Pussy Riot: morgen Urteil zu „Muschi-Aufstand“

Morgen soll das Urteil über die russische Punk-Band „Pussy Riot“ fallen. Der „Muschi-Aufstand“ wird hierzulande als Leuchtturm der Meinungsfreiheit gehandelt, und Putin ist der Bösewicht. Daß die Weibsbilder ins Allerheiligste der höchsten russischen Kirche eingedrungen sind, in das nicht einmal die Gläubigen hinein dürfen, das erfährt man im Westen nicht, ist ja auch nicht wichtig, wenn die Gefühle der Orthodoxen beleidigt werden. Aber nicht die ganze Welt muß ticken wie unsere gleichgeschaltete Journaille. Lesen Sie, was Andre Lichtschlag dazu schreibt: 

… solche Nebensächlichkeiten interessieren den gemeinen deutschen Journalisten im Kampfeinsatz nicht. Für ihn geht es um mehr: Das hohe Gut der Meinungsfreiheit sei von der neuen russischen Diktatur fürchterlich bedroht! Oder in zwei Worten: Pussy Riot! Das ist der ausdrucksvolle Name einer feministischen Punk-Combo, bestehend aus etwa zehn jungen Damen, die seit Jahren keiner geregelten Arbeit nachgehen. Von wem sie wofür finanziert wurden und werden, darüber gibt es nur Spekulationen.

Am 21. Februar war die Truppe in die Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau eingedrungen, dem zentralen Gotteshaus der russisch-orthodoxen Kirche, vergleichbar mit dem Petersdom für Katholiken. Dort im allerheiligsten Bereich, dessen Zutritt nur höchsten Priestern gestattet ist, schrien sie mit über den Kopf gezogenen Mützen maskiert vor den anwesenden Gläubigen nette Menschenrechtsparolen wie: „Die Kirche ist die Scheiße Gottes!“ Nun sitzen drei von ihnen in Untersuchungshaft, angeklagt wegen grober Verletzung der öffentlichen Ordnung. Übermorgen wird das Urteil erwartet.

Die westlichen Qualitätsjournalisten verwandelten das unangemeldete und ungestattete „Konzert“vor dem Altar in ein „Punk-Gebet in der Kirche“. Und das jugendliche Feminat zu Ikonen der politischen Opposition. Auch Pop-Oma Madonna, die morgen ihren 54. Geburtstag feiert, nutzte ihren Auftritt in Moskau, um die Russen in einer zehnminütigen Politrede innerhalb eines 80 minütigen, mit zweieinhalb Stunden Verspätung begonnenen Konzerts zu ermahnen. Klar, dass auch die junge deutsche Musikergarde gerne mit einstimmte: Udo Jürgens (77), Udo Lindenberg (66), Marius Müller-Westernhagen (63) und Peter Maffay (62) fordern „Freiheit für“den „Fotzen-Aufstand“. Und die Evangelische Kirche in Deutschland „hofft“ in Person ihres Auslandsbischofs Martin Schindehütte „auf einen Freispruch“ für das „Punk-Gebet“. Dabei hätten sich die Damen bei entsprechendem Verhalten auch in Deutschland strafbar gemacht…

(Auszug aus André F. Lichtschlag: Ein russisch-deutscher Frontbericht. Das Urteil wird morgen erwartet. Und hier die Prawda dazu!)