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Aktivurlaub russisch

schützenfestFinden Sie die allsommmerlichen Schützenfeste in Deutschland (Foto) auch öde? Man schießt auf einen Holzvogel, und wer so unglücklich trifft, dass die Attrappe abstürzt, kann anschließend an der Theke berappen, bis er schwarz wird. 5.790 Dollar kommen da schnell zusammen. Für genau diesen Betrag kann man jetzt aber schon einen Tag auf einem russischen Cruiseliner verbringen, und auf echte Piraten schießen. Wer schon einmal auf einem russischen Schiff war, weiß: Saufen kann man da auch – wie auf dem Schützenfest in Attendorn. 

Das Wirtschaftsblatt berichtet:

Seine Geschäftsidee ist einfach: Sein Kreuzfahrtschiff ist der Köder für die Piraten. Versuchen die echten Piraten das scheinbar harmlose Schiff zu entern, erleben die Afrikaner ihr blaues Wunder. Statt wehrlose Handelsmatrosen stehen ihnen bis an die Zähne bewaffnete russische Touristen gegenüber. Ein makabrer Touristenspaß.

Ein Tag an Bord des gecharterten Kreuzfahrschiffes kostet 5.790 Dollar. Es wird solange geschippert, bis die echten Piraten auch wirklich angreifen. Mindestens ein Piratenüberfall mit Kaperungsversuch wird vom Reiseunternehmer garantiert.

Die Route geht von Djibouti nach Mombasa in Kenia. Das Schiff fährt dafür möglichst nahe der somalischen Küste mit einer Geschwindigkeit von nur fünf nautischen Meilen entlang. Die Touristen können sich nach Belieben und Geldbeutel mit Waffen eindecken.

Eine Maschinenpistole des Typs AK-47 kann von den russischen Kreuzfahrtpassagieren an Bord für 9 Dollar am Tag gemietet werden. 100 Schuss Munition kosten 12 Dollar. Ein Granatwerfer kostet 175 Dollar am Tag. Dazu gehören drei Granaten, die im Mietpreis enthalten sind. Die Benutzung eines an der Reeling fest installierten Maschinengewehres soll 475 Dollar kosten.

Damit die Piraten aber nicht doch noch auf dumme Ideen kommen, erhalten die reichen Russen einen Extra-Personenschutz. An Bord des Schiffes halten jederzeit zahlreiche ehemalige Mitarbeiter russischer Sondereinsatzkommandos ein wachsames Auge auf die Gäste. Die russischen Elitekämpfer sollen vor allem in der Nacht für Sicherheit auf dem Kreuzfahrtschiff sorgen.

Wenns doch zu teuer ist – keine Sorge! Weitere touristische Angebote, auch für den kleinen Geldbeutel, werden sicher bald folgen. Zum Beispiel Parkplatzwächter auf einem Postparkplatz in Berlin-Kreuzberg, Abendspaziergang mit leichter Bewaffnung in Köln-Kalk oder U-Bahn-Kontrolleur in München.