OECD-Studie gibt Westerwelle recht


Während weiterhin aus allen Rohren scharf auf den FDP-Chef geschossen wird und ein Hartz IV-Empfänger sich nicht entblödet, ihn wegen angeblicher Beleidigung anzuzeigen, gibt eine OECD-Studi Guido Westerwelle recht. Arbeit lohnt sich nicht in Deutschland. Das deutsche Sozialsystem bietet Haushalten mit Kindern nur wenig finanzielle Anreize,, eine gering bezahlte, aber existenzsichernde Beschäftigung aufzunehmen. Regulär beschäftigte Personen haben schon bei einem geringen Verdienst einer relativ hohen Steuer- und Abgabenbelastung.

Der Spiegel schreibt:

Seit Tagen provoziert FDP-Chef Guido Westerwelle mit seiner Kritik an Hartz IV wütende Reaktionen – der Streit wirft Fragen auf: Wie gut oder schlecht sind deutsche Sozialhilfeempfänger wirklich gestellt? Und bietet der Staat Arbeitslosen genug Anreize, sich wieder einen Job zu suchen?

Eine neue Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gibt auf diese Fragen umfassende Antworten im internationalen Vergleich. Und auch sie stellt die Effektivität des deutschen Sozialstaats in Frage.

Laut OECD ist die finanzielle Absicherung deutscher Erwerbsloser im europäischen Vergleich eher gering – trotzdem sind die Anreize für Erwerbslose, sich eine Stelle zu suchen, vergleichsweise klein.

Eine Kernaussage der Untersuchung: Kurz nach dem Jobverlust sind Familien mit Kindern und Alleinerziehende besser gestellt als Singles oder Paare ohne Kinder.

Und BILD gibt Folgendes zu denken:

So hat zum Beispiel eine gering qualifizierte Alleinerziehende mit zwei Kindern (im Dienstleistungsbereich) mit einem regulären Job 1392,- Euro netto. Mit Hartz IV wären es dagegen 1498,- Euro pro Monat – mehr als 100 Euro mehr!.

„Das Hartz-IV-System wirkt wie eine Falle, in der sich Arbeit nicht lohnt“, lautet die Schlussfolgerung der Studie. IfW-Experte Alfred Boss: „Wir haben ein Problem.“ Wirklich? Zeit wurde es, dass endlich jemand den Mut fand, diese überfällige Diskussion anzustoßen.

(Spürnasen: klausklever und Andreas)