Grüne surfen auf dem Tsunami an die Macht

Grüne surfen auf dem Tsunami an die MachtDie linksgrünen Katastrophenmacher deutscher Prägung fanden sich nach dem 11. März 2011, praktisch von einem Tag auf den andern, im argumentativen Schlaraffenland wieder. Ein Erdbeben der Stärke 9 hatte das kerntechnische Sicherheitssystem der Japaner zu Fall gebracht. Dies war der Auftakt zu einer beispiellosen medialen Hetzkampagne gegen die Atomkraft und damit auf einen Pfeiler unserer industriellen Schlagkraft.

(Wie der Katastrophenjournalismus den energiepolitischen Super-GAU ausgelöst hat – von Günter Ossa, Essen)

Als ich von dem Unfall hörte, war mein zweiter Gedanke „was für ein Unglück für die Atomdiskussion“. Meine ungeteilte Zustimmung zur Atomkraft wurde in den nächsten Tagen einer harten Prüfung unterzogen. Aber wie immer bei linksgrünen Themen, die Wahrheit lässt sich mit ein wenig Ausdauer recht bald finden. Als sehr erhellend stellte sich ein Beitrag des Karlsruher Ingenieurs Bernhard Kuczera in der Zeitschrift für Kernenergie heraus. Er erklärt dort den Unfallhergang. Seine nüchterne Bilanz und andere wertvolle Beiträge sind an gleicher Stelle im Netz als PDF verfügbar.

Die Grünen surfen auf dem Tsunami an die Macht, weil Deutschland mit einer vernebelnden Berichterstattung getäuscht wurde. Das vorschnelle Urteil in den Medien hat die Chronologie des Unfallablaufs als völlig nebensächlich erklärt, aber gerade die ist entscheidend und führt zu einer völligen Entlastung des Angeklagten.

Niemand hat sich gefragt, warum das Kraftwerk Fukushima nach dem Erdbeben genauso aussah wie vor dem Erdbeben, abgesehen von der geborstenen Betonhülle des Reaktorbaus, welche erst nachträglich durch eine Wasserstoffexplosion aufbrach. Eigentlich hätten die Gebäude doch in Mitleidenschaft gezogen werden müssen bei Horizontalbeschleunigungen von bis zu 550 cm/s2, die auf dem Kernkraftwerksgelände in Ost-West-Richtung gemessen wurden. Die Erdbebensicherheit der Konstruktion hatte seine Aufgabe erfüllt. Alle Sicherheitseinrichtungen taten planmäßig ihren Dienst. Auch die Zerstörung der örtlichen Stromversorgung konnte dem Kraftwerk nichts anhaben, dann aber passierte es. Etwa eine Stunde nach dem verheerenden Beben erreichte ein an dieser Stelle ca. 14 m hoher Tsunami die Küste. Mühelos überwand er die 5,7 m hohe Steinbarriere im Meer, die zweifellos zu niedrig ausgelegt war und spülte ins Kraftwerk hinein bis in die Höhe der Notstromdiesel, die daraufhin ihren Dienst versagten. Im Folgenden konnte die Kühlung nur noch für eine kurze Zeit aufrechterhalten werden, der Rest ist bekannt.

Das stärkste Argument der Kernenergiegegner ist und war „niemand hat mit einer Bebenstärke von 9 gerechnet und sie kam dennoch – ergo muss man bei uns auch damit rechnen“. Dass das Reaktorgebäude und sein Inhalt das Beben fast unbeschadet überstanden hatte, wurde nie thematisiert. Wie auch – eine sensationsgeile linksgrüne Presse empfand ja ähnlich wie ihre politischen Vorbilder. Endlich konnte das Argumentationsvakuum in Punkto Reaktorsicherheit geschlossen werden, denn nun war bewiesen, nicht nur die Endlagerung ist unsicher, sondern auch der Betrieb selber.

Die glasklare Schlussfolgerung, dass AKW’s in Baden-Württemberg für Tsunamis nicht so recht in Frage kommen, störte fortan niemanden mehr. Das Totschlagargument funktionierte. Wäre der Kraftwerksstandort nur einige Meter weiter im Landesinnern gewählt worden, hätte es eine grandiose Bestätigung für den Betrieb von Kernkraftwerken gegeben, die natürlich totgeschwiegen worden wäre. Aber dennoch – die Ingenieure wären bestätigt worden. Leider aber waren die Notstromdiesel unzureichend gegen die Welle geschützt. Ausreichende Dichtungen an den Zugangstüren der Maschinenhäuser hätten vermutlich den GAU verhindert. Eine Nachlässigkeit, die schwer bestraft wurde. Wie bekannt wurde, sind nun bei den intakten Kraftwerken gleichen Typs entsprechende Türdichtungen nachgerüstet worden. Bei der Tsunamihäufigkeit im Japanischen Meer war diese Nachlässigkeit grob fahrlässig.

Wenn man bedenkt, dass unzureichend gesicherte Diesel in Japanischen Kernkraftwerken in Deutschland der Anlass für Fehlinvestitionen in Höhe von mehreren hundert Milliarden Euro sind, dann würde ich mich als Chinese brüllend vor Lachen auf dem Boden wälzen. Spinnerte Windmühlen und deren Begleitkosten werden nun unseren Strompreis in die Höhe schnellen lassen und damit unsere Produkte verteuern, was alle Mitbewerber freuen wird. Geschieht uns Deutschen das nicht zu Recht?Wie gerne haben wir uns nicht auch in der Vergangenheit von politischen Irrlichtern verführen lassen. Schade nur für die dennoch große Anzahl von Menschen in unserem Lande, die diesen Quatsch längst durchschaut haben und Linksgrün niemals eine Chance geben würden.

Auf der Internetseite www.kernenergie.de finden sich weitere gute Statements für die Kernenergie. Es lohnt sich für alle Suchenden dort einmal zu stöbern.

Das “Ethikschiff“ Deutschland hat derweil volle Fahrt aufgenommen und wird im Eismeer Bekanntschaft mit einem Eisberg machen…