Pastorin hofft auf „Wunder von Billstedt“

Doppelfisch PastorinNachdem Weihbischof Jaschke eine „Islamisierung mit Augenmaß“ forderte (PI berichtete), hofft eine Pastorin (Foto) aus dem Hamburger Stadtteil Billstedt, dass die ohne Bürgerbeteiligung geplante Großmoschee mit der Vorab-Genehmigung so erfolgreich und integrationsfördernd wie das „Wunder von Marxloh“ werden würde. Henryk M. Broder und Hamed erlebten dort auch ihr Wunder.

Nun betet die Pastorin für ein „Wunder von Billstedt“. Sie schreibt bei BILD (Hamburg) vom 26.2.11 auf Seite 11 (leider nicht online) wörtlich:

Ist Billstedt reif für ein Wunder?

Bei uns in Hamburg-Billstedt soll eine Moschee gebaut werden. Eine große Moschee: Sieben Stockwerke hoch ist sie geplant, mit Versammlungsräumen und Altenwohnungen. Sie soll Treffpunkt werden für die 35 000 afghanischen Muslime in Hamburg.

Als das bekannt wurde, gab es umgehend Protest: Den Bau dürfe es nur ohne Minarett und Muezzin geben – sonst passe das nicht nach Billstedt, sagte ein Politiker. Das löse automatisch Ängste bei den Bürgern aus, meinte ein anderer.

Finden Sie das auch? Würde Ihnen eine Moschee in Ihrem Stadtteil Angst machen? Ich verstehe ehrlich gesagt die ganze Aufregung nicht. Wir haben ein garantiertes Recht auf freie Religionsausübung in Deutschland.

Das enthält auch das Recht auf angemessene Orte für Gebet und Gottesdienst – für Muslime ebenso wie für Christen. Die Zeit der Moscheen in Hinterhof-Teppichhallen ist vorbei.

Daran kann ich nichts Schlimmes finden. Und anstatt Ängste zu schüren, könnten die Verantwortlichen in Politik und Kirche doch Mut machen, miteinander zu reden (statt wie so oft übereinander).

Das geht durchaus. In Duisburg-Marxloh zum Beispiel hat es geklappt. Dort sollte die größte Moschee in Deutschland gebaut werden. Es gab keine empörten Aufschreie, dafür aber viele Gespräche miteinander, auch über Ängste und Vorurteile.

Muslime und Christen sind aufeinander zugegangen. Die Moschee wurde gebaut. Und inzwischen spricht man wegen der guten Zusammenarbeit und der gelungenen Integration in Duisburg immer öfter vom „Wunder von Marxloh“.

Und wer weiß? Wenn die große Moschee in Billstedt gebaut wird, hat es vielleicht auch schon Zeichen gegeben für ein „Wunder von Billstedt“.

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(Von Alster)