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Vlaams Belang, Charles Johnson und all das …

Robert Spencer (Foto) hat auf Jihad Watch zu den Streitigkeiten zwischen Charles Johnson (Little Green Footballs) und Fjordman Stellung genommen. Feuervogel hat den Artikel für PI übersetzt.

Einige Leute mögen bemerkt haben, daß ich bei diesem Eintrag einige Kommentare entfernt habe, die mit Little Green Footballs und den laufenden Streit über die europäischen Parteien Vlaams Belang und den Sverige Demokrats (“Schweden Demokraten”) zu tun haben.

Diese Kommentare enthielten persönliche Angriffe gegen den geschätzten Charles Johnson. Charles ist seit langer Zeit ein Freund und eine immense Hilfe für Jihad Watch gewesen. Normalerweise habe ich keine Zeit, hier Kommentare zu lesen, aber ich werde immer beleidigende entfernen, wenn ich darauf aufmerksam gemacht werde, und diese waren beleidigend. Deswegen verschwanden sie auch.

Was wir bei dieser Kontroverse sehen, ist ein Spektakel von Leuten, die ich sehr hoch schätze. Ich habe versucht, mit jedem der Beteiligten gute Beziehungen aufrechtzuerhalten, weil ich glaube, daß trotz der verbitterten Kontroverse ein jeder der Beteiligten aufrichtige Motive hat und im Herzen aufrecht geblieben ist. Alle wollen dem Jihad entgegenstehen, alle wollen Europa retten, wenn es denn gerettet werden kann. Alle versuchen das, was an westlicher Zivilisation gut ist, zu verteidigen, selbst wenn sie verschiedene Betrachtungsweisen für dieses Gut haben mögen.

Das ist der Grund, warum ich hier persönliche Angriffe gegen Charles entfernt habe und ich persönliche Angriffe gegen jeden der Beteiligten entfernen werde, wenn sie hier erscheinen und ich darauf aufmerksam gemacht werde.

Was gibt es zu der dahinterliegenden Kontroverse zu sagen? Meine Position dazu war von Anfang an klar und konsistent – tatsächlich lange vor dem Beginn des Streits. Hugh Fitzgerald und ich haben seit Jahren ein Problem mit der bedauernswerten Tatsache, daß die großen europäischen Volksparteien gänzlich darin versagt haben, das Thema Islamisierung Europas an die Tagesordnung zu bringen – ein Problem, das sie natürlich in vielen Fällen sogar befördert haben. Hugh und ich haben beide in vielen separaten Beiträgen beklagt, daß die großen Volksparteien so das Feld neofaschistischen und Neonazi-Parteien überlassen haben, zum Beispiel die holocaustleugnende weiß-rassistische Partei BNP und Haiders Partei in Österreich, sowie auch Persönlichkeiten wie LePen in Frankreich. Diese Parteien wurden in einigen europäischen Ländern die Einzigen, die die Themen Jihad und islamische Machtansprüche in den öffentlichen Diskurs brachten.

Das ist aus verschiedenen Gründen sehr zu bedauern. Es erlaubt den europäischen Eliten und dem politischen und medialen Mainstream weiterhin, den Widerstand gegen den Jihad als bloßes rassistisches Hirngespinst zu marginalisieren, anstatt diesen als Ausdruck berechtiger Sorgen zu betrachten. So wird der Verzicht und die Komplizenschaft durch die Art der Reaktion darauf verstärkt – ein Stillstand, den wohl nur ein neuer Churchill scheint, überwinden zu können; und momentan gibt es keine derartige Person am Horizont.

Der neofaschistische Charakter der Anti-Jihad Parteien in Europa hält auch viele anständige Leute davon ab, sich dem Widerstand gegen den Jihad anzuschließen, was sie andernfalls tun würden. Das ist ja die größte Schwäche des Arguments, daß niemand anderes sich dieser Bedrohung stelle und wir deswegen mit Leuten zusammenarbeiten sollten, die wir sonst mit Abscheu betrachten würden. Einige werden das niemals tun, und das schwächt die Kraft der Bewegung und deren Fähigkeit zu wachsen.

Und nun kommen wir zum Vlaams Belang (VB) und den Schweden Demokraten (SD). Der Streit ging um die Ehrlichkeit, mit der ein Bruch mit der Vergangenheit bei diesen Parteien vollzogen wurde: ihre Anhänger sagen, daß sie mit Naziverbindungen in der Vergangenheit gebrochen hätten, und daß sie klar pro-israelisch seien. Die Counterjihad-Konferenz, bei der all die Kontroverse ausgelöst wurde – denn es waren ja auch Vertreter von VB und der SD dabei – war offen pro-israelisch, darunter war auch eine Rede von Andrew Bostom zu Antisemitismus und dem israelischen Politiker Aryeh Eldad, den man gewiß nicht als Dhimmi bezeichnen könnte. Es gab da nichts, was da nach weißem Rassismus oder Neonazismus roch, und in der Tat schien es so, als ob eine neue Phase der Zusammenarbeit zwischen europäischen und amerikanischen Antijihadisten angebrochen wäre, obwohl …. Wie es immer auch ist, trafen sich die Vertreter von VB und der SD mit Bat Ye’or, Bostom, Eldad und anderen, um sie um ihre wahren Absichten zu täuschen, oder taten sie das, um einen sauberen Bruch mit deren Vergangenheit zu verkünden?

Wenn es ein aufrichtiger Bruch sein sollte, dann sollte er vollständig sein. Der VB hat viele hellsichtige und vernünftige Unterstützer in den Vereinigten Staaten, davon viele Leute, die ich selbst sehr hoch schätze. Aber viel ist seit dieser Konferenz ans Licht gekommen – vieles über das ich selbst nichts wußte, bevor ich dorthin ging, und ähnlich ging es da wohl auch den meisten Leuten aus den Vereinigten Staaten. Charles Punkte zu Fjordmans Text gestern zielen nicht daneben: “Nichts” — was in Fjordmans Artikel ist — “über das ‚White Power‘-Symbol im Jugendmagazin des Vlaams Belang, nichts über die Verbindungen von hohen Vertretern des Vlaams Belang zu dem reuelosen Nazikollaborateur Leon Degrelle, nichts darüber, daß Führende des VB mit der Polizei kämpften, um Blumen auf Gräber von SS-Soldaten zu legen, nichts über das ‚White Power‘-Symbol auf Filip DeWinters Buchumschlag, nichts über DeWinters Forderung nach einem “weißen Europa”.

Fjordman argumentiert, daß die einheimischen Völker in Europa durch ein von den Eliten angetriebenes Experiment, sie in ihren eigenen Ländern zu Minderheiten zu machen, überwältigt werden, und das ist ebenso ein guter Punkt. Aber da ist auf der einen Seite die Verteidigung der eigenen Kultur, auf der anderen Seite weißer Suprematismus, der auf Ideen wie rassischer Überlegenheit und Unterlegenheit basiert, und der durch Hitler eine historische Verbindung zu Völkermord hat. Das ist auf keinen Fall das gleiche, und eine Unterscheidung zwischen diesen ist absolut notwendig. Wenn der VB und die SD wirklich mit der Vergangenheit aufrichtig gebrochen haben sollten, so sollte so ein Bruch vollständig sein: Laßt sie sich mit ihren Verbindungen zu LePen und Haider auseinandersetzen, und sie eine Unterscheidung zwischen Verteidigung der eigenen Kultur und weißem Rassismus machen, die vollkommen klar ist und sie von der Position der Neofaschisten unterscheidet.

Aber über eines sind sich, trotz der Verbissenheit, auch Fjordman und Charles einig: Fjordman erklärt in seinem letzten Artikel zu der Kontroverse sein Missfallen über ein Bündnis des VB mit LePen. Wenn der VB sich von solchen Kräften klar abgrenzen würde, könnte diese schreckliche Kluft geschloßen werden.

Bin ich hier, als Amerikaner, etwa zu anspruchsvoll, zeige ich hier schlichte Unkenntnis, was europäische Politik angeht? Vielleicht. Aber das ist gar nicht der wesentliche Punkt, denn es gibt auch viele Europäer – nicht die Eliten, sondern einfache Bürger – die nichts mit jeglichen Parteien mit solchen Verbindungen zu tun haben wollen, außer und bis sie einen solchen Bruch vollziehen. Es gibt in Europa keine anderen, die sich dem Kampf stellen? Nun gut – das ist in sich selbst ein Teil des Problemes. Ich denke, daß die Konferenz selbst ein Zeichen war, daß der VB und die SD in die politische Mitte wollen, und dabei politische Positionen einnehmen wollen, welche es mehr Europäern erlauben würde, sich gegen den islamischen Jihad einzusetzen. Ich weiß, daß deren Vertreter momentan eher um die Politik in ihren eigenen Ländern besorgt sind denn eine Auseinandersetzung unter Bloggern, und das ist nur vernünftig und auch zu erwarten. Aber ich hoffen, daß sie schließlich auch die ihnen entgegengebrachten Bedenken ansprechen werden. Und bis sie das tun, ist es keineswegs unvernünftig, ihnen mit größter Reserviertheit entgegenzugehen.

Ich spreche hier keinen Bannfluch aus, jedoch wiederhole ich: Ich erkenne keinerlei neonazistische oder rassistische Individuen oder Gruppen als Mitkämpfer an und ich weise sie schärfstens zurück. Ich beobachte und warte nur darauf, was VB und SD jetzt tun werden, und ich hoffe, daß die Gemüter auf beiden Seiten abkühlen mögen und wir alle gemeinsam gegen den Jihad und den islamischen Herrschaftsanspruch ankämpfen können. So wie es heute ist, gibt es von uns nur ziemlich wenige.