Arabischer Medizintourismus in Bad Godesberg

bonn_IMG_2804Mit Patienten aus dem Ausland machen deutsche Ärzte und Kliniken zwei Milliarden Euro Umsatz im Jahr – ein beachtlicher Wachstumsmarkt, insbesondere, was die Zahl der Patienten aus dem arabischen Raum betrifft, deren Zahl sich von 2000 bis 2011 auf zuletzt rund 6.500 verdreifacht hat. Die frühere Kur-, spätere Diplomatenstadt und heutige Salafistenhochburg Bad Godesberg genießt mit ihren Krankenhäusern, Reha-Zentren und Uni-Kliniken einen hervorragenden Ruf bei den Anhängern der „Wahren Religion“, die hier auch eine perfekte religiöse Infrastruktur vorfinden: drei verfassungsfeindliche Moscheen, darunter die königliche Fahd-Akademie, laden zum Gebet und Informationsaustausch ein. Diese Gäste wohnen mit ihren Familienangehörigen mitten unter uns in Kliniken, Hotels, Pensionen und Mietwohnungen und entfalten hier ihr „heimisches Leben“, weshalb die Godesberger zwangsläufig vermehrt wegziehen.

(Von Verena B., Bonn)

Also belehrte die seit einem halben Jahr amtierende, smarte Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke (CDU, Foto) die aufmüpfigen Einheimischen am 26. Februar wieder einmal darüber, was gut für sie ist und wie eine verbesserte Willkommenskultur künftig für die zahlungskräftigen Gäste aus dem Morgenland auszusehen hat.

Zur Vortragsveranstaltung im Haus der Evangelischen Kirche in Bonn waren rund 80 kritische Bürger (mehrheitlich über 65 Jahre) der erkennbaren Oberschicht und wohl hauptsächlich aus Kreisen des „Colloquium Humanum e.V.“ gekommen. In euphorischen Worten pries die rhetorisch hervorragend geschulte Wirtschafts- und Kommunikations-Expertin Stein-Lücke die sensationelle Medizin-Landschaft klein Istanbuls Bad Godesbergs und die phänomenalen noch steigerbaren Prosperitätschancen, die die hauptsächlich aus „Arabien“ kommenden Gäste verheißen. Zugegebenermaßen gebe es hier auch einige Probleme des Zusammenlebens, die sich aber bei gegenseitigem gutem Willen ganz einfach lösen ließen.

Im vergangenen Jahr sind 800 Fremde (120 Patienten und 680 Begleitpersonen) allein aus Katar gekommen. Die islamischen Länder sorgen liebevoll für ihre ausreisenden Schwerkranken und ihr zahlreiches Begleitpersonal. Am Beispiel Katars erläuterte Stein-Lücke, dass das Land die Reise- und Klinikkosten (die allerdings häufig nicht beglichen werden) und ein tägliches Taschengeld von 400 Euro pro Person für Unterhalt und Lebenskosten zahle. Wenn also eine Familie mit fünf Kindern kommt, macht das bei einem Aufenthalt von mehreren Monaten ein erkleckliches Sümmchen, das ausgegeben werden will. Ihre Vorgängerin (Annette Schwolen-Flümann) habe sich nicht um dieses Potenzial gekümmert und ein Chaos hinterlassen. Als findige und ehrgeizige Unternehmerin hat Stein-Lücke nunmehr die Vision, Bad Godesberg zum erfolgreichsten Medizintourismus-Standort Deutschlands zu machen. Arm (und heruntergekommen) wie der Stadtteil sei, habe man gar keine andere Überlebenschance. Zu diesem Zweck müssten die „Services“ für die arabischen Touristen verbessert werden (moslemgerecht zertifizierte Hotels, Kindergartenangebote – internationaler Kindergarten an der Kennedyallee soll ausgebaut und bereichert werden -, Hinweise im Schaufenster von Hussel-Süßwaren, dass es dort auch halal-Gummibärchen gibt usw.). In der Arcadia-Passage (bereits unter afghanischer Herrschaft mit zahlreichen islamischen Geschäften und Shisha-Bars) habe man bereits ein „Welcome-Center“ für die Vollverschleierten eingerichtet. Ferner sei im Haus an der Redoute ein Nachmittag für das Treffen arabischer Frauen geplant. Leider hätten die Gäste kaum Kontakt mit den Einheimischen. Hier müsse sich deutlich etwas ändern, die Godesberger sollten ihre Abneigung gegen „Burkas“ (die sie auch nicht möge) ablegen und (gefälligst) auf die Gäste zugehen.

Dass bezüglich der Vermietung muslimischer und deutscher Investoren an Medizintouristen noch vieles im Argen läge, leugnete Stein-Lücke nicht. Angesichts der großen Wohnraum-Not (allein in Godesberg fehlen 400 Wohnungen) ist es natürlich ärgerlich, wenn arabische Investoren viele Wohnungen kaufen und sie für 200 Euro täglich an Medizintouristen vermieten, die laute Feste feiern, den Müll auf die Straße werfen, voll durchheizen und dabei die Fenster aufreißen u.v.m. Da die gewerbliche Nutzung in privaten (auch sozialen) Wohnanlagen verboten ist, liegt hier ein eindeutiger Verstoß gegen die Gesetze vor, der aber nur schwer nachweisbar sei. Die Bezirksvertretung Bad Godesberg hatte im vergangenen Jahr bereits einen Antrag auf Änderung der entsprechenden Zweckentfremdungs-Satzung gestellt, auf die der Stadtrat aber bis heute nicht reagiert hat. Dort ist man offensichtlich mehr damit beschäftigt, kleine Sünden deutscher Missetäter hart zu ahnden. Da die muslimischen Investoren die Mieten meist an der Steuer vorbei einkassieren, gehen der Stadt auf diese Weise natürlich riesige Einnahmen verloren. Stein-Lücke war aber guten Mutes, da sich inzwischen bereits 60 bis 70 Investoren (gnädig) bereit erklärt hätten, ihre Mieteinnahmen künftig zu versteuern und in den gemischten Unterkünften mit Hilfe von in Arabisch verfassten Hausordnungen für ein besseres Verhältnis der Kulturen untereinander zu sorgen.

Die hohen Mieten, die die Vermieter kassieren, brauchen sie, weil sie in der Regel nur in den Monaten April bis Oktober vermieten können (die Schwerkranken kommen lieber im Sommer, weil die Kinder dann Ferien haben) und sie die Wohnungen aufgrund spezieller, kultureller Gewohnheiten nach Auszug der Gäste von Grund auf renovieren und desinfizieren müssen.

Das Projekt „Medizintourismus entlang der Rheinschiene – Düsseldorf, Köln und Bonn“ wird vom Wirtschaftsministerium des Landes NRW gefördert.

In der sich anschließenden Diskussion meldeten sich viele Wutbürger zu Wort. Einer fragte, worin denn nun eigentlich der angebliche Nutzen der Touristen für die Godesberger Bürger bestünde. Bekanntlich erhalten ja die Fremden z.B. bei der Ausreise die Mehrwertsteuer auf gekaufte Waren zurück. Da es für Deutsche kaum noch Geschäfte für ihren Bedarf gibt (ich: „Nicht mal eine Wurstbude, weil sie die Gefühle der Moslems beleidigen könnte“) und man sich vor den schwarzen Vollverschleierten fürchte, ginge man eben nicht mehr zum Kaufen und Konsumieren in die Stadt. Viele Menschen kaufen auch im Internet ein, wo es entsprechende Angebote gibt.

Eine Teilnehmerin schlug vor, dass man doch, wie auch in andern Orten auch, eine Kurtaxe einführen könne, damit das arme Godesberg etwas verdiene. Für die dringend erforderliche Verschönerung und Gestaltung Bad Godesbergs, die auch den Einheimischen zugutekäme, kann Frau Stein-Lücke leider nur wenig tun, da ihr hierfür nur 25.000 Euro jährlich zur Verfügung stehen.

Auch das heiße Thema „Salafisten“ wurde natürlich angesprochen. Stein-Lücke erklärte, sie habe sich über dieses wichtige Thema bereits auf vielfältige Weise informiert und wisse jetzt schon einiges. Zur König-Fahd-Akademie befragt („Ist die immer noch so gefährlich?“) beruhigte die angehende Islam-Expertin den Fragesteller, indem sie darauf hinwies, dass es ihr nach intensiven Bemühungen gelungen sei, die Akademie und die Al-Ansar-Moschee nach dem Attentat auf Charlie Hebdo in Paris dazu zu bewegen, sich an einer Solidarisierungs-Menschenkette in Bad Godesberg zu beteiligen. Davon, dass in der Al-Ansar-Moschee die Steinigung von Frauen gerechtfertigt wird, wusste die Bezirksbürgermeisterin nichts, da sie nicht zu Moschee-Veranstaltungen geht und nicht PI liest.

Sorgen machten sich die Bürger auch wegen der Syrien-Heimkehrer. Allein aus Bonn sind 40 Gotteskrieger über die Türkei ausgereist und in den Dschihad gezogen. Stein-Lücke versicherte, dass die Heimkehrer nach ihrer Rückkehr gut betreut würden und die Gefahr somit gering sei, dass sie hier rückfällig werden.

Ein anderer Teilnehmer hielt der Referentin vor, sie rede die Gefahren klein, die auch von den (streng religiösen) Gästen ausgehe. Eine Dame fragte, ob man von den weiblichen Gästen nicht einfach verlangen könne, auf den Gesichtsschleier zu verzichten und sich den hiesigen Gewohnheiten anzupassen. In den islamischen Ländern müsse man sich schließlich auch züchtig bedecken. Zum Thema „Medizintourismus in Bad Godesberg“ kam es in letzter Zeit zu immer hitziger werdenden Debatten (PI berichtete).

Statt Lösungen der Probleme reden die Referenten aber lieber über die – ihrer Meinung nach – positiven Wirtschaftsaspekte, die durch die Begleiter der Gastpatienten ausgelöst würden. Geradezu absurd ging es auf einem Hearing zu, das „Haus & Grund“ am 4. Dezember 2014 veranstaltete, wo man den Godesbergern nahelegte, den Umgang mit Fremden zu lernen. Dazu sagte der stellvertretende Bezirksbürgermeister Michael Rosenbaum vom Bürger Bund Bonn: „In einem Stadtbezirk, der Jahrzehnte als Diplomatenstadt bekannt war und in dem die Begegnung mit Menschen aus aller Herren Länder zum Alltag gehörte, bedarf es solcher Nachhilfe nicht. Den Bad Godesbergern mangelnde Vorbereitung für den Umgang mit Fremden zu unterstellen oder ihnen anzuraten, den Zuzug von Ausländern doch als Bereicherung anzusehen, wie es sich Stadtbaurat Werner Wingenfeld im November 2013 auf der Jahreshauptversammlung von Haus & Grund bereits erlaubt hat, beweist Unkenntnis und ist reichlich dreist.“

Auf alle Sorgen und Fragen ihrer Untertanen hatte die Bezirksbürgermeisterin an diesem Abend letztlich nur eine Antwort: „Die Stadt verändert sich. Dem müssen wir Rechnung tragen, wenn wir nicht untergehen wollen. Früher gibt es nicht mehr!“

Wir Gestrigen danken Ihnen, Frau Stein-Lücke, für Ihre Bürgernähe. Wir verstehen, dass Sie nur das Beste für uns wollen!

In der WDR-Mediathek kann man die engagierte Bezirksmeisterin zu einem früheren Zeitpunkt noch einmal in voller Aktion zum Thema „Medizintourismus“ sehen und hören.