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Moslems retten interreligiösen Dialog

Der dem Islam innewohnende tiefe Respekt vor anderen Religionsgemeinschaften hat die islamische Gemeinde in Singen dazu bewogen, auf die Eroberung der Herz-Jesu-Kirche vorerst zu verzichten. Während intolerante Christen und Islamgegner mit gewaltsamen Kirchenaustritten drohten, blieben die Moslems besonnen und tolerant und ließen die Tür zum interreligiösen Dialog weit offen.

Ein Südkurier-Leser ist den Tränen nahe:

Dass die Aufführung der Friedensmesse von Jenkins in der Herz Jesu Kirche am 1.November einige Gemüter auf katholischer Seite so in Aufruhr bringt, dass Pfarrer Beha auf vielfache Weise angegriffen wird und Beschimpfungen über sich ergehen lassen musste, konnte im Vorfeld niemand ahnen.

Es steht um die Integration in Sachen Islam tatsächlich schlechter als gedacht. Umso mehr verdient in der ganzen Auseinandersetzung die Haltung der muslimischen Gemeinde mit ihrem Vorstand Kanic und Imam Ince tiefsten Respekt und Hochachtung. Tiefe Betroffenheit ist am vergangenen Samstag in Singens Moschee zu spüren. Man wollte weder religiöse Gefühle verletzen noch provozieren, so äußerten sich die Verantwortlichen der muslimischen Gemeinde. Dass sie nicht ausgeladen worden seien, sondern selbst mit Rücksicht auf die entstandene Situation angeboten haben, nicht teilzunehmen, ehrt sie. Allein um den Frieden zu wahren für die christliche Gemeinde in Herz Jesu habe man die Teilnahme abgesagt. Diese edle Haltung und dieses Entgegenkommen zeigt eine andere Seite des Islam, als die, die die Kritiker des Projektes „Friedensmesse“ vorbringen.

Dass zum Glück der christlich-islamische Dialog in Singen durch das Ganze keinen Schaden genommen hat, verdanken wir einzig der muslimischen Gemeinde und ihren Verantwortlichen. Sie handelten im Sinne der Koran-Sure 25, Vers 63: „Und die Diener des Erbarmers sind diejenigen, die in angenehmer Weise auf Erden wandeln. Und wenn die Unwissenden sie anreden, sprechen sie freundlich zu ihnen.“

Sicher ist das Verhalten der Singener muslimischen Gemeinde der entscheidende Beitrag zum Frieden bei dieser Friedensmesse.

Traurig ist man also in Singen, dass Andersgläubige nicht zu Wort kommen dürfen. Die Intoleranz der Christen hat Tradition. Man denke nur an die bösen Kreuzzüge…

PI-Beiträge zum Thema:

» Singener Stadtpfarrer kämpft für “Allahu Akbar”
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