Der „dunkle Leuchtturm“ Imam Idriz

Die Stuttgarter Nachrichten haben am Dienstag eine umfangreiche Bestandsaufnahme über den vermeintlichen „Leuchtturm“ der deutschen Imame veröffentlicht. Mit Leitartikel auf der Titelseite und einem ganzseitigen Bericht auf Seite drei plus Kommentare. Zum ersten Mal hat eine deutsche Zeitung den vermeintlichen „Vorzeige“-Imam umfassend unter die Lupe genommen.

(Von Michael Stürzenberger)

Das Rechercheteam war wochenlang auf Spurensuche und fand tiefe Verstrickungen in die fundamentalistische Islamszene. Idriz war nicht in der Lage, auf zwölf detaillierte Fragen zu seinen hochbedenklichen Verbindungen auch nur eine entlastende Antwort zu geben, was die Stuttgarter Nachrichten online dokumentierten (PI berichtete am Dienstag). Vermutlich weiß der „Vorzeige“-Imam, dass er mit jedem Versuch, sich aus diesem Dickicht herauszuwinden, neue Lügen fabrizieren muss. Also schweigt er und fabriziert lieber seine typisch inhaltslosen Worthülsen.

Bereits auf der Titelseite der Stuttgarter Nachrichten war das beherrschende Thema der Dienstagsausgabe angekündigt: Unter der Überschrift „Vorzeige-Imam glänzt mit falschem Diplom“ wird dargelegt, dass Idriz über keinen in Deutschland anerkannten Abschluss verfügt. Und dass Hildebrecht Braun, der Rechtsanwalt des „moderaten“ Imams, massiv die Veröffentlichung des Artikels zu verhindern versuchte. Soll da etwa ein tiefer Sumpf von gefährlichen Verbindungen vertuscht werden?

Ehrlichkeit war noch nie die hervorstechendste Eigenschaft des Penzberger Imams, der von vielen bekannten Politikern wie Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger, Grünen-Chef Cem Özdemir, Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, dem ehemaligen bayerischen Landtagspräsidenten Alois Glück und unzähligen Lokalpolitikern aus München und Oberbayern kritiklos hofiert wurde. Nicht zu vergessen Kirchenvertreter wie das Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland, Johannes Friedrich. Ebenfalls auf der Titelseite formuliert Redakteur Franz Feyder in seinem Kommentar zum Tagesthema, dass in Deutschland „Kein Bedarf“ an einem Imam sei, der in bezug auf seinen Lebenslauf und seine Welt schwindele. Dies störe die wahre Integration der Muslime, die jeder Unterstützung bedürfe. Feyder stellt heraus, dass Idriz in seinen Büchern und Predigten Scharfmacher zum Vorbild stilisiere, die Selbstmordattentate rechtfertigen, dass er Kriegsverbrecher verherrliche und sich dem Druck von Islamisten beuge, von denen er offenbar auch finanziell unterstützt werde.

Viele von diesen Fakten waren seit Jahren auf PI zu lesen, aber leider wurden sie bisher weitestgehend ignoriert. Nun sieht es anders aus. Wenn eine große deutsche Zeitung bei seiner Recherche in Teilen darauf zurückgreift und die Quelle auch noch erwähnt, ist dies ein wichtiger Schritt, um PI als zuverlässiges Medium zu etablieren. Auf der gesamten Seite drei der Stuttgarter Nachrichten wird die Fülle der unheimlichen Verstrickungen des mazedonischen Imams unter der Überschrift „Dunkler Leuchtturm“ zusammengefasst. Kaum etwas bleibt unerwähnt: Milli Görüs, die Muslimbrüder, Ibrahim El-Zayat, die Verfassungsschutz-Überwachung, die Finanzquellen aus dem erzkonservativen Emirat Shardjah und sein Studium beim islamistischen Institut Chateau Chinon. Besonders erhellend ist auch das Motto des Institutsgründers Hasan Al-Banno:

„Der Heilige Krieg ist unser Weg, und der Tod im Namen Gottes ist die höchste Erfüllung“

Bezeichnend, dass Idriz nicht in der Lage war, auf die Frage nach einer Distanzierung von diesem Motto eine Antwort zu geben. Er kann sich offensichtlich nicht von jenen Scharfmachern distanzieren, die er zuvor in verklärenden Beschreibungen als muslimische Vorbilder angepriesen hatte. Beispielsweise den tunesischen Nahda-Chef Rachid Al-Ghannouchi, der Mütter von palästinensischen Selsbtmordattentätern segnete, den früheren bosnischen Staatspräsidenten Alija Izetbegovic, der die Unvereinbarkeit von islamischen mit nicht-islamischen Systemen propagierte und einen Frieden zwischen ihnen ausschloss, Großmufti Mustafa Ceric, der eine islamische Rechtfertigung für Selbstmordattentäter in Israel angefertigt haben soll, nach der sich die Anschläge auch gegen Frauen und Kinder richten dürfen, sowie Waffen-SS-Imam Husein Djozo, dessen Handschar-Division den Kampf gegen die Tito-Partisanen äußerst brutal geführt haben soll.

Die sorgsam aufgebaute Kulisse um den Penzberger Imam scheint mächtig ins Wanken zu geraten. Hinter diese Enthüllungen der Stuttgarter Nachrichten gibt es jetzt kein Zurück mehr. Dass der frühere FDP-Bundestagsabgeordnete Hildebrecht Braun intensiv versuchte, als Anwalt von Idriz diese Veröffentlichung zu unterbinden, ist entlarvend. Franz Feyder hat es unter der Überschrift „Der Imam und die Pressefreiheit“ beschrieben, wie Braun per Telefon Druck ausübte und gar juristische Konsequenzen androhte. Als klar wurde, dass die Stuttgarter Zeitung auch mit PI Recherche-Kontakt hatte, versuchte Braun Europas größten Internet-Politblog zu diskreditieren:

„Sie gestatten mir schon den Hinweis, dass eine Zeitung mit dem Anspruch Ihres Hauses überlegen muss, mit wem sie zusammenarbeitet und wessen Interessen sie wahrnimmt.“

Imam Idriz setzt per email noch einen Diffamierungsversuch obendrauf:

Wie Ihnen bekannt sein müsste, hat der norwegische Terrorist und Massenmörder von 77 Menschen, Anders Breivik, in seinem Manifest „Politically Incorrect“ (PI) erwähnt. Diese Nähe sollte sie schon nachdenklich machen.“

All diese durchschaubaren Ablenkungsversuche liefen bei den Stuttgarter Nachrichten ins Leere, man ließ sich dort weder einschüchtern noch bedrohen. Diese charakterstarke und wahrheitsliebende Haltung sollte ein Vorbild für die deutsche Presselandschaft sein, nicht mehr länger zu schweigen. Die Information über den Inhalt dieser Artikel ging heute morgen an die deutschen Medien. Keiner kann mehr behaupten, er hätte von nichts gewusst. Wer jetzt weiter schweigt, ist mitverantwortlich für die schleichende Islamisierung Deutschlands, die einmal verhängnisvolle Folgen haben wird.

All die Heuchler aus der 68er-Generation, die ihren Eltern den selbstgerechten Vorwurf machten „Warum habt Ihr nichts getan“, werden sich nun genau diese Frage selbst stellen lassen müssen. Wobei die Ausgangssituation eine völlig andere ist: Damals riskierte man sein Leben, wenn man kritische Fragen stellte. Heute leben wir (noch) in einer Demokratie, und es ist geradezu die Pflicht eines jeden Journalisten, Politikers, Kirchenvertreters und sonstigen Repräsentanten dieser Gesellschaft, seinen gesunden Menschenverstand zu benutzen und vor gefährlichen Entwicklungen zu warnen.

Imam Idriz ist der einzige Imam, den die politisch korrekte Landschaft als Repräsententanten des sagenumwobenen „moderaten Euro-Islams“ vorzuweisen hatte. Wenn sie ihn fallen lassen müssen, dann stehen sie mit leeren Händen dar, womit auch der Islam insgesamt enttarnt ist. Und sie müssen eingestehen, dass sie jahrelang einem Wolf im Schafspelz – entgegen besseren Wissens – die Treue gehalten haben. Daher wird es jetzt spannend sein zu beobachten, wie sie sich herumwinden werden.

Hier die Stuttgarter Nachrichten Print-Artikel vom 24.4. im Einzelnen:

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