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Eilt: Papst Benedikt XVI. tritt zurück!

Eine wahre Zeitenwende zeichnet sich für das Papsttum der Katholischen Kirche ab. Erstmals seit achthundert Jahren wird ein Papst nicht durch Tod, sondern durch Rücktritt aus seinem Amt ausscheiden! Wie Joseph Ratzinger heute mitteilt, wird er ab dem 28. Februar 2013 nicht mehr Papst Benedikt XVI. sein. Offenbar ist seine gesundheitliche Schwächung ausschlaggebend für diese Entscheidung. Im Hinblick auf seinen Amtsvorgänger hatte er schon lange angekündigt, dass er der katholischen Christenheit bezogen auf seine Person einen altersschwachen Papst ersparen werde.

Die FAZ berichtet weiter:

Zu seinem Rücktritt erklärte Benedikt laut Radio Vatikan: „Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewissheit gelangt, dass meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben. Um „das Schifflein Petri zu steuern und das Evangelium zu verkünden“, sei sowohl die „Kraft des Körpers als auch die Kraft des Geistes notwendig“. Diese Kraft habe in den vergangenen Monaten „in mir derart abgenommen, dass ich mein Unvermögen erkennen muss, den mir anvertrauten Dienst weiter gut auszuführen“, heißt es in der Erklärung weiter.

Benedikt erklärte: „Im Bewusstsein des Ernstes dieses Aktes erkläre ich daher mit voller Freiheit, auf das Amt des Bischofs von Rom, des Nachfolgers Petri, das mir durch die Hand der Kardinäle am 19. April 2005 anvertraut wurde, zu verzichten, so dass ab dem 28. Februar 2013, um 20.00 Uhr, der Bischofssitz von Rom, der Stuhl des heiligen Petrus, vakant sein wird und von denen, in deren Zuständigkeit es fällt, das Konklave zur Wahl des neuen Papstes zusammengerufen werden muss.“

Der Bruder des Papstes, Georg Ratzinger, nannte die angeschlagene Gesundheit von Benedikt XVI. als Grund für dessen Rücktritt. „Das Alter drückt“, sagte der 89-Jährige am Montag der Deutschen Presseagentur dpa. Sein Arzt habe dem Papst geraten, keine transatlantische Reisen mehr zu unternehmen, sagte Ratzinger. Auch das Gehen bereite seinem Bruder zunehmend Schwierigkeiten.

Der Dekan der katholischen Kirche, Angelo Sodano, nannte die Ankündigung einen „Blitz aus heiterem Himmel“. Benedikt, seit 2005 im Amt, hatte bereits vor einiger Zeit deutlich gemacht, dass er es sich durchaus vorstellen könne, etwa aus Gesundheitsgründen das Pontifikat abzugeben. Die Kardinäle waren eigentlich zusammengekommen, um über mehrere neue Heiligsprechungen abzustimmen.

Papst Benedikt XVI., der am 16. April diesen Jahres 86 Jahre alt wird, war für seinen Vorgänger Papst Johannes Paul II. rund 20 Jahre als Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation einer der engsten Berater gewesen. Während des Zweiten Vatikanischen Konzils hatte der 1927 im bayerischen Marktl am Inn geborene Theologe als reformorientiert gegolten. Unter den Erfahrungen mit der Studentenrevolte der 68er-Generation wandelte der Theologieprofessor und spätere Erzbischof von München und Freising sich zunehmend zum konservativen Hüter der katholischen Tradition. Durch die Betonung der katholischen Auffassung, dass den Protestanten nach katholischer Lehre kein Kirchenstatus zukommt, rief er im Jahr 2000 mit dem Dokument „Dominus Iesus“ Irritationen im ökumenischen Dialog hervor.

Für Aufsehen während seines bisherigen Pontifikats sorgte auch die die Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen der ultrakonservativen Pius-Bruderschaft, darunter des Holocaust-Leugners Richard Williamson, sowie die Missbrauchsskandale in verschiedenen Ländern.

Wir bedauern – aber respektieren auch – diese Entscheidung des Heiligen Vaters!