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„Kaputt in Godesberg“

Kaputt in GodesbergBad Godesberg ist der wohlhabendste Stadtbezirk von Bonn. Auf Grund der schönen Lage am Rhein und des milden Klimas nehmen reiche Rentner aus dem Ruhrgebiet und aus Köln hier ihren Altersruhesitz, Spitzenpolitiker und hohe Ministerialbeamte wohnen dort und immer noch viele Diplomaten. In diesem verschlafenem, großbürgerlichen Stadtbezirk hatte es die Jugend nie leicht gehabt.

Es gab nur 1-2 kleinere Diskotheken und die Zahl der „Szenekneipen“, in die man als Jugendlicher gerne geht, belief sich auf maximal 2-3 Lokale. Ein mageres Nachtleben also für eine Stadt mit 70.000 Einwohnern.

Ende der 60er-Jahre tat sich aber was. In einer umgebauten Scheune im malerischen Stadtteil Muffendorf entstand ein Rockclub mit Live-Musik: das Underground. Obwohl nur etwa 300 Zuschauer in den Laden passten, spielten dort bekannte Bands wie Status Quo, Can, Man oder Nektar, aber auch damals noch kaum bekannte Gruppen wie Queen, Uriah Heep, Scorpions oder ein gewisser Wolfgang Niedecken mit seiner Band.

Das Underground wurde bei Rockfans in der ganzen Bundesrepublik bekannt. Neben den Konzerten gab es auch noch Filmabende und chaotische Abende mit der hauseigenen Blödel-Theatergruppe. Es gab eine abgetrennte Teestube und ein Bibliothekszimmer und es sollte nicht verschwiegen werden, dass dort viel gekifft wurde. Aber es war ein Club, der seinen Namen verdiente.

Besitzer dieses Clubs war Juppi Schaefer. Ein äußerst toleranter Mensch, der keine Probleme mit Ausländern hatte, wie alle Stammgäste (schließlich war in der Zeit fast jeder „Links“). Im Gegenteil, in der Theatergruppe spielte u.a. auch ein Türke mit. Eine schöne Webseite mit Erinnerungen an das Underground findet man hier. 1975 wurde das Underground nach Anwohnerprotesten geschlossen. Jahre später machte sich Juppi Schaefer mit einer Videothek und Videoproduktionen selbstständig.

Juppi Schaefer entwickelte aber noch eine andere Leidenschaft: er wurde Heimatforscher. Sammelte Bilder und Amateurfilme vom alten Bad Godesberg. Die Innenstadt wurde erst im Weltkrieg durch Bomben zerstört und in den darauffolgenden Jahrzehnten kaputtsaniert. Ein ganzes Viertel wurde abgerissen und durch monströse Betonbauten ersetzt. Sowohl die Erinnerungen an das alte Godesberg als auch das Anprangern von Missständen fasste Juppi Schaefer in mehreren Büchern und Videos zusammen und machte ihn nun auch bei Nicht-Rockfans in Bad Godesberg sehr bekannt.

Seine kleine Videofirma hatte er in einem wunderschönen alten Haus an der Bonner Straße. Die ist Teil der B9 und eine der am stärksten befahrenen Straßen von Bonn. Dazu donnern, nur von einer Häuserreihe von dieser Straße getrennt, auf einer Seite Tag und Nacht die Eisenbahnzüge auf der vielbefahrenen Rheinstrecke. Die alten Anwohner sterben weg und kein Deutscher hat ein Interesse, in diese Lärm- und Abgashölle zu ziehen. Die Mieten wurden dadurch immer billiger und so zogen Ausländer in die noch teilweise schönen Häuser ein. Manche Türken, aber noch mehr Araber, die in den letzten Jahren auch durch die islamische König-Fahd-Akademie angezogen wurden. Sichtbar wurde es durch viele orientalische Lebensmittelgeschäfte, „Kulturvereine“ und Call-Shops. Die Bonner und einige angrenzenden Straßen wurden zum Problemviertel von Bad Godesberg. Am Rande der Innenstadt gelegen, macht nachts eine Bande die Straßen unsicher. Ihre Tags (Graffitilogo) „Bad Go“ findet man an vielen Stellen.

Juppi SchaeferJuppi Schaefer (Foto l.) war, wie geschrieben, sehr tolerant. Aber nach einiger Zeit merkte er, dass sein Laden sich in einem Problemviertel befand und er sich immer mehr über seine arabischen Nachbarn ärgern musste, der Vandalismus, die Beschimpfungen der neuen „Mitbürger“ und der Dreck nahmen immer weiter zu. In öffentlichen Diskussionsrunden mit den Verantwortlichen des Stadtbezirks schilderte er schon früh diese schlimmen Zustände in der Bonner Straße.

Aber, wie so oft, schauten diese Verantwortlichen weg und negierten die Entwicklung. Natürlich wurde auch nichts zur Verbesserung der Situation unternommen. Und jetzt ist der Eklat da!

In der Neuauflage von seinem „Alt-Godesberger Bilderbuch“ prangert er nun diese Missstände an. Der Express schreibt:

Herausgeber Juppi Schaefer beklagt darin die „Arabisierung“ seines Stadtteils. Sein Fazit: „Ein Zusammenleben, zumindest mit diesen Arabern, ist für einen Deutschen oder Godesberger unmöglich.“

Das Buch mit den Jahrzehnte alten Schwarz-Weiß-Fotos kommt ganz harmlos daher. Dieser Eindruck täuscht. Neben einer Menge Nostalgie bezieht der Filmemacher (“Kaputt in Godesberg“) schon im Vorwort klar Stellung. Diesmal in erschreckender Rechtsaußen-Manier. Schaefer fühlt sich umzingelt von scheinbar unzivilisierten Arabern.

Die Migranten in seiner Bonner Straße würden herumbrüllten, hätten einer Freundin den Stinkefinger gezeigt, hinterließen Müll. Sein Haus habe er nach Schmiererein dreimal streichen müssen.

Er spricht von Bedrohungen (“halt Schnauze – willst vor die Fresse“, S. 336), alle Freunde und Bekannte seien deshalb weggezogen. Harter Tobak für ein Bilderbuch.

Was hat sich Schaefer dabei gedacht? „Ich mache auf einen Missstand aufmerksam“, so der 61-Jährige, den in Godesberg fast jeder kennt. „Es kann nicht sein, dass in der Bonner Straße nur noch drei oder vier Deutsche wohnen. Der Rest wurde weggemobbt.“

Jetzt auf einmal empören sich die Stadthonoratioren:

Brigitte Grüll, Chefin vom City-Marketing, zu der Anti-Werbung: „Diese Ausdrucksweise geht so nicht. Das ist Stammtischniveau. Unsere Aufgabe muss es sein, zu vermitteln, nicht zu spalten.“ SPD-Ratsherr und Bürgermeister Horst Naaß: „Die Äußerungen von Juppi Schaefer sind einfach daneben. Er hat sich noch nie konstruktiv eingebracht, jetzt vergiftet er das Klima.“

Naaß leugnet nicht, dass es auch Probleme gibt. Aber man dürfe nicht nur das Negative sehen, müsse sich um die Integration kümmern. „Da gibt es keinen Weg zurück. Ausländerfeindlichkeit wie hier schon im Vorwort des Buchs – das geht gar nicht!“

Es wird weiter versucht, alles unter den Teppich zu kehren. Es ist nicht das erste Mal, dass Bad Godesberg durch seine moslemischen „Mitbürger“ in die Schlagzeilen gekommen ist, PI hatte schon hier, hier und hier berichtet.

Die Verantwortlichen wollen keine Aufregung in ihrer Stadt. Nichts wäre schlimmer für sie, wenn beunruhigte wohlhabende Bürger wegziehen würden und somit sich Steuern und Kaufkraft verringern würde.

Bei den Angriffen auf Juppi Schaefer muss ich an den alten Ausspruch denken: „Hängt den Überbringer der schlechten Nachricht!“

(Gastbeitrag von Aufgewachter)