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SWP: Westergaard so gefährlich wie Attentäter

Einen Kommentar unterster Schublade kann man heute in der Südwestpresse finden. Nach einem Loblied auf die Pressefreiheit, stellt Autor Eugen Röttinger fest, dass der Karikaturist Kurt Westergaard provozieren wollte und deshalb „unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit mindestens so verblendet sei wie sein Attentäter.“ Anders gesagt, ist Westergaard wohl selbst schuld.

Die SWP schreibt wörtlich:

Beleidigung oder Pressefreiheit: Nach dem versuchten Mordattentat eines Islamisten auf den dänischen Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard gehen die Wogen hoch. Ohne Umschweife: Der somalische Attentäter ist strengstmöglich zu bestrafen. Denn nichts rechtfertigt Gewalt und Extremismus, nichts eine Fatwa, ein religiös begründetes Todesurteil. Und zweitens: An der Pressefreiheit darf niemand rütteln.

Schon einmal, 1988, hatten Verleger und Publizisten gekuscht, als sich zuerst kein Verlag fand, die „satanischen Verse“ des mit einer Fatwa belegten Salman Rushdie zu veröffentlichen. Diese Blöße gab es 2006 bei den Nachdrucken der Mohammed-Karikaturen trotz der Proteste Hunderttausender in der islamischen Welt nicht. Die Karikaturen wurden damals in Europa als das bezeichnet, was sie waren: verhöhnend und miserabel – aber uneingeschränkt gedeckt durch die Meinungs- und Pressefreiheit.

Doch es gibt nicht nur eine rechtliche Seite. Meinungs- und Pressefreiheit haben auch mit Moral und Verantwortung zu tun. Der vor seinem Rausschmiss bei Bayern München in einer Fotomontage als Jesus am Kreuz dargestellte Jürgen Klinsmann hatte rechtlich keine Chance gegen diese Veröffentlichung. Moralisch: unterste Schublade. Journalisten müssen sich nicht nur bewusst sein, was sie erreichen wollen, sondern was sie tatsächlich bewirken.

Westergaard wollte bewusst provozieren. Und er provoziert, fern jeder Verantwortung unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit, munter weiter: Für ihn sponsort pauschal der Islam den Terror. Er ist mindestens so verblendet wie sein Attentäter. Deshalb sind beide gefährlich.

Also mit anderen Worten ist das wohl ein gleichberechtigter Kampf. Entschuldigung, geht’s noch? Hat Westergaard versucht, jemanden zu ermorden? Hat er eine Flugzeug gesprengt oder in ein Haus geflogen? Hat er eine Bombe gelegt? Nichts von alledem. Er hat nur den Bleistift gezückt und den Islam mit Terror gleichgesetzt, eine These, die nichts besser untermauert hat, als der Mordversuch auf ihn. Oder wollte der Mitbürger islammischen Glaubens und gerade damit überzeugen, dass der Islam Frieden™ bedeutet und Westergaard ganz falsch lag?

Offenbar ist nichts zu dumm, um in deutschen Qualitätsmedien abgedruckt zu werden. Die Meinungsfreiheit schützt eben auch Dummheit.

(Spürnase: Journalpepe)