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Duisburg: CDU-Politiker fordern mehr Moscheen

[1]Heute wurde in Duisburg-Marxloh die größte Moschee Deutschlands (Fotos [2]) eröffnet – ganz ohne Protest [3], was jetzt von Moschee-Befürwortern als Triumph gefeiert [4] wird. Eine Unterlassung mit Signalwirkung: Zur Eröffnungsfeier meinte [5] Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) [6], angesichts der vielen im Bundesland lebenden Muslime müsse es unbedingt noch mehr Moscheen geben. Auch Integrationsminister Armin Laschet (CDU) hält den Bau repräsentativer Moscheen in ganz Deutschland für eine „Selbstverständlichkeit“ [7].

Laschet ist überzeugt [7],

die in Nordrhein-Westfalen lebenden knapp eine Million Muslime seien eine Bereicherung für Deutschland, in dessen Grundgesetz auch die Religionsfreiheit verankert ist, …. Der Bau repräsentativer Moscheen sei daher eine „Selbstverständlichkeit“. Moscheen, die auch als Begegnungsstätten dienten, trügen zu mehr Transparenz und Verständigung bei.

Darin ist er sich mit allen anderen Politikern, Kirchenvertretern und dem Vorstand der Moscheegemeinde einig [4]:

Die Moschee ist ein positives Beispiel von Integration. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) fordert auf der Bühne: „Wir brauchen mehr Moscheen in diesem Land, aber nicht in den Hinterhöfen, sondern sichtbar, erkennbar.“ Und der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland sagt, dass Duisburg diesen Integrationsprozess gut bewältigt habe. Alle Redner loben unisono das, was die Moschee in Duisburg von den vielen anderen Bauvorhaben muslimischer Gemeinden in Deutschland unterscheidet: das Phänomen, dass in Duisburg alles friedlich zugegangen ist.

Anders als in Köln-Ehrenfeld oder Berlin-Pankow hat es in Duisburg beim Bau der größten Moschee Deutschlands keine öffentlichkeitswirksamen Proteste gegeben.

Rechte Parteien hatten keine Chance, den Moscheebau als Anlass zu nehmen, um gegen eine angebliche Islamisierung der Republik zu polemisieren. Eine einzige NPD-Demo hat es gegeben. Die Zahl der Gegendemonstranten aber war um ein Vielfaches höher. Und ein Raunen, das hier und da unter der nicht-muslimischen Bevölkerung zu hören war, scheint langsam dem Stolz über das prestigeträchtige Gebäude zu weichen.

Ob die paar Leute aus Duisburg, die sich heute zu einer kleinen Protestkundgebung trafen [8], fälschlicherweise auch gleich zur NPD gerechnet wurden, ist noch unbekannt.

Die übrigen Duisburger scheinen also stolz über das neue Gebäude zu sein, das immerhin knapp zur Hälfte [9] aus der öffentlichen Hand finanziert wurde.

Die Moschee bietet 1400 Menschen Platz und ist im traditionell osmanischen Stil errichtet. Der Bau kostete 7,5 Millionen Euro. Die EU und das Land NRW haben das Projekt im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ mit 3,2 Millionen Euro gefördert. Die übrigen Kosten übernahm der Moscheeverein der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB). Die Gemeinde hat nach eigenen Angaben 740 Mitglieder. In Duisburg leben 60.000 türkische Muslime.

Die türkischstämmige Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ates warnt indessen vor überzogenen Erwartungen an die integrationsfördernde Wirkung der neuen Großmoschee.

Sie habe Zweifel bei allen großen Moscheeprojekten, die neben dem sakralen Bereich noch einen Anbau hätten, der interkulturelles Leben fördern solle, sagte Ates gestern …

Der interkulturelle Dialog sehe meistens so aus, dass man sich ein- oder zweimal im Jahr begegne: „Es wird so getan, als ob da heile Welt wäre. Das ist nicht richtig. Ich finde, wir müssen ganz einfach aufhören, dass uns Leute da was vorlügen und wir das einfach so hinnehmen“, sagte Ates. Zugleich äußerte sie die Befürchtung, dass das Gemeindeleben zu einer „Zementierung der Parallelgesellschaft“ beitragen werde und „kein Austausch mit Deutschen“ stattfinde.

Auffällig ist in den meisten Fällen, in denen die DITIB baut [10], dass die Moscheen überdimensionierte – über das den Mitgliederzahlen angemessene – Gebetsstätten werden sollen.

Der osmanische Baustil erinnert an die Größe der Geschichte der Türkei und transportiert somit eine Haltung, die eher Richtung Vergangenheit geht als in die Zukunft weist. Die DITIB möchte für die Auslandstürken den Anker bilden, der sie, trotz ihrer Lebensrealität im Westen, an die alte Heimat bindet.

Die DITIB ist der Ableger einer staatlichen Einrichtung. Das ist die Crux, wenn es um die Frage der Integration der hier lebenden Türken beziehungsweise Deutschen türkischer Herkunft geht. Seit einigen Jahren erst werden die Imame, die an die DITIB-Moscheen in Deutschland kommen, durch landeskundlichen Unterricht und Deutschstunden auf den Aufenthalt in Almanya vorbereitet. Ihr Horizont war und ist aber die Türkei; das Land, in das die Jungen zurückzukehren sich nicht vorstellen können und an das die Alten verklärte Erinnerungen haben mögen. Faktisch sind die Moscheen der DITIB Ableger der türkischen Politik und deren Einflusszentren mitten in Deutschland.

Falls PI-Leser bei der Moschee-Eröffnung anwesend waren, nehmen wir gerne Augenzeugenberichte mit Fotos entgegen.

» WELT: Brauchen wir organisierte Islamkritiker in NRW? [11]

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