die mit Abstand größte muslimische Organisation überhaupt ist. Wenn diese Organisation nun politisch korrekt „islamistisch“ zu nennen ist, was doch eigentlich eine kleine Minderheit von Muslimen charakterisieren soll, die den Islam in seiner Friedfertigkeit und Toleranz irgendwie missverstanden haben – heißt das dann nicht, dass eine große Mehrheit der Muslime in Deutschland sich zu diesem seltsamen Phänomen des „Islamismus“ bekennt? Und müsste man dann nicht eigentlich deren Glaubensauffassung der Einfachheit halber „Islam“ nennen –  und für die Minderheit der andersdenkenden Mohammedaner einen noch zu erfindenden Exklusivbegriff verwenden? Analog zum Problem des Alkoholismus vielleicht: „Trockene Islamisten“?

(Spürnase: Jan S.)