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„Freidenker“ wollen Gipfelkreuze entsorgen

EggishornBerge sind öffentlicher Raum. Darum finden sogenannte „Freidenker“ in der Schweiz, dass Kreuze dort nichts verloren hätten. Verschwinden soll unter anderem das Gipfelkreuz auf dem Walliser Eggishorn (2934m, Foto). Die meisten dieser Kreuze stammen aus der Zeit vor 1969, als man dafür noch keine Baubewilligung brauchte. Neue Baubewilligungen für Kreuze dürften auch nicht mehr erteilt werden, fordern die „Freidenker“.

Blick berichtet:

Berge sind öffentlicher Raum. Und der soll frei sein von religiösen Zeichen. Umso mehr, als Christen in diesem Land nicht mehr die große Mehrheit seien: „Die Volkszählung 2010 wird wohl zeigen, dass in der Schweiz mindestens 20 Prozent der Bevölkerung konfessionslos sind“, ist Reta Caspar (Geschäftsführerin der Schweizer Freidenker) überzeugt.

Auch Urs Wellauer (51) bezeichnet sich als nicht religiös. Aber er ist auch Bergführer, präsidiert den Bergführerverband – und findet die Idee der Freidenker absurd: „Was stören diese Kreuze jetzt die Freidenker? Wer von deren Verein steigt schon regelmässig auf die Berge? Gipfelkreuze sind Kultur. Sie stehen seit Jahrhunderten. Und sollen noch Jahrhunderte stehen.“

Mindestens ein Bergführer kämpft dagegen an: Der Freiburger Patrick Brussard (48) sägte vor einem Jahr mehrere Gipfelkreuze um. „Als Reaktion auf die Untaten der Kirche“, erklärte er. Inzwischen plant er gar eine Initiative zur Abschaffung aller Gipfelkreuze.

„So eine Initiative würden wir unterstützen“, verspricht Reta Caspar. „Es hat nämlich nichts mit Religionsfreiheit zu tun, das ganze Land mit Kreuzen vollzupflastern.“

Man könnte meinen, die ganze Schweiz wäre dermaßen mit Kreuzen zugepflastert, dass man nirgendwo noch „frei denken“ könnte. Dass sich der UNO-Menschenrechtsrat für die Schweizer Kultur und Gipfelkreuze einsetzen könnte, ist auch nicht anzunehmen – es handelt sich ja schließlich nicht um Minarette…