Stuttgart: Ausführlicher Video- und Fotobericht zur 2. Demo gegen den Bildungsplan 2015

Am 1. März fand in Stuttgart die zweite große Demonstration gegen den „Bildungsplan 2015“ mit über 1500 Teilnehmern aus ganz Deutschland statt (wir berichteten). Die Landesregierung muss jetzt liefern. Wann werden endlich Gespräche mit den Bildungsplangegnern geführt? Wo ist die Landesregierung konkret bereit, nachzubessern oder besser noch, zu streichen. Solange sich hier nichts bewegt, wird der Kampf um die Köpfe unserer Kinder weiter gehen.

(Von PI-Stuttgart)

Kretschmann will keinen Kulturkampf, sagt er. Eröffnet hat ihn die grün-rote Landesregierung selbst und das schon lange vor ihrer eigentlichen Amtszeit. Sie sehen sich im Finale ihrer politischen Arbeit gestört, vielen Bürgern fällt jetzt auf, was im Windschatten grünen Gutmenschentums in die Köpfe unserer Kinder Einzug halten soll. Dieses trojanische Pferd ist jetzt enttarnt worden – und das ist gut so!

In den Reden zu Beginn der Veranstaltung wurde genau darauf Bezug genommen. Unter dem Schutz starker Polizeikräfte und einer verstärkten Riege von organisiert auftretenden Ordnern konnte die Kundgebung auf der Haupteinkaufsmeile Königsstraße sicher starten.

Kurz nach 14 Uhr begann die Kundgebung mit einem klassischen Musikstück, das auf einen friedlichen und besonnenen Protest einstimmte. Wieder wurden viele Teilnehmer von TV- und Printmedien interviewt.

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Zunächst wurden ein Grußwort der bekannten katholischen Schriftstellerin Gabriele Kuby verlesen. Darin sprach sie sich gegen eine staatlich verordnete Indoktrination aus: „Wir sagen Nein zur Zwangssexualisierung und Umerziehung der Kinder.“

Ein weiteres Grußwort wurde von der Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Christa Meves verlesen. Meves ermutigte die Teilnehmer, ihre Kinder vor dem Vorhaben der Landesregierung zu schützen: „Lasst es nicht zu, dass Eure Kinder in der Schule mit Halbwahrheiten fächerübergreifend zu Unnatürlichem manipuliert werden!“

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Mathias von Gersdorff von der Aktion „Kinder in Gefahr“ sprach die ungeheuerlichen politischen Wurzeln und Programme der Grünen an: die Legalisierung von Pädophilie und Inzest, die Abschaffung der Ehe (wird von der Grünen Jugend offen gefordert).

Die Schauspielerin und Publizistin Inge Thürkauf prangerte an, dass „eine Minderheit von Gender-Gläubigen bzw. ihre Lobby der Mehrheit der Bevölkerung eine neue Ideologie aufdrängen will“. Sie appellierte an Kretschmann, „die Gender-Ideologie zumindest in seinem Regierungsbereich Baden-Württemberg zu stoppen, um uns und unsere Kinder zu bewahren – vor der Neuen Weltordnung der Sexualität.“

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Karl-Christian Hausmann, stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU Stuttgart-Ost forderte die Bürger auf, für ihr Erziehungsrecht zu kämpfen und übermittelte Grüße von CDU-Fraktionschef Peter Hauk, der zuletzt der grün-roten Landesregierung „Gesinnungsterrorismus“ vorgeworfen hatte.

Die Rede Hausmanns wurde von üblichen Sprechchören „Faschisten… Nazis…“ und Attacken in Form von Obst und Gemüsebeschuss der linken Gegendemonstranten zu stören versucht. Teilweise flogen auch Wasserbomben.

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Nicht jedes Wurfgeschoss traf, teilweise wurde das Obst einfach aufgefangen.

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Prof. Dr. Micha Bloching sprach für die Partei der Vernunft gegen die staatliche Verletzung des elterlichen Grundrechtes auf Erziehung.

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Alexej Tuchscherer von der Aussiedler- und Migranten-Partei Deutschland – EINHEIT betonte die fehlende Aufklärung in der Bevölkerung über die Problematik des Bildungsplans.

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Alexander Beresowski, Europakandidat der Alternative für Deutschland (AfD) sprach von seinen eigenen Erfahrungen in der Sowjet-Diktatur und zog Parallelen zu den aktuellen politischen Entwicklungen in Europa.

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Nach den engagierten Reden setzten sich die nach Veranstalterangaben 1800 Demonstranten in Richtung „Neues Schloss“ in Bewegung und auch PI – das in der Stuttgarter Zeitung erwähnt wurde – war mittendrin statt nur dabei.

Dass unter den Rednern oder den Grußworten Evangelikale nicht zu finden waren, verwundert. Zu Recht bemängelten dies mehrere PI-Leser und Kommentatoren wie Tobias W. Er schreibt:

„Wichtig ist mir, dass wir Evangelikalen hier klar Stellung beziehen. Deshalb hoffe ich, dass auf der nächsten Demonstration ein Vertreter der Evangelikalen, beispielsweise der Evangelischen Allianz, spricht. Es wurde in den Reden und über die Botschaften auf den Plakaten deutlich, dass man es hier mit einer frischen, widerstandsfähigen und wachsenden Bewegung für Familie, Ehe und Kinder zu tun hat. Jeder, der heute mit dabei war, ging mit dem Gefühl nach Hause, dass hier der Aufbruch zu etwas Gutem entsteht.

Aus der Erkenntnis, Zustimmung und Einigkeit sollte Handeln erfolgen, um Wirkung zu entfalten. Dazu gehört für uns Christen natürlich das Gebet, aber doch auch das öffentliche Bekenntnis. Mögen wir uns doch in der Verantwortung für die nachfolgenden Generationen aktiv für den Erhalt christlicher Werte einsetzen!“

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Nach nur wenigen Metern wurde die Masse von einer Polizeikette zum Stehen gebracht. (Noch ohne Beteiligung linker Gegendemonstranten!)

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Zunächst sollten die zuvor schon randalierenden linken Gegendemonstranten seitlich festgesetzt werden.

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Letztendlich sammelten sich dann aber doch wieder vor der Polizeikette linke Chaoten und versuchten zu blockieren. Die Demonstranten sangen christliche Lieder und skandierten in den vorderen Reihe akustisch unterstützt von Trommlern: „Räumen!“

Nach etlichen Minuten ging es dann auch vorwärts. Die Polizei räumte.

Ein Polizeibeamter wurde durch einen Tritt in den Unterleib verletzt und musste behandelt werden. Außerdem wurde mindestens eine Person festgenommen.

Ab der ersten Blockade ging es dann auch ohne längere Pausen auf der genehmigten Demo-Route weiter Richtung Staatstheater. Dass es den Demonstranten Ernst ist mit ihrem Anliegen, zeigte sich schon allein dadurch, dass viele selbst gestaltete Plakate dabei hatten. Eine Auswahl:

Auf der Abschlusskundgebung wurde deutlich gemacht, dass man sich nicht mit einer kosmetischen Korrektur des Bildungsplanes zufrieden geben wird. Um sich zu vernetzen, wurde auf den neuen Internetauftritt der Demo-Veranstalter, zukunft-familie.org, verwiesen. Unmissverständlich vernehmbar wurde am Ende der Veranstaltung wieder vereint „Wir kommen wieder!“ ausgerufen.

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Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass sich etliche Medien wieder einmal darin versucht haben, die Tatsachen zu verdrehen. So wurden einerseits die Zahlen der Bildungsplangegner mit 800 (wie in der SWR-Landesschau) viel zu niedrig angegeben und andererseits die Zahlen der Gegendemonstration auf dem Stuttgarter Marktplatz mit 4000! gleich zehnfach überhöht angegeben. Entlarvend sind Bilder, die vor Ort eine Menge von bis zu 400 Personen zeigt. Die Stuttgarter Nachrichten haben sich mittlerweile korrigiert und sprechen jetzt von 300-400 Bildungsplanbefürwortern. Noch falsche Zahlen vermelden u. a. die Mainpost und der Deutschlandfunk:

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Von der Tribüne aus gesehen, offenbart sich dem Beobachter der Unterstützerkreis. Dazu zählen neben dem Ausrichter „Christopher Street Day Stuttgart“ auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann. Ihm scheint es nichts auszumachen, sich inmitten von Fahnen der Grünen zu präsentieren.

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Jeder, der den Wahlkampf vor Ort letztes Jahr mitbekommen hat, und Kaufmanns Positionen auch in anderen Politikfeldern wie zum Beispiel der doppelten Staatsbürgerschaft kennengelernt hat, fragt sich, ob es für ihn nicht konsequenter wäre, nicht nur inmitten grüner Parteiflaggen zu stehen, sondern gleich ganz die Partei zu wechseln. Wer schon kein Problem damit hat, Seite an Seite mit der Landtagsabgeordneten Brigitte Lösch (Grüne) zu stehen, die der Meinung ist, die Petitionseinreicher dürften in unserer Gesellschaft keinen Platz mehr haben, sollte sich die Frage stellen, ob jetzt nicht auch der richtige Moment für sein „Coming Out“ in die Grüne Partei gekommen ist.