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Berlin: Versicherungsbetrug statt „rechter Terror“

BetruegerEinen unglaublichen Fall von Vortäuschung einer Straftat hat sich der ägyptische Restaurantbesitzer Hussein B. in Berlin-Friedrichshain erlaubt, und zahlreiche Gutmenschen sind ihm sogleich auf den Leim gegangen. In seinem Restaurant „Costallino“ in der Koppenstraße stand er dank vorgeblicher Nazis vor den Trümmern seiner Existenz. Später stellte sich das Ganze jedoch als ein hausgemachter Schwindel heraus.

Der Berliner Kurier berichtete zunächst am 29. Mai in einem hingebungsvollen Lamento:

Eine Tat, wie aus den schlimmsten Zeiten der braunen Macht in Deutschland. Verabscheuungswürdig und begangen von ebenso verabscheuungswürdigen Tätern. Nazi-Chaoten haben das Restaurant eines ägyptischen Friedensaktivisten in Friedrichshain komplett verwüstet und vernichteten womöglich mit einem Schlag seine Existenz. Wenn seine Versicherung nicht einspringt, ist der Wirt am Ende.

Anmerkung: Man achte den Begriff Versicherung!

Den Zeitpunkt für ihren Angriff hatten sie gut abgepasst: einen Ruhetag. Als Hussein Badiny (43) aus Kairo sein Lokal am Sonntag verließ, war noch alles in Ordnung. Am Dienstag-Mittag stand er in der Tür des „Costallino“ – und ahnte, das ist sein Ruin. Ein Schlachtfeld des rechten Pöbels. Daran, dass der Anschlag aus deren Ecke kam, besteht kaum Zweifel.

Die Sitzbänke und Stühle im Gastraum sind aufgeschlitzt. Wände mit SS-Runen schwarz besprüht. „Ausländer raus“ steht dort ebenfalls und die unvermeidliche „88“ für „Heil Hitler“. „Das ist blanker Hass auf Ausländer“, sagt der Familienvater (vier Kinder), der schon seit 1995 in Deutschland lebt.

„Drei Feuerlöscher haben die in der Küche entleert.“ Seine Bilder klauten sie von den Wänden, auch seine Kellnerbörse mit 1400 Euro nahmen die Täter mit. (…)

Einfach das Handtuch werfen, kommt für den Geschäftsmann nicht in Frage. „Ich lass mich nicht vernichten.“ Hussein Badiny ist ein Kämpfer, Mitglied der Deutsch-Ägyptischen Union für Demokratie. „Ich bin in Ägypten politisch aktiv“, sagt der Friedensaktivist. Dort fürchtet er seine sofortige Festnahme.

Da geht den tapferen solidarischen gegen-Rechts-Widerstandskämpfern natürlich der Hut hoch, sie organisierten am Pfingstwochenende ein Solidaritäts-Straßenfest für den vermeintlich Geschädigten.

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Folgerichtig kommt dann im selben Blatt am 9. Juni ein Bericht über das großartige Straßenfest gegen Rechts: Ein Kiez steht auf!

Am Pfingstwochenende organisierten Unterstützer des beliebten Restaurant-Besitzers ein Straßenfest. „Wir haben gezeigt, das unser Stadtteil vielfältig ist und bleibt. Wir werden rassistisch motivierte Gewalt nicht hinnehmen“, so die Botschaft der Veranstalter.

Zugleich werden ab sofort Gutscheine verkauft, die später in Hussein B.’s neuem Restaurant eingelöst werden können. So will der 43-Jährige das Geld für eine Neueröffnung zusammenkratzen. Denn der mutige Mann will sich von den Randalierern nicht einschüchtern lassen. Er sagt: „Würde ich aufgeben, dann würden sie mit dem Nächsten das gleiche machen!“

Nun jedoch stellte sich heraus, dass alles nur ein großer Schwindel des Ägypters war, dazu eine winzige Randnotiz am 13. Juni:

Wirt Hussein B. (43) hatte Ende Mai nach einem Einbruch in sein Lokal behauptet: „Neonazis haben mein Lokal zerstört“.
Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den 43-Jährigen wegen Vortäuschung einer Straftat. Ermittler gehen davon aus, dass er die Nazi-Schmierereien in seinen Pizza-Laden selbst inszeniert hatte.

Na Glückwunsch denn auch allen, die ihm auf den Leim gegangen sind. Ob diese Straftat nun auch in der Kategorie „rechte Gewalt“ abgelegt wird, werden wir wohl nie erfahren. Vermutlich wird er nun auf Kosten des deutschen Steuerzahlers im 5-Sterne-Gefängnis landen und/oder uns allen mangels eigener Mittel per Stütze auf der Tasche liegen. Das Schmierenblatt aber hat in den Köpfen seiner Leser fest verankert, dass Rechte wieder mal ganz dolle böse waren.

SO geht Politik.

(Spürnase: Orbix)