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Hetzjagd auf Kölner Streifenbeamten

finkenbergPolizeibeamte, namentlich im Streifendienst, haben gewöhnlich das Ohr ganz nah am Puls der Zeit. Und so vergaß ein Kölner Polizist einmal nicht, dass er auch noch Staatsbürger ist, und sagte die Wahrheit, die wohl jeder Kölner kennt. Der Beamte, der im Bezirksteam des „kulturell vielfältigen“ Kölner Stadtteils Ehrenfeld Streife geht und täglich Kontakt zu Anwohnern und Geschäftsleuten hat, schrieb einen Leserbrief per E-Mail an den Kölner Stadt-Anzeiger, sicherlich in dem Glauben, dass der Inhalt seines Briefes vielen Bürgern aus dem Herzen gesprochen sei und für die Verantwortlichen in der Stadt interessant wäre. Er schrieb von immer mehr Bettlern und Diebstählen in Köln, von Spielplätzen voller Kot und Urin, finsteren Gestalten in Ecken und Winkeln, Stadtteilen, die verelenden und zumüllen, kurz: von einem „balkanisierten Straßenbild“. Teilweise sind die Ergebnisse dieser Zustände täglich auch im Kölner Polizeibericht zu lesen, von wo sie dann von der Presse übernommen werden.

(Von Verena B., Bonn)

Doch der Polizist wusste nicht (oder er ließ es außer Acht), dass in Köln der berühmt-berüchtigte Kölner Klüngel auch zwischen Politik und Presse herrscht. Die Presse in Köln ist der Handlanger einer Politik, die von Wunschdenken beherrscht ist, bei der nicht sein kann, was nicht sein darf, und dieser Brief passte bei der herrschenden Mediokratur nicht ins Bild. Kurz gesagt: „Freiheit, die ich meine“ – so viel Mündigkeit des „Staatsbürgers in Uniform“ will der herrschende Klüngel nun wieder auch nicht.

Anstatt dass nun unter diesen Umständen die Mail des mutigen Polizisten einfach im Nirwana versunken wäre, wenn sie der Presse nicht in das Bild passt, das sie vermitteln will, landete der Brief von der Zeitungsredaktion dort, wo er nicht hinsollte: auf dem Schreibtisch des Kölner Polizeipräsidenten Wolfgang Albers (SPD). Und nun geht die Hetzjagd gegen den Beamten los: Es werden „straf- oder disziplinarrechtliche Konsequenzen“ geprüft, weil nicht sein darf, was ist!

Dieser Leserbrief, in dem der erfahrene Polizist den Ist-Zustand in Ehrenfeld beschreibt und beklagt, hat im Präsidium „Empörung“ und „Fassungslosigkeit“ hervorgerufen. Nicht aber etwa Empörung und Fassungslosigkeit über die Zustände im Veedel, sondern hinsichtlich des Beamten, der sie beschreibt.

Die Beschreibungen des Ehrenfelder Polizisten sind nach Ansicht von Albers „drastische, teils fremdenfeindliche Äußerungen“. „Der Inhalt des Leserbriefs zeigt ein verzerrtes Bild der Stadt Köln auf“, sagte er auf Anfrage. „Solche Aussagen werfen ein schlechtes Bild auf die Polizei Köln und auf alle Polizistinnen und Polizisten, die durch ihre tägliche, engagierte Arbeit auf der Straße aktiv am Integrationsprozess mitwirken.“

Am Ende des Briefes schreibt der tapfere Polizist: „Also lehne ich ab, was zu mehr Balkan auf unseren Straßen und zu einem Fortschreiten einer Islam genannten Ideologie führt.“

Am Mittwoch wurde der Beamte, der als Staatsbürger in Uniform ja auch ein Bürger dieses Staates ist, seine Meinung aber nicht ungestraft äußern darf, zum Rapport beim Leitenden Polizeidirektor Michael Temme bestellt. Mögliche straf- oder disziplinarrechtliche Konsequenzen würden zurzeit geprüft, teilt die Behörde mit. Fürs erste werde der Beamte weiterhin seine gewohnten Aufgaben verrichten, allerdings nur im Team und „nicht in erster Reihe“.

Die Behördenleitung, die den kriminellen türkischen „Kölnern mit Migrationshintergrund“ stets mit Vertrauen und Respekt begegnet, scheint mit diesen „Grundätzen der Polizeiarbeit“ allerdings keinen Erfolg zu haben. So kümmert sich zum Beispiel in Mülheim ein Polizist mit türkischen Wurzeln verstärkt um die „Kontaktpflege mit muslimischen Einwohnern und Einrichtungen“. Ein weiterer Beamter ist eigens für die Kommunikation mit muslimischen Institutionen in der Stadt verantwortlich. Dass es türkische Polizisten beim Umgang mit ihren Landsleuten besonders schwer haben, weil diese sie als Verräter empfinden und entsprechend unverschämt behandeln, darf natürlich auch nicht laut gesagt werden.

Es stellt sich die Frage, was passieren würde, wenn alle Polizisten ähnliche Leserbriefe an den Kölner Stadtanzeiger schreiben würden. Sie bräuchten dann wohl alle nicht mehr in der ersten Reihe arbeiten. Vielleicht könnte der vorbildliche Polizeipräsident seinen Beamten einmal zeigen, wie man es richtig macht und eine Woche selbst Streife in Ehrenfeld gehen. Von seinen Erfahrungen könnten dann alle Polizisten profitieren und höchste Anerkennung wäre ihm gewiss! Möglicherweise müssten sie ihn dann aber auch im Krankenhaus besuchen und ihm gute Besserung wünschen.